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05.07.2010 - 15:31 Uhr
 

Turnhalle wird sofort untersucht

Ob die "Schrobenhausener Schulsporthalle" abgerissen oder saniert wird, entscheidet sich 2011

Münchner Wochenanzeiger : Die Sporthalle an der Schrobenhausener Straße ist marode. Frühestens in drei Jahren kann mit der Sanierung oder einem Neubau begonnen werden. (Foto: tg)
 
Die Sporthalle an der Schrobenhausener Straße ist marode. Frühestens in drei Jahren kann mit der Sanierung oder einem Neubau begonnen werden. (Foto: tg)
Münchner Wochenanzeiger : Johanna Marek und Rupert Knödl, Rektoren der Schulen an der Schrobenhausener Straße, freut, dass die Schäden an der Turnhalle sofort untersucht werden. (Foto: tg)
 
Johanna Marek und Rupert Knödl, Rektoren der Schulen an der Schrobenhausener Straße, freut, dass die Schäden an der Turnhalle sofort untersucht werden. (Foto: tg)

Die Turnhalle der „Schrobenhausener Schule“ bleibt dicht. Noch vor wenigen Tagen wiegelte das Schulreferat ab: Es gäbe keinen Grund dafür, die Sportstätte der Grund- und Hauptschule an der Schrobenhausener Straße zu sperren. Der Aufenthalt in der Halle sei nicht gefährlich. Niemand müsse sich Sorgen machen. Im Hinblick auf die zu erwartende Schneelast im kommenden Winter sei allerdings geplant, die Statik während der Sommerferien zu untersuchen. Auf Druck von allen Seiten – Schulleitung, Eltern, BA Laim, CSU-Stadtratsfraktion – sieht sich das Schulreferat nun doch veranlasst, sofort feststellen zu lassen, ob die Korrosion an der Decke der Statik bereits derartig zugesetzt hat, dass Gefahr für Leib und Leben der Menschen besteht, die sich in der Halle aufhalten. Die Eltern sollen noch vor den Ferien schriftlich vom Schulreferat über das Ergebnis der Untersuchung informiert werden. Ob die Halle am Ende abgerissen oder umfassend saniert werden müsse, hänge von einem weiteren Gutachten ab. Das sei beim Baureferat in Auftrag gegeben worden, so das Schulreferat. Das Ergebnis werde voraussichtlich im Herbst 2011 vorliegen. Ein Jahr werde die Untersuchung, eineinhalb Jahre die Planung dauern. Darauf müssten sich Schulleitung und Eltern einstellen, erklärte Eva-Maria Volland, Pressesprecherin des Schulreferats. Das Referat sei aber bemüht, eine Zwischenlösung zu erarbeiten.

 

„Erst alle Bedenken ausräumen“

 

Wie der Werbespiegel berichtete, hatten Johanna Marek, Rektorin der Grundschule und Rupert Knödl, Rektor der Hauptschule, die gemeinsam genutzte Turnhalle für den Sportunterricht gesperrt, nachdem in der Decke neue Risse entdeckt worden waren. Um die Sicherheit der Kinder nicht zu gefährden, wollten sie Aufenthalte in der Halle nicht mehr verantworten. Bei einem neuerlichen Ortstermin mit Vertretern des Bau- und des Schulreferates, den Schulleitern, Eltern und den Experten eines Ingenieurbüros hatten Marek, Knödl und die Eltern ihre Bedenken und ihre Ängste geschildert. Dass die Halle nun alsbald „handnah“ von einem Gerüst aus untersucht werden wird – ist für die Schulleiter und die Eltern ein erster Erfolg. Johanna Marek: „Wir sind froh, dass das Gutachten gleich erstellt wird, weil wir danach genau wissen, wie wir weitermachen sollen.“ Sie bleibt indes dabei: „Die Halle wird erst dann wieder genutzt werden, wenn alle Bedenken ausgeräumt sind.“ Rupert Knödl ist mit dem Zwischenergebnis sehr zufrieden: „Das trägt sicher zur Beruhigung der Eltern bei.“ Dass die noch vor den Ferien vom Schulreferat in einem verständlichen Schreiben über den Zustand der Turnhalle informiert werden sollen, ist in seinem Sinn: „Das ist der direkte Weg.“

 

„Warum erst jetzt?“

 

Angelika Mayer, Vorsitzende des Elternbeirates der Grundschule, ist skeptisch. Sie fragt sich, ob der Brief die Eltern wirklich noch vor den Ferien erreichen wird. Doch auch Mayer sagt: „Es bewegt sich was.“ Allerdings auch: „Warum erst jetzt?“. Seit 2007 sei in Sachen der Turnhalle nichts passiert. Damals war sie bereits für mehrere Monate wegen Einsturzgefahr gesperrt. Stahlträger waren ins Dach eingezogen und zwei Drittel der Kiesmenge vom Dach entfernt worden, um die Statik des Gebäudes zu entlasten. Aber das war’s dann auch. Die Halle blieb undicht. Es regnet durch. Der dadurch entstehende Geruch belästige Kinder und Erwachsene. Die Eltern fürchten um die Gesundheit ihrer Kinder. Ganz zu schweigen von der Angst, die Decke könne herunterkommen. Die Bilder der eingestürzten Eissporthalle in Bad Reichenhall sind den Eltern vor Augen.

„Keine ausreichenden Informationen“

Mit einem Dringlichkeitsantrag hat die CSU-Stadtratsfraktion auf die „berechtigten Sorgen der Eltern“ reagiert. Die Christsozialen wollen wissen, wie es um die Statik und den baulichen Zustand der Halle wirklich bestellt ist, welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden und wie es weitergehen soll. Stadträtin Beatrix Burkhardt (CSU) kritisiert, dass die Betroffenen bislang keine Informationen vom Schulreferat erhalten haben. Sie könne die Sorgen der Eltern nachvollziehen. „Die haben Angst. Auch ich würde Panik bekommen.“ Bei der Sitzung des Schul- und Sportausschusses mit dem Zentralen Immobilien-Management der Stadt, den Schulleitern, Eltern, Vertretern des Bau- und Schulreferates, so Burkhardt, hätten sich alle Beteiligten darauf geeinigt, den baulichen Zustand der Halle sofort prüfen zu lassen. Damit ist die Stadträtin zufrieden. „Ich gehe davon aus, dass das jetzt in Ordnung geht.“

Für die Schülerinnen und Schüler der „Schrobenhausener Schule“ heißt das: Sie müssen zum Sport auf nicht absehbare Zeit den kleineren Gymnastikraum und den Sportplatz nutzen. Weil das Schulhaus schon bald energietechnisch saniert werden soll, müssen sich Schüler und Lehrer überdies darauf einstellen, dass es laut und eng werden wird. Erst kürzlich hatten sich die Schulleitungen wegen der Raumnot in einem Hilferuf an den BA Laim gewendet. Der will sich in seiner nächsten Sitzung auch dieses Problems annehmen.

 

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Laim
Woche: 27 - 2010
Autor: TG
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