| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger München |
| Woche: | 33 - 2010 |
| Autor: | hli |
Krebszellen vermehren sich unkontrolliert und bedrohen so gesundes Gewebe. Ein Weg gegen ihre Ausbreitung könnte in Zukunft direkt über das Innere der kranken Zellen führen.
In enger Zusammenarbeit ist es drei Arbeitsgruppen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und des Exzellenzclusters Nanosystems Initiative Munich (NIM) gelungen, den Wirkstoff Colchicin in konzentrierter Form mit Hilfe von Nanopartikeln direkt in Zellen einzuschleusen. Der Wirkstoff hemmt die Zellteilung und somit die Vermehrung von Krebszellen.
Als Grundlage dienten den Forschern der LMU winzige Partikel mit einem Durchmesser von rund 50 Nanometern (1 Nanometer = 1 Milliardstel Meter), die klein genug sind, um eine Zellmembran zu durchdringen. Damit der Wirkstoff nicht schon vor seinem Ziel auf dem Weg durch den Körper freigesetzt wird, entwickelten die Wissenschaftler eine Art Schutzhülle, die dies verhindert. Die Partikel wurden mit einer Doppelschicht aus Lipidmolekülen überzogen, die die Wirkstoffe erst im Zellinneren entweichen lässt.
Somit können Medikamente gezielt in betroffene Zellen geschleust werden, wodurch eine geringere Dosis nötig ist und auch mögliche unerwünschte Nebenwirkungen reduziert werden können. Das Prinzip sei universell einsetzbar, erklärt Professor Bein: „Colchicin dient hier als ein Beispiel für zahlreiche andere pharmazeutische Wirkstoffe, die auf diese Weise in Zellen eingeschleust werden könnten.“ pm
| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger München |
| Woche: | 33 - 2010 |
| Autor: | hli |
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