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03.02.2010 - 15:42 Uhr
 

Die Gesundheitsfrage - Neurodermitis

Woche 05 - 2010

Münchner Wochenanzeiger : Robert Niemuth, Apotheker
Apotheke West 4, Elsenheimer Str. 49, 
80687 München-Laim, Tel. 089-57877965
 
Robert Niemuth, Apotheker Apotheke West 4, Elsenheimer Str. 49, 80687 München-Laim, Tel. 089-57877965 (Foto: )

Frederike K., 26 Jahre, aus Neuhausen: Seit meinem 14. Lebensjahr leide ich unter Neurodermitis. Damals kam das ganz plötzlich. Vom 22. bis 24. Lebensjahr war sie fast ganz verschwunden und ich war sehr glücklich. Dieses Jahr habe ich jetzt eine neue Arbeit gefunden und jetzt wird es wieder ganz schlimm. Meinen Sie dass mich die neue Situation zu sehr belastet? Oder ist das nur ein vorübergehender Schub? 

Sehr geehrte Frau K.,
Neurodermitis, auch als endogenes Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet, ist eine schubweise auftretende, chronische Entzündungsreaktion der Haut. Die Krankheit kann sehr unterschiedlich verlaufen. So sind sowohl die Abstände der auftretenden Schübe als auch deren Fortbestand im Einzelfall nicht vorhersehbar.
Die Ursachen der Neurodermitis sind bislang nicht vollständig geklärt. Experten sehen ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, Umwelteinflüssen und psychischen Faktoren.
Vor allem Stress und psychische Spannungen verstärken die Krankheit. Bereits normale Belastungen des Alltags können beim Neurodermitiker zu Hautreaktionen führen. Aber auch positive außergewöhnliche Ereignisse können das Hautbild verschlechtern.
Entspannungsübungen tragen deshalb ganz wesentlich zum Behandlungserfolg bei. Möglich sind unter anderem autogenes Training, Yoga, regelmäßige Spaziergänge oder sportliche Aktivitäten wie Radfahren, Walking oder Jogging.
Die Therapie der Neurodermitis setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Die tägliche Basispflege stabilisiert die Barrierefunktion der Haut. Die Pflegeprodukte sollten dabei großzügig aufgetragen werden. Die Behandlung der Hautentzündung richtet sich nach dem Krankheitsverlauf und wird an die Schwere der Symptome angepasst. Zur Verfügung stehen wirkstoffhaltige Cremes oder Arzneimittel zum Einnehmen. Achten Sie auf hautverträgliche Kleidung, rauchen Sie nicht und bevorzugen Sie eine allergenarme Ernährung.

Bei Neurodermitis handelt es sich um eine ekzematöse Hauterkrankung die meist im Kindesalter mit Juckreiz und Rötung der Haut beginnt. Durch den Juckreiz wird gekratzt und ein Teufelskreis beginnt. Die Krankheit breitet sich aus, und durch Sekundärinfektionen mit Pilzen und Bakterien verschlimmert sich das Ekzem. Es entstehen massiv entzündete und schmerzende Hautareale mit Furchen, Runzeln und Linien (Lichenifikation). Die Erkrankung ist nicht ansteckend! Die Veranlagung ist angeboren. Dafür anfällige Kinder haben z. B. Milchschorf und leiden unter erhöhter Infektanfälligkeit. Durch äußere Faktoren wie Impfungen, Allergene, psychische Faktoren und vieles andere geraten das Immunsystem und der körpereigene Stoffwechsel ins Ungleichgewicht.
Da die Ursachen der Neurodermitis sehr vielfältig sind muss ein individuelles Therapiekonzept erstellt werden. Wenden Sie sich an einen Heilpraktiker/in, da Sie diese/r mit natürlich Mitteln ganzheitlich behandelt. Die Behandlung sollte auf mehreren Ebenen mit verschieden Mitteln bzw. Therapien erfolgen. Dadurch wird sowohl der Körperstoffwechsel mit seinen Schwachpunkten als auch der Hautstoffwechsel so reguliert, dass auslösende Faktoren wie Streß z. B. neue Arbeit vom Körper kompensiert werden können.
Wichtig sind:
· ausleitende Maßnahmen mit homöopathischen und Pflanzlichen Mitteln
· Immunsystem stärken, z. B. mit Eigenblutbehandlung
· basische Körperpflege von innen (Ernährung) und außen (z. B. Basenbäder)
· individuelle Regulierung Ihrer persönlichen körperlichen, funktionellen, emotionalen und energetischen Schwachstellen.

