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17.11.2009 - 10:23 Uhr
 

In den Himmel wachsen

Wirksame Unterschriftensammlung gegen Baumfällungen in Obermenzing

Münchner Wochenanzeiger : Kahlschlag? Nicht mit uns, meinten die Anwohner rund um das Grundstück Reginbaldstraße 22. In einer Unterschriftenaktion machten sich rund 50 Bürger für diese großen und gesunden Bäume stark und forderten deren Erhalt. (Foto: US)
 
Kahlschlag? Nicht mit uns, meinten die Anwohner rund um das Grundstück Reginbaldstraße 22. In einer Unterschriftenaktion machten sich rund 50 Bürger für diese großen und gesunden Bäume stark und forderten deren Erhalt. (Foto: US)

In einer beispiellosen Unterschriftenaktion forderten 50 Obermenzinger Bürger den Erhalt von insgesamt sieben hoch gewachsenen Nadelbäumen in der Reginbaldstraße 22 nahe der Freseniusstraße, die auf Antrag des Bauherren alle der Kreissäge zum Opfer fallen sollen. Auf dem rund 1000 Quadratmeter großen Grundstück ist ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage geplant.

Ein Vertreter der Bürgerinitiative erzählte in der jüngsten BA-Sitzung: „Wir mussten schon mit ansehen, wie auf dem Grundstück Reginbaldstraße 20 ein Totalkahlschlag vorgenommen wurde. Alle Fällungen waren genehmigt. Das haben wir mit Entsetzen hinnehmen müssen.“ Doch die riesengroßen Bäume auf dem Nachbargrund sollen weiterhin den Himmel wachsen.

Ohne Bäume droht Verdichtung

„Wir bitten Sie, sich der Belange der Baumschutzverordnung anzunehmen und beim dortigen Bauvorhaben der Fällung entgegenzuwirken“, bat der Anwohner stellvertretend für seine Mitstreiter. Es handele sich um wertvolle und gesunde Bäume, die noch dazu in Randlage zum Grundstück stehen. Das legitimiere nicht zur Fällung.

„Es wird sehr viel gebaut in unserer Gegend“, so der Bürger weiter. „Bei den ständig einhergehenden Fällungen befürchten wir eine unnötige Verdichtung unseres Viertels. Denn die Verdichtung ist ohne Bäume nicht mehr aufzuhalten.“

Im Unterausschuss Umwelt und Natur wurde der Fall Reginbaldstraße inzwischen auch diskutiert. Einstimmig unterstützten die Ausschussmitglieder das Bürgeranliegen der 50 Unterschreiber. „Sechs von den sieben Bäumen müssen unbedingt stehen bleiben“, gab Ausschuss-Vorsitzender Willy Schneider bekannt, „denn diese sind nicht vom Bau betroffen.“ Für den zur Fällung freigegebenen Baum müsse unbedingt ein Ersatz gepflanzt werden, meinte er und gab den Fall weiter in den Unterausschuss Bau. Der Vertreter der Bürgerinitiative dazu: „Wir sind dankbar, dass Sie unsere Interessen wahrnehmen.“

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Obermenzing
Woche: 47 - 2009
Autor: US
Artikelkommentare
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Werner Gugetzer (08.12.09)
Ein Stadtteil verdichtet sich nicht von selbst. Die Besitzer der Grundstücke erliegen ihrer eigenen Gier nach Geld. In der Regel Streit um eine Erbaufteilung. Ein Verkauf an einen Bauträger ist nicht Pflicht. Man könnte ja auch an eine Familie mit Kindern verkaufen. Nur die bringen das Geld nicht auf. So einfach ist das.
Eine Ortsbindung der jungen Generation ist Wunschtraum.