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08.02.2010 - 11:46 Uhr
 

Brückenbauer zwischen Kulturen und Generationen

Erwin Hausladen, Pfarrer von St.Morus, feierte seinen 85. Geburtstag

Münchner Wochenanzeiger : Die Berge sind seine große Leidenschaft: Der Pfarrer von St. Morus Erwin Hausladen mit einem Bild des Watzmanns, den er auch schon einmal bestiegen hat.
 
Die Berge sind seine große Leidenschaft: Der Pfarrer von St. Morus Erwin Hausladen mit einem Bild des Watzmanns, den er auch schon einmal bestiegen hat. (Foto: )

In der katholischen Kirche gibt es zwar kein gesetzlich vorgeschriebenes Rentenalter für Pfarrer, aber in der Regel gehen die mit meisten Männer Gottes mit allerspätestens mit 75 Jahren in den Ruhestand. Erwin Hausladen, Pfarrer von St. Morus, feierte am vergangenen Samstag mit seiner Kirchengemeinde und vielen auswärtigen Gästen seinen 85. Geburtstag. Ans Aufhören, denkt er deswegen aber noch lange nicht. 

"Ich mache weiter so lange ich gesund bin und das Ordinariat mich in Ruhe lässt", sagt Hausladen, der noch immer voller Elan seine Gemeinde führt. Der Grund für seine gute Verfassung sind nicht nur "die guten Gene" und der besondere Draht nach oben, sondern ein simples Rezept: viel Bewegung. Hausladens große Leidenschaft  war immer das Bergsteigen. Viele schneebedeckte Gipfel  der  Zentralalpen hat er in seinen jüngeren Jahren bestiegen. Was ihn in die eisigen Höhen geführt hat, war nicht nur sportlicher Ehrgeiz, sondern, dass er sich dort oben Gott immer besonders nahe gefühlt hat. Aus diesem Grund hat er dort oben gerne Mal die eine oder andere Messe gehalten. 200 Stück waren es, um es genau zu sagen. "Die Höchste fand einmal sogar auf über 4000 Metern auf dem Mönch in der Schweiz statt", erzählt Hausladen. Heute lässt er es etwas ruhiger angehen. "Die Leute haben doch auch lieber einen gesunden Pfarrer als einen toten Bergsteiger", sagt Hausladen mit dem ihm eigenen Humor.

Aber nicht nur seine Bergsteiger-Leidenschaft macht Hausladen zu einem besonderen Priester. Seit 1964 ist er Pfarrer an St. Morus - und er ist bis heute der einzige geblieben. Hausladen hat die Kirchengemeinde in dem neu entstandenen Wohngebiet aufgebaut. Die ersten zwei Jahre, als es noch keinen Kirchenbau gab, fanden die Messen in einem großen Zelt statt. "Das war eigentlich die schönste die Zeit", sagt er. In dieser Situation kam ihm die Fähigkeit zu Gute, dass er nicht nur ein Mann der Worte ist, sondern auch Anpacken konnte. "Ich stamme von Wagnern und Tischlern ab", sagt Hausladen. Auch noch heute werkelt er gerne in seiner Werkstatt werkelt.  Bleibendes schuf er aber nicht nur zwischen Schleif- und Hobelmaschine.

So hat die Gemeinde seit Jahrzehnten enge Kontakte nach Frankreich und Südtirol. Besuche und Gegenbesuche  haben das Gemeindeleben in vielfacher Weise bereichert. Ganz nach seinem Motto "heimatverbunden und weltoffen" pflegt Hausladen aber auch Freundschaften über Europa hinaus, was man in der Kirche sehen kann, die viele Exponate aus Afrika und Asien ziert. Brückenbauer wollte er jedoch nicht nur zwischen den Kulturen, sondern auch zwischen den Generationen in seiner Gemeinde sein.  "Ich will sowohl für die jungen als auch alten Menschen da sein", sagt Hausladen.

Bei all diesem Engagement Priester, ist der 1951 in Freising geweihte Hausladen, eigentlich aus einem traurigen Anlass geworden. Den ursprünglich wollte er Ingenieur werden. Es war sein vier Jahre älterer Bruder, der er eigentlich Priester werden wollte. Während Hausladen 1944 verwundet in Ostpreußen im Lazarett lag, fiel sein Bruder an der Westfront. Lange Zeit ging er mit sich in Klausur, ob er den Weg seines Bruders einschlagen sollte. Und er ist auch noch heute froh, dass er sich dafür entschieden hat. "Ich habe es nie bereut und würde es genauso wiedermachen", sagt Hausladen.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Sendlinger Anzeiger
Sendling-Westpark
Woche: 06 - 2010
Autor: dgm
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