| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Laim |
| Woche: | 34 - 2010 |
| Autor: | TG |
„Die Sicherheit der Schulkinder ist nicht gefährdet.” Das teilte das Schulreferat kurz vor Beginn der Ferien den Rektoren der Schule an Laims Schrobenhausener Straße mit. Am 14. September, zum Schulbeginn, könne die Turnhalle ohne Gefahr für die Kinder benutzt werden. Das hatten Eltern und die Schulleiter zuvor bezweifelt. Sie empfanden den baulichen Zustand der Halle als marode. Ihnen wurde die Sicherheit der Halle jedoch nach einem weiteren Statik-Check garantiert. Das Ergebnis dieser Untersuchung sollten sie vor den Sommerferien schriftlich erhalten. Darauf warten die Eltern allerdings heute noch. Auf eine dementsprechende Nachfrage erklärte die Pressesprecherin des Schulreferats, Eva-Maria Volland, der Brief solle erst nach den Ferien verschickt werden. Volland: „Wie erwartet, gibt es in der Halle keine statischen Probleme.“ Trotz dieser Einschätzung, sei von den zuständigen Stellen entschieden worden, die obere Bitumenschicht des Flachdaches zu reparieren. Es handele sich um eine kleinere Reparatur, die während der Ferien ausgeführt werde. Seit die Kiesschicht auf dem Hallendach teilweise abgetragen worden sei, dringe an mehreren Stellen Wasser ein. Das solle mit „geringem Aufwand“ behoben werden.
„Es tropft von der Decke“
Johanna Marek, die Rektorin der Grundschule und Rupert Knödl, der Rektor der Hauptschule, hatten die gemeinsam genutzte Turnhalle für den Sportunterricht gesperrt, nachdem in der Decke erneut Risse entdeckt worden waren (der Werbe-Spiegel berichtete). Um die Sicherheit der Kinder nicht zu gefährden wollten sie deren Aufenthalt in der Halle nicht mehr verantworten. Bereits 2007 war die Halle wegen Einsturzgefahr für mehrere Monate geschlossen worden. Stahlträger waren ins Dach eingezogen und zwei Drittel des Kieses