| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Lochham |
| Woche: | 19 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
Seit zwei Jahren besteht die Initiative der Lehrlingsförderung für die Volksschule Lochham bereits. Die kleine Gruppe von vier Erwachsenen klinkt sich am Anfang des letzten Hauptschuljahres ein, bietet den Schülern Hilfe bei der Entscheidung für einen Beruf und hilft intensiv bei der Lehrstellensuche.
Die Initiatorin und Gründerin Edeltraut Wegscheider erinnerte sich an die Anfänge der ehrenamtlichen Arbeit: „Ich sah im Bekanntenkreis, wie dringend die Jugendlichen in dem Alter jemanden an ihrer Seite brauchen, um diese riesengroßen Entscheidungen wie Schulabschluss und Lehrstellensuche zu meistern.“
Gerade wenn die Weichen für die Zukunft gestellt würden, befänden sich die Jugendlichen oft in einem schwierigen Ablösungsprozess von den Eltern und orientierten sich lieber an anderen, so Wegscheider. „In der Zeit hilft ein außen stehender Erwachsener sehr.“
Berufscoaches mit viel Leidenschaft
Im vergangenen September hätten sich immerhin 17 von 20 Schülern bei den Berufscoaches gemeldet. „Im Weiteren sind neun übriggeblieben, denen wir sehr erfolgreich eine Lehrstelle vermitteln konnten“, freute sich Gerhard Hunger von der Initiative.
Am Anfang stünden viele Gespräche, „bis klar ist, was die Jugendlichen wollen und sie ihre Stärken und Schwächen richtig einschätzen können“, meinte er weiter. Das sei alles andere als einfach. Danach würde es aber nicht unbedingt leichter, wenn es um einen passenden Praktikumsplatz und anschließend eine Lehrstelle ginge.
Doch der pensionierte Großhandelskaufmann hat in seinem Berufsleben in so manche Branche hineingerochen und war am Schluss Vertriebsleiter bei einem pharmazeutischen Unternehmen. „Ich kenne viele berufliche Wege und kann „meine“ Jugendliche“ ganz gut motivieren.“ Auch Wegscheider nutzt ihre beruflichen Kontakte als Selbstständige im Bereich Personal- und Rechnungswesen hervorragend für ihr Ehrenamt.
Meist für mehr als ein Jahr
„Der Bedarf bei den Jugendlichen ist groß. Leider sind wir viel zu wenige, um das alles abzudecken“, bedauerte sie. Idealerweise kümmere sich ein Coach um einen Jugendlichen. Auch deswegen, damit sich der Aufwand für die Coaches in Grenzen halte.
„Wir brauchen noch wenigsten fünf Freiwillige“, wünschte sie sich. Besondere Fähigkeiten seien nicht vonnöten. „Man sollte gut zuhören, sich am Lehrlingsmarkt zurechtfinden, keine Schwierigkeiten mit Bewerbungsformalitäten haben und Kontakte zur Lehrlingsfirmen für den oder die Jugendliche aufbauen können.“
Jemand, der schon erfolgreiche Berufsjahre hinter sich hat, könne dies alles ganz automatisch, so Hunger. „Die Berufscoaches müssen sich nur im Klaren darüber sein, dass sie den Jugendlichen für mindestens ein Jahr zur Seite stehen müssen. Meist sogar noch darüber hinaus. Doch es lohnt sich. Wir bekommen so viel zurück.“
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Lochham |
| Woche: | 19 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
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