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27.07.2010 - 08:30 Uhr
 

„Schulgarten“ in Freiham

Klasse der Wiesentfelser Grundschule beim Agropolis-Projekt

Münchner Wochenanzeiger : Unkraut jäten war ganz okay, aber das Gießen machte den Erstklässlern doch noch deutlich mehr Spaß! (Foto: Eva Schraft)
 
Unkraut jäten war ganz okay, aber das Gießen machte den Erstklässlern doch noch deutlich mehr Spaß! (Foto: Eva Schraft)
Münchner Wochenanzeiger : Mit ihren Lehrerinnen Gerti Sedlmayr (links) und Beate Eckhardt waren die Mädchen und Jungen der 1b zum Krautgarten nach Freiham gekommen. (Foto: Eva Schraft)
 
Mit ihren Lehrerinnen Gerti Sedlmayr (links) und Beate Eckhardt waren die Mädchen und Jungen der 1b zum Krautgarten nach Freiham gekommen. (Foto: Eva Schraft)
Münchner Wochenanzeiger : Viele lernen konnten die Kinder bei der Gartenarbeit von ihren beiden Lehrerinnen und Landschaftsarchitekt Florian Otto. (Foto: Eva Schraft)
 
Viele lernen konnten die Kinder bei der Gartenarbeit von ihren beiden Lehrerinnen und Landschaftsarchitekt Florian Otto. (Foto: Eva Schraft)

Unter dem Namen „Agropolis München“ hat ein junges Team von Landschaftsarchitekten, Stadtsoziologen, Architekten und Stadtplanern Ende vergangenen Jahres den Wettbewerb „open scale“ der Stadt München gewonnen. Zum „Team Agropolis“, das die Vision verfolgt, Landwirtschaft in die Stadtplanung zu integrieren, gehört auch der Landschaftsarchitekt Florian Otto, der wiederum das Modellprojekt eines Agrikulturparks in Freiham beim Bezirksausschuss (BA) Aubing-Lochhausen-Langwied Anfang des Jahres vorgestellt hatte. Nachdem heuer, sozusagen als Initialzündung, erstmals ein Krautgarten in Freiham angelegt wurde, wandte sich Florian Otto an den BA-Vorsitzenden Josef Assal mit der Bitte, einen Kontakt zur nächstgelegenen Schule herzustellen – so kam es, dass Erstklässler der Wiesentfelser Grundschule nach Freiham kamen, um Unkraut zu jäten und Gemüse zu gießen.

Nachdem Christiane Steudemann, Rektorin der Grundschule an der Wiesentfelser Straße von dem Pilotprojekt erfahren hatte, wandte sie sich gleich gezielt an zwei ihrer Lehrerinnen: An die Umweltpädagogin Gerti Sedlmayr sowie an Beate Eckhardt, die seit vielen Jahren das Wahlfach „Schulgarten“ anbietet und sich darüber hinaus sehr für dessen Gestaltung einsetzt. So starteten die beiden Lehrerinnen mit der Klasse 1b einen Ausflug der besonderen Art: Zu Fuß durch Straßen, Felder und Wege erreichten sie in einem Stück noch unbebauter Natur direkt neben einem Waldstück im künftigen Stadtgebiet Freiham-Nord einen Krautgarten, liebevoll angelegt mit Salat, Blumenkohl, Kräutern, Kohlrabi und Zucchini.

Jäten und Gießen

Florian Otto vom Landschaftsarchitekturbüro „bauchplan“ erwartete die Schülerinnen und Schüler bereits, um den Kindern anschaulich zu erklären, welche Gemüsesorten im Krautgarten wachsen – und dass das Jäten und Gießen eine notwendige Arbeit ist, um leckeres Gemüse zu ernten. „Gesagt, getan, die Kinder machten sich mit Feuereifer an die Arbeit“, erzählt Gerti Sedlmayr, „doch zuerst mussten sie den Unterschied zwischen Gemüse und Unkraut lernen. Anfangs wollten sie den Salat ausreißen und nicht die vielen kleinen Unkräuter rundherum.“ Dann aber hatten es alle Mädchen und Jungen verstanden und es wurde tüchtig gearbeitet. Das Gießen machte dann noch mehr Spaß und ein Picknick sowie Spiele auf der Wiese rundeten den Besuch dieses einmaligen Projekts ab.

In einem Brief an Florian Otto drückten die Kinder einige Tage später ihre Begeisterung aus. Sie zeichneten das Gemüse und beschrieben ihre Arbeiten im Krautgarten. „So macht der Sachkundeunterricht Lehrern und Kindern richtig Spaß“, betont Gerti Sedlmayr, und fordert: „Lasst zwischen den Häuserschluchten unserer Stadt München noch Platz für die Landwirtschaft, sodass Kinder und erwachsene Stadtbewohner die Möglichkeit haben, Patenschaften über einen Garten zu übernehmen, etwas langsam wachsen zu sehen, die Pflanzen zu versorgen und schließlich das reife Gemüse zu ernten und zu genießen!“.