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31.01.2012 - 09:06 Uhr
 

kbo-Kinderzentrum behandelte mit Johanna das 5.000. Schreibaby

Jedes fünfte Baby schreit in den ersten Lebensmonaten übermäßig viel: Ein Teufelskreis entsteht

Münchner Wochenanzeiger : Prof. Dr. Volker Mall, Ärztlicher Direktor am kbo-Kinderzentrum München (links) und  Dr. Margret Ziegler (rechts), Leiterin der Schreibabyambulanz beglückwünschen Familie Kretschmer. (Foto: kbo)
 
Prof. Dr. Volker Mall, Ärztlicher Direktor am kbo-Kinderzentrum München (links) und Dr. Margret Ziegler (rechts), Leiterin der Schreibabyambulanz beglückwünschen Familie Kretschmer. (Foto: kbo)

20 Jahre nach der Gründung durch Prof. Mechthild Papoušek wird in der zum kbo-Kinderzentrum München gehörenden „Münchner Sprechstunde für Schreibabys“ das 5.000. Schreibaby behandelt.

Bis zu 20 Prozent aller Säuglinge schreien in den ersten Lebensmonaten übermäßig viel. Durch das Schreien sind viele Eltern so verunsichert, hilflos und chronisch erschöpft, dass sie nicht mehr auf ihr Kind eingehen und es beruhigen können. Ein Teufelskreis entsteht. Seit 20 Jahren unterstützt die „Münchner Sprechstunde für Schreibabys“ am kbo-Kinderzentrum München betroffene Familien. So auch Familie Kretschmer aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck. Tochter Johanna schrie wochenlang exzessiv, alle Beruhigungsversuche der Eltern scheiterten. Völlig erschöpft haben sich die Eltern an die „Münchner Sprechstunde für Schreibabys“ gewandt. Dort wurde Tochter Johanna jetzt als 5.000. Schreibaby untersucht. „Die Ursachen für übermäßiges Schreien können vielfältig sein und sind bis heute nicht ausreichend erforscht. Deshalb ist es wichtig, dass die Untersuchung des Kindes aus mehreren Gesichtspunkten stattfindet. Den ersten Beratungstermin führen daher immer ein Kinderarzt und ein speziell ausgebildeter Diplom-Psychologe gemeinsam durch“, erklärt Dr. Margret Ziegler, Leiterin der Spezialambulanz am kbo-Kinderzentrum München.

Bei Johanna war der Fall klar: Wie viele Schreibabys war Johanna chronisch überreizt, übermüdet und fand nicht von alleine in den Schlaf. Daher lernen betroffene Eltern in der Schreibabyambulanz zunächst, wie sie ihr Kind in den Schlaf begleiten und wie sie Anzeichen von Müdigkeit erkennen können. „Oft schaukeln und wippen Eltern mit ihrem Kind für Stunden, was kurzfristig hilft, aber bei Schreibabys kontraproduktiv ist. Besser ist, sich mit Kind im Arm hinzusetzen, seinen Kopf zur eigenen Brust zu drehen und eventuell ein leichtes Tuch darüberzulegen, um das Kind vor den zahlreichen Eindrücken zu schützen“, so Dr. Ziegler. Johannas Eltern sind erleichtert: Das viele Schreien und die schlaflosen Nächte haben an ihren Kräften gezehrt. Das kompetente Team der Schreibabyambulanz konnte helfen.

An der „Münchnersprechstunde für Schreibabys“ werden nicht nur sogenannte Schreibabys behandelt, sondern auch Säuglinge und Kleinkinder mit Schlafstörungen, Fütterstörungen, übermäßigem Trotzen oder Klammern. Ein Drittel der Fälle sind Schreibabys, zum größten Teil kommen Eltern, deren Kinder an Schlafstörungen leiden, in die Schreibabyambulanz. Terminvereinbarungen mit Überweisung des Kinderarztes unter Tel. 71 009 - 330.

Kontakt: Kbo-Kinderzentrum München, Heiglhofstr. 63, www.kbo-kinderzentrum.de.

Krisentelefon: Mi, Fr-So 19-22 Uhr, Tel. 0800 - 7 100 900 (kostenfreie Rufnummer).

Das kbo-Kinderzentrum München

Das kbo-Kinderzentrum München besteht aus dem ambulanten Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) und der Fachklinik für Sozialpädiatrie und Entwicklungsrehabilitation. Es ist ein Tochterunternehmen der Kliniken des Bezirks Oberbayern – kbo. Das Sozialpädiatrische Zentrum (etwa 11.000 Kinder pro Jahr) und die Fachklinik für Sozialpädiatrie und Entwicklungsrehabilitation mit 40 Betten (etwa 850 Kinder pro Jahr) sind spezialisiert auf die frühe Diagnostik und Therapie von Entwicklungsstörungen und drohenden oder bereits eingetretenen Behinderungen oder Mehrfachbehinderungen. Experten mit kinder- und jugendärztlichem, psychologischem, therapeutischem, sozialpädagogischem und heilpädagogischem Fachwissen arbeiten engagiert an individuellen Konzepten der Diagnostik und Therapie auf dem Stand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zusammen.  Die Familien werden in die Planung von Diagnostik und Therapie systematisch einbezogen. Sie erhalten Beratung, Behandlung und fachliche Begleitung,um für die betreuten Kinder und Jugendlichen die Integration in die Gesellschaft und damit die Partizipation im Alltagsleben zu erreichen oder aufrecht zu erhalten. Das kbo-Kinderzentrum München mit seinem Sozialpädiatrischen Zentrum und seiner Sozialpädiatrischen Fachklinik für Entwicklungsrehabilitation widmet sich dieser Aufgabe in Kooperation mit universitären Strukturen seit 1969. 

 
Artikelinfo
Ausgabe: Sendlinger Anzeiger
Großhadern
Woche: 05 - 2012
Autor: kas

kbo-Kinderzentrum München

Heiglhofstr. 63
81377 München-Großhadern/Waldfriedhof

Kartenansicht

kbo-Kinderzentrum München

 

 
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