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18.05.2010 - 10:44 Uhr
 

Mal bei Papa, mal bei Mama

Voneinander getrennte Eltern und ihre Kinder für eine sozialwissenschaftliche Studie gesucht

Münchner Wochenanzeiger : Das Team des DJI, das für die Studie verantwortlich ist: v.l. Dipl. Soz. Diane Nimmo, Dr. Michaela Schier (Leiterin) und Dipl. Soz. Anna Proske. (Foto: DJI)
 
Das Team des DJI, das für die Studie verantwortlich ist: v.l. Dipl. Soz. Diane Nimmo, Dr. Michaela Schier (Leiterin) und Dipl. Soz. Anna Proske. (Foto: DJI)

Etwa 300.000 Kinder werden jährlich neu mit der Trennung ihrer Eltern konfrontiert. Die Folge: Immer mehr Kinder und Jugendliche wachsen in verschiedenen Familienwelten auf, manchmal an weit voneinander entfernten Orten. Das Team um Dr. Michaela Schier vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München fragt nun in einer Studie, wie Kinder und Eltern den „mehr-örtigen“ Alltag bewältigen. Aktuell werden noch Teilnehmende für das Forschungsprojekt gesucht.

Über die Folgen von Scheidung oder Trennung für Eltern und Kinder wird viel geforscht. Trotzdem ist Grundlegendes bisher nicht bekannt: Beispielsweise weiß man noch nicht einmal, wie viele Kinder und Jugendliche in Deutschland zwischen ihren Eltern pendeln. Auch ist ungeklärt, wie Kinder es erleben und damit umgehen, hier und dort aufzuwachsen. Unbeantwortet ist bislang ebenso, wie Familien den „mehr-örtigen“ Alltag und das Pendeln der Kinder zwischen den Eltern handhaben und organisieren. Diese Wissenslücken versucht eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen des DJI nun zu schließen.

Neue Ergebnisse erwartet

Die Ergebnisse der Studie werden nicht nur besser verständlich machen, welche alltäglichen Probleme getrennt lebende Eltern und ihre Kinder zu bewältigen haben. Auch die Chancen der neuen Lebenssituation werden deutlich. So nutzen manche Kinder gerade die Unterschiede ihrer familialen Lebensräume für die eigenen Interessen, teils leben Väter ihre Vaterrolle nach der Trennung bewusster. Mütter erleben die Aufenthalte ihrer Kinder bei ihren Vätern manchmal als neue Freiräume für eigene Interessen. Die Resultate der Studie sind zudem für die Politik, die Familienberatung, den Wohnungsbau, die Verkehrsplanung und die Stadtentwicklung wichtig. Denn sie werden zeigen, inwiefern multilokal lebende Familien, finanziell entlastet oder durch Beratung und Dienstleistungen unterstützt werden sollten.

Der Erfolg des Forschungsprojektes ist davon abhängig, dass sich getrennt lebende Eltern und ihre Kinder melden, die bereit sind, den Forscherinnen Einblicke in ihren Familienalltag zu gewähren. In den Familien sollte mindestens ein Kind leben, das mal bei der Mutter, mal bei dem Vater übernachtet – wie oft ist unerheblich. Gesucht werden sowohl Familien, in denen die Elternteile weit voneinander entfernt leben, als auch solche, die weiterhin nahe beieinander wohnen.

Interessierte Familien melden sich bitte telefonisch oder per Email bei Michaela Schier oder Anna Proske. Weitere Informationen zur aktuellen Studie finden sich im Internet unter www.dji.de/multilokale_familie.

 

 

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
München
Woche: 20 - 2010
Autor: red
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