| Ausgabe: | Werbe-Spiegel |
| Woche: | 15 - 2011 |
| Autor: | red |
Jeder siebte 18-bis 24-Jährige in der Europäischen Union hat entweder keinen Schulabschluss oder nur einen Abschluss der Sekundarstufe I ohne weiterführende Schul- oder Berufsausbildung. Die Abbrecherquote liegt damit im Schnitt in der EU bei über 14 Prozent, in Deutschland bei gut 11 Prozent.
Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen diese Quote bis 2020 europaweit unter 10 Prozent senken, um damit auch die hohe Jugendarbeitslosigkeit abzubauen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sich jedes EU-Land eine ehrgeizige nationale Zielmarke setzen und seine Bildungsanstrengungen intensivieren. Deutschland als bevölkerungsreichstes Land und größte Volkswirtschaft könnte sich hier als Antrieb für die restlichen EU-Staaten erweisen.
Die jüngste PISA-Studie aus dem Jahr 2010 zeigt, dass noch immer fast ein Fünftel aller 15-Jährigen nur auf Grundschulniveau lesen und rechnen kann. Diesen sogenannten Risikoschülern fällt der Übergang in eine berufliche Ausbildung schwer, und sie können die Anforderungen dort oft nicht bewältigen. Deshalb muss der Staat dafür sorgen, dass die Schulen über eine individuelle Förderung der Jugendlichen alle Talente und Potenziale ausschöpfen können. Bei Lernschwächen muss ein spezieller Förderunterricht angeboten werden.
Der von der Wirtschaft initiierte Nationale Ausbildungspakt unterbreitet jedem Jugendlichen, der kann und will, ein Angebot auf eine berufliche Qualifizierung. Lernschwächere erhalten künftig ein spezielles Angebot: eine betriebliche Einstiegsqualifizierung mit einer gezielten Förderung (EQ Plus). Die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen muss ausgebaut werden: Durch Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen können Jugendliche praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln, Berufe kennenlernen und ihre Chancen in den Unternehmen erkunden. Unternehmen können nach geeignetem Nachwuchs Ausschau halten und sich als interessante Arbeitgeber präsentieren.
In den meisten EU-Ländern wird ein Berufsabschluss durch eine rein schulische Ausbildung erworben. Die praktischen Erfahrungen einer realen Arbeitssituation fehlen den Berufseinsteigern, und der Übergang in den Arbeitsmarkt gelingt häufig nicht. Die duale Berufsausbildung ist dagegen ein wirksames Instrument, um Jugendarbeitslosigkeit zu reduzieren und die Fachkräftebasis für die Unternehmen zu sichern.
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel |
| Woche: | 15 - 2011 |
| Autor: | red |
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