| Ausgabe: | SamstagsBlatt Sendling |
| Woche: | 09 - 2011 |
| Autor: | AG |
"Power_m hat mir Wurzeln und Flügel gegeben," lautete das Fazit von Franziska Kuhn-Häderli, die im vergangenen Jahr an dem Modellprojekt "Perspektive Wiedereinstieg" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend teilgenommen und den Wiedereinstieg in das Berufsleben geschafft hat. Heute studiert sie Sinologie auf Teilzeit. Dies ist ein Beispiel für die erfolgreiche Rückkehr in die Berufswelt. Anlässlich des zweijährigen Bestehens des Münchner Teilprojektes "power_m" fand nun eine Informationsveranstaltung des Referats für Arbeit und Wirtschaft München statt.
Der Wiedereinstieg in das Berufsleben nach einer mehrjährigen Familienzeit betrifft meist nicht nur eine einzelne Person, sondern ebenso auch die anderen Familienmitglieder. Der Münchener Projektverbund "power_m" (Profiling und Orientierung für WiedereinsteigerInnen in der Region München) bietet sowohl individuelle Beratungen, die die Veränderung in Bezug auf die Familie bertreffen, als auch Unterstützung bei der Stellensuche und ein Bewerbungstraining an. Neben Martina Helbing von der Frauenakademie München, die die erfolgreiche Umsetzung des 2009 gestarteten Projekts darstellte, erläuterte Susanne Grohs-von Reichenbach, power_m Sprecherin der Volkshochschule München, die Teilnahmebedingungen.
In den letzen zwei Jahren hat das Projekt, das mit über 1,5 Millionen Euro vom Europäischen Sozialfond und mit ungefähr 1 Million Euro von der Agentur für Arbeit München finanziert wird, 818 Frauen und neun Männern betreut. Ein Drittel dieser Personen hat bereits wieder einen Arbeitsplatz gefunden, ein weiterer großer Teil von rund 27 Prozent hat sich selbständig gemacht.
Teilnehmer des Projektes sind Mütter und Väter, die nach einer mindestens dreijährigen beruflichen Auszeit wieder in das Arbeitsleben eintreten möchten, oder nach einer Elternzeit nicht mehr die Möglichkeit haben, zum ehemaligen Arbeitgeber zurückzukehren. Häufig zweifeln Wiedereinsteiger daran, ob ihre Qualifikationen noch den angestrebten Zielen entsprechen, wie man Beruf und Familie organisiert, ohne dass ein Teil davon auf der Strecke bleibt. Bei diesen Fragen steht power_m hilfreich zur Seite. Es werden "Kompetenzwerkstätten", in denen die eigenen Kompetenzen sichtbar gemacht werden und Qualifizierungskurse für die Arbeit am Computer angeboten. Dabei legt das Team vor allem Wert auf familienfreundliche Zeiten.
Das neue Teilprogramm von Power_m "Mentoring", das von Angela Birner von der Frauenakademie vorgestellt wurde, bietet Wiedereinsteigerinnen die Möglichkeit mit Frauen in Kontakt zu treten, die ihren Wiedereinstieg bereits erfolgreich gemeistert haben. Diese partnerschaftliche Beziehung auf Zeit schafft für die Rückkehrer in die Berufswelt eine Plattform, auf der sie von erfahrenen Mentorinnen unterstützt und auf ihre persönlichen Bedürfnisse eingegangen wird.
Die Finanzierung des deutschlandweiten Projektes "Perspektive Wiedereinstieg" läuft noch bis Februar 2012. Wie es danach weiter geht, ist noch unklar. Aber das Team von "power_m" hofft dennoch vielen Wiedereinsteigern im nächsten Jahr helfen zu können und, wie Franziska Kuhn-Häderli betonte, "die Hoffnung geben, dass auch mit ihnen etwas passieren könne."
| Ausgabe: | SamstagsBlatt Sendling |
| Woche: | 09 - 2011 |
| Autor: | AG |
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