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02.05.2011 - 11:51 Uhr
 

„Mehr als nur Kinderzirkus“

Das LILALU-Sommerfestival dauert heuer fünf Wochen

Münchner Wochenanzeiger : Die Projektleiterin von LILALU e.V., Anna Seliger, zusammen mit dem 1. Vorsitzenden des Vereins, Willi Wermelt. (Foto: sb)
 
Die Projektleiterin von LILALU e.V., Anna Seliger, zusammen mit dem 1. Vorsitzenden des Vereins, Willi Wermelt. (Foto: sb)
Münchner Wochenanzeiger : Die LILALU-Galashows sind immer wieder ein ganz besonderer Moment für die teilnehmenden Kinder. (Foto: Sigi Müller)
 
Die LILALU-Galashows sind immer wieder ein ganz besonderer Moment für die teilnehmenden Kinder. (Foto: Sigi Müller)
Münchner Wochenanzeiger : In der LILALU-Schule der Phantasie werden die Kinder und Jugendliche in den Schulferien von ausgebildeten Profiartisten und Künstlern in den verschiedenen künstlerischen Disziplinen und unterschiedlichsten Kulturbereichen wie Theater, Tanz, Musik, Sport und Zirkus ausgebildet (Foto: Sigi Müller)
 
In der LILALU-Schule der Phantasie werden die Kinder und Jugendliche in den Schulferien von ausgebildeten Profiartisten und Künstlern in den verschiedenen künstlerischen Disziplinen und unterschiedlichsten Kulturbereichen wie Theater, Tanz, Musik, Sport und Zirkus ausgebildet (Foto: Sigi Müller)

„Wir wehren uns immer wieder gegen den Begriff Kinderzirkus, denn LILALU ist viel mehr als das“, erklärt Willi Wermelt, 1. Vorstand des Vereins LILALU e.V. Was zu Beginn – im Jahr 1997 – als ein regionales „Zirkusfestival im Park“ mit 900 jungen Nachwuchsartisten begann, ist heute ein europaweit expandierendes Ferien- und Bildungsprogramm mit jährlich 5000 Teilnehmern zwischen vier und 16 Jahren. LILALU wächst stetig, weil Kinder und Jugendliche gern Neues ausprobieren und ihre Grenzen erfahren. Und auch für die Eltern ist der Münchner Verein und anerkannte freie Träger der Jugendhilfe wichtig, denn „bei uns können sie sicher sein, dass ihre Kinder in den Ferien ganztags gut aufgehoben sind“, betont Wermelt. „Unsere Betreuungsqualität ist hochwertig und gut.“ Das LILALU-Sommerfestival findet heuer vom 29. Juli bis 4. September zum ersten Mal nicht mehr auf dem Tollwood-Gelände im Olympiapark sondern auf dem Gelände des ESV München (Margarethe-Danzi-Str. 21) statt.

Das Bildungsprogramm des Vereins sei sehr erfolgreich, sagt auch die Projektleiterin von LILALU, Anna Seliger. „Das Thema Ganztagsbetreuung in den Ferien ist in München ein Riesenproblem. Der Bedarf ist nach wie vor groß und bei weitem nicht gedeckt.“ Weil dies auch in anderen Städten so ist, gibt es LILALU, das seine Workshops in den Bereichen Theater, Tanz, Musik, Zirkus und Sport seit diesem Jahr in allen bayerischen Schulferien anbietet, mittlerweile auch in Augsburg, Ingolstadt, Schweinfurt und Hof. 2012 wird LILALU zudem in Stuttgart, Ulm und Wien stattfinden. „Da wir mit unserem Integrationsprogramm großen Erfolg haben, wollen wir LILALU bundesweit anbieten“, so Seliger, die die Idee und das Konzept LILALU entwickelt hat. Hierfür laufen schon weitere Gespräche in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin.

Verschiedene Bausteine

Das LILALU-Konzept besteht aus verschiedenen Bausteinen. In der LILALU-Schule der Phantasie, die zahlreiche ganztagesbetreute Bildungsangebote bietet, werden Kinder und Jugendliche in den Schulferien von ausgebildeten Profiartisten und Künstlern in den verschiedenen künstlerischen Disziplinen und unterschiedlichsten Kulturbereichen wie Theater, Tanz, Musik, Sport und Zirkus ausgebildet. Daneben finden jährlich die LILALU-Galashows statt. Im Sommer in Zirkuszelten und im Winter vor mehreren tausend Zuschauern im Circus Krone aufzutreten, ist für die Kinder und Jugendlichen ein ganz besonderer Moment. Die LILALU-Kostümwerkstatt stattet alle an Workshops teilnehmenden Kinder und Jugendliche mit selbst geschneiderten und individuell angepassten Kostümen für die jeweiligen Shows und Auftritte aus. Ein weiterer Baustein ist unter anderem das Projekt „Mädchen an den Ball“, das sich in Zusammenarbeit mit der Philipp Lahm-Stiftung an alle Mädchen in Alter von sechs bis 17 Jahren richtet, die zusammen Fußball spielen möchten. Hierzu gibt es stadtweit bereits fünf unterschiedliche Trainingsorte.

