| Ausgabe: | Werbe-Spiegel München |
| Woche: | 30 - 2010 |
| Autor: | RP |
Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu – der Start ins Berufsleben steht vor der Tür. Viele Jugendliche stehen dann vor einer der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens: der Berufswahl. Und die hat es in sich. In Deutschland gibt es etwa 350 zugelassene Ausbildungsberufe, ungefähr 120 davon entfallen allein auf das Handwerk. Aus dieser Fülle an Möglichkeiten das Richtige für den um Rat suchenden Berufsanfänger zu finden, hat sich die Handwerkskammer (HWK) zur Aufgabe gemacht. Ein Gespräch mit dem Ausbildungsberater der HWK kann den entscheidenden Impuls bringen, in welche Richtung sich die Ausbildungswahl entwickeln könnte, welche Chancen man hat und ob es Sinn macht, den angestrebten Berufswunsch auch zu verwirklichen.
Alexander Dietz, Ausbildungsberater der HWK München, kennt die Ängste und Unsicherheiten der Schulabgänger genau: „Die Jugendlichen müssen sich früh entscheiden und brauchen dringend Unterstützung bei der Berufswahl.“ Im Gespräch mit dem Schulabgänger findet er heraus, welche Neigungen, Interessen oder Stärken der zukünftige Azubi mitbringt und welcher Handwerksberuf geeignet wäre. Wichtig ist ihm dabei auch, dem Jugendlichen Alternativen zu bieten, falls der angestrebte Beruf aufgrund fehlender Ausbildungsbetriebe nur mit Anstrengung und räumlicher Entfernung zu erreichen wäre oder so überlaufen ist, dass eine Bewerbung nicht viel Aussicht auf Erfolg hätte. „Der populärste Berufswunsch im Handwerk bei Jungen ist nach wie vor der Kfz-Mechaniker oder Mechatroniker, bei Mädchen Friseurin. Auf Lehrstellenangebote in diesem Bereich kommen extrem viele Bewerber. Da kann ein branchenverwandter Ausbildungsberuf mehr Chancen bringen", erklärt er.
Viele Handwerksberufe seien für die Jugendlichen auf den ersten Blick eher unattraktiv, so Dietz, aber mehr Information wecke die Neugier und könne Alternativen schmackhaft machen. Gerade Nischenberufe wie z.B. Hörgeräteakustiker, Optiker oder Orthopäden bieten spannende Möglichkeiten, eigene Talente einzubringen – und auch eine Lehrstelle vor Ort zu finden. „Ganz wichtig ist nach wie vor das Praktikum. Hier kann ich herausfinden, ob ich für den Beruf geeignet bin und ob er mir auch Spaß macht“, erklärt Alexander Dietz. „Bei guter Leistung und erkennbarem Willen habe ich dann vielleicht den Ausbildungsvertrag schon in der Tasche. Wichtig, neben der praktischen Erfahrung im gewünschten Ausbildungsberuf, ist auch die Verfügbarkeit. Wer sich informiert, welche Ausbildungsbetriebe in der näheren Umgebung einen Lehrling suchen, kann überraschende Alternativen entdecken und wird auf Berufsbilder aufmerksam, die sonst nicht im eigenen Aufmerksamkeitsbereich lägen.“
Die Zukunft liegt dabei ganz auf der Seite der jungen Schulabgänger, denn Demografen prognostizieren einen Rückgang junger, gut ausgebildeter Fachkräfte in Deutschland. Eine fundierte Berufsausbildung im Handwerk bietet, auch und gerade wegen den hervorragenden Weiterbildungsmöglichkeiten, eine sichere Perspektive. Alexander Dietz: „Nach erfolgreichem Abschluss der Lehre kann man sich bis zum Meister qualifizieren und anschließend studieren. Vielen Handwerksbetrieben werde in der Zukunft der Nachwuchs fehlen. So sieht das Handwerk eine seiner wichtigsten Aufgaben darin, die nächste Generation Facharbeiter auszubilden.“ Als „Auffangbecken“ für Schüler mit schlechten schulischen Leistungen, oft aus der Hauptschule, sieht sich das Handwerk jedoch auf keinen Fall. Nachdem im Handwerk immer mehr Technik Einzug hält, ist eine solide Schulausbildung das A und O. „Schule ist ja auch während der Ausbildung wichtig“, so Alexander Dietz. Er erkennt die Leistung des Hauptschülers an: „Ein Quali ist auch nicht so einfach zu schaffen. Es muss nicht immer der höhere Bildungsabschluss sein.“ Trotzdem bietet das Handwerk auch denjenigen eine Chance, die mit schlechten schulischen Bedingungen starten. Die sogenannte Einstiegsqualifizierung bietet dem Ausbildungsbetrieb die Möglichkeit, den Ausbildungsanwärter im Zeitraum eines Jahres zu testen und ihn, bei Eignung, dann in ein Ausbildungsverhältnis zu übernehmen. Auch hier macht der Gang zum Ausbildungsberater der HWK Sinn.
Das Onlineportal der HWK (www.hwk-muenchen.de) präsentiert viele Tipps und Informationen rund um das Thema „Ausbildung im Handwerk“. Unter dem Motto „Macher gesucht“ bietet der Link www.lehrlinge-fuer-bayern.de Einblicke in Ausbildungsberufe und einen Test zur Berufsorientierung. Weitere Informationen bei der Handwerkskammer München, Max-Joseph-Str. 4, 80333 München, Tel. 5119-0. Ausbildungsberater Alexander Dietz ist zu erreichen unter alexander.dietz@hwk-muenchen.de.
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel München |
| Woche: | 30 - 2010 |
| Autor: | RP |
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