Neurodermitis zählt zu einer der drei Erkrankungen des atopischen Formenkreises. Heuschnupfen (allergische Rhinitis) und Asthma bronchiale gehören ebenfalls dazu. Für Neurodermitis gibt es verschiedene „Fachnamen“. Es wird auch von dem atopischen Ekzem, der atopischen Dermatitis gesprochen. Der Grund des Auftretens der Neurodermitis ist bis heute nicht nachgewiesen. Fest steht, dass die Veranlagung dazu genetisch vererbt ist. Genetisch liegt bei einem Teil der Patienten ein Enzym-Defekt zu Grunde, der zu einer Stoffwechselstörung mit Omega-6-Fettsäuren(Linolsäure in Gammalinolensäure)-Mangel führt. Die Omega-6-Fettsäuren sind für eine intakte Hautbarriere mitverantwortlich. Ist diese geschwächt, so können Irritantien und Allergene leichter in die Haut eindringen.
Wichtig ist es, bei der Neurodermitis so genannte »Provokationsfaktoren« zu identifizieren, wie z. B. Allergien, bakterielle Keime oder weitere irritierende Substanzen.
Insofern ist es fraglich, ob Sie an Ihrem neuen Arbeitsplatz eventuell »Allergenen« oder anderen irritierenden Berufsstoffen ausgesetzt sind. Auf der anderen Seite ist sehr wohl bekannt, dass auch Stress, seelische Belastungen oder andere seelische Faktoren einen erneuten Schub der Neurodermitis auslösen können. Deshalb ist es gut vorstellbar, dass der Arbeitswechsel alleine schon einen Schub der Neurodermitis auslösen kann.
Beschwerden wie Entzündungen, trockene, raue Haut, oft mit starkem Juckreiz verbunden, treten auf. Faktoren wie Stress aber auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Klimaveränderungen können die Neurodermitis auslösen, bzw. verstärken.
Eine Verbesserung der Symptome kann durch unterschiedliche Maßnahmen erzielt werden. Die zu Beginn erwähnte Veranlagung bleibt weiterhin bestehen. Neue Schübe können somit auch nach einem langen erscheinungsfreien Intervall, wie bei Ihnen, besonders in Stresssituationen, auftreten.
Bei Anzeichen der Neurodermitis sollten Sie auf jeden Fall einen Dermatologen aufsuchen. Nur durch die Diagnose eines Facharztes, kann eine gezielte Behandlung oder eine Kombination unterschiedlicher Behandlungsformen gefunden werden.

Sehr geehrte Frau Frederike K.,
Neurodermitis kann durchaus durch belastende Umstände auftreten. Da Sie eine neue Stelle haben, sollten Sie besonders darauf achten, dass Sie sich in der Freizeit nicht übernehmen und keine aufregenden Filme ansehen. Auch Rauchen ist schädlich.
Wir empfehlen Entspannungstechniken (Yoga, autogenes Training), beruhigende Musik. Sie müssen Selbstvertrauen gewinnen, lernen Spannungen besser auszuhalten, nach dem „Warum und Woher“ der Hautreaktionen zu fragen.
Äußerst wichtig ist Ihre Ernährung. Von Milch, Milchprodukten und zuckerreichen Lebensmitteln ist abzuraten. Nehmen Sie möglichst vollwertige Ernährung zu sich, meiden Sie Fertigprodukte, da diese Zusatz-, Farb- und Konservierungsstoffe enthalten.
Achten Sie auf die Materialien Ihrer Kleidung: reine Baumwolle, Leinen und Seide.
Für die Hautpflege empfehlen wir wenig Wasser, alkalifreie Waschlotionen und feuchtigkeitsspendende Naturkosmetik. Dazu viel Licht, Luft und Sonne.
Im Reformhaus finden Sie außerdem Zink, Selen, Gamma-Linolensäure. Machen Sie mit diesen Aufbau- und Schutzstoffen eine 3-monatige Kur. Zur allgemeinen Entschlackung empfehlen wir ausscheidungsfördernde Tees oder Frischpflanzensäfte aus Birkenblättern, Brennnessel, Löwenzahn und Zinnkraut.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Woche: 05 - 2010
Autor: red

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Richard Friedel (27.04.10)
Yoga und Heuschnupfen-Atemnot
Ich persönlich habe die allerbesten Erfahrungen bei Atemnot als Auswirkung vom Heuschnupfen mit der Wechselatmung (nadi sodhanna, siehe Anleitung bei Vidya) gemacht. Eine Wirkung der Übung ist eine Steigerung des Einatmungsvolumens. Ich trainierte geduldig solange, dass diese Wirkung eintrat und mit der Wirkung eines Sprays vergleichbar war. Das könnte ein langsamer Prozess sein! Die Wirkung wird aber durch insbesondere indische Studien wissenschaftlich belegt, siehe unten.
Mit der Zeit gelang es mir, die reflektorische Wirkung der Nasenatmung bei der W-Atmung, gegen die Atmnot bei Pollenflug einzusetzen.

Eine Internetrecherche nach der Kombination von „Wechselatmung“, oder „Uninostril beathing“ und „Giemen“ (d. h. wheeze) fordert mit etwas Zeitaufwand den Artikel im „Indian J Allergy Asthma Immunol“ über die Rolle von Pranayama in der Reha von Katiyar und Bihari zutage (http://medind.nic.in/iac/t06/i2/iact06i2p98.pdf).

Im letzten Absatz vor der Literaturliste sprechen die Autoren hier von „Yogaatmung als einer
einer persönlichen preisgünstigen und angenehmen Praxis, die zu wirklich erstaunlichen Ergebnissen führen kann.“

Laut dem Artikel bei http://www.nmcth.edu/nmcj_articles_pdf/volume_wise/nmcj_vol10_no1/kupadhyay.pdf „Effect of alternate nostril breathing exercise on cardiorespiratory functions“
K Upadhyay Dhungel u.a. stellt die yogische Atmung eine nichtkompetitive, preiswerte und genußvolle Routine, die wahrlich erstaunliche Resultate hervorbringt. Im vorletzen Absatz auf S. 26 wird von einem Verbesserung des Peakflows und einer reflexbedingten Entspannung der Muskeln der tracheobronchialbaumes durch Wechselatmung berichtet. RF.