„LILALU macht Mut auf mehr“

Eine besondere Wertschätzung erfährt LILALU auch immer wieder von politischer Seite: So hat vor kurzem Martin Neumeyer, der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. Schirmherr für München bleibt weiterhin Oberbürgermeister Christian Ude. Überzeugt vom Konzept des Münchner Vereins ist auch der neue LILALU-Mentor Julian Nida-Rümelin. LILALU stärke das Selbstbewusstsein „und macht Mut auf mehr“, betont der Philosophieprofessor, ehemalige Kulturstaatsminister und ehemalige Kulturreferent der Landeshauptstadt München.

Kritik an finanzieller Unterstützung der Stadt

Doch trotz des großen Erfolges, läuft bei LILALU nicht alles rund – gerade im Hinblick auf die finanzielle Bezuschussung. Seliger und Wermelt kritisieren in diesem Zusammenhang vor allem die Unterstützung von Seiten der Landeshauptstadt München. „Das ist absolut zu wenig“, sagt Seliger. „Unser Wunsch wäre es, dass wir 25 Prozent Zuschuss von der Stadt bekommen. Momentan sind es nur zehn Prozent.“ Zudem fordert sie „eine bessere Transparenz bei der Vergabe der Gelder“. Die Verteilung der Gelder erfolge immer nach dem gleichen Muster, meint Seliger. „Obwohl wir uns immer bewerben, bekommen wir kein Geld“, ergänzt Wermelt. „Wir diskutieren schon lange mit der Stadt, weil wir der Meinung sind, dass wir zu wenig Geld bekommen. Es gibt viele Organisationen in München, die genauso arbeiten wie wir und zu 100 Prozent von der Stadt finanziert werden.“ Nach Angaben des LILALU-Vorstands übernimmt die Stadt München momentan das Gehalt von Anna Seliger und gibt zudem einen Zuschuss von 25.000 Euro.

„Kampf gegen Windmühlen“

„Bei der Vergabe der städtischen Gelder sollte es ein flexibles Gerüst geben, an dem man sich orientieren kann“, fordert Wermelt. „Grundsätzlich bekommen wir von Seiten der Stadt viel Gegenwind. Wir haben das Gefühl, als würden uns bewusst Knüppel zwischen die Beine geworfen werden.“ Vor allem, wenn man sich anschaue, wie andere freie Träger finanziell unterstützt würden. „Wir investieren sehr viel Kraft, um gegen diese Windmühlen anzukämpfen.“

„Hundstage“

Zum ersten Mal finden heuer im Rahmen des LILALU-Sommerfestivals die „Hundstage“ von Hinterhof.kultur statt. Umsonst & Draußen wird so wie im Olympiapark wird es auf dem ESV-Gelände nicht mehr geben. „Das Bandprogramm können wir in dieser Form nicht mehr finanzieren, weil es zu teuer war und wir hierfür keine finanzielle Unterstützung von der Stadt bekommen haben“, erklärt Wermelt. „Wir sehen uns dem Thema Kultur aber weiter verpflichtet und haben in Zusammenarbeit mit Günter Knoll, einem kulturellen Urgestein, die Hundstage ins Leben gerufen.“

Auf dem Spielplan stehen unter anderem Auftritte von Gogol & Mäx (31. Juli), Helmut Schleich (4. August), der Wellküren (5. August), Gardi Hutter (11. August), Marcus Jeroch & Schroeder (12. August), High Five (17. August), Bidla Buh (18. August), String Of Pearls (18. August), Chin Meyer (24. August) und PauL – Poesie aus Leidenschaft (25. August). Der Vorverkauf für die „Hundstage“ auf dem LILALU-Sommerfestival am Schlosspark hat bereits begonnen. Weitere Informationen und Tickets gibt es im Internet: www.hinterhof-kultur.de.

Weitere Informationen zu LILALU und zu den unterschiedlichen Wortshops gibt es im Internet unter www.lilalu.org.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Neuhausen-Nymphenburg
Woche: 18 - 2011
Autor: SB

ESV München

Margarete-Danzi-Str. 21
80639 München-Nymphenburg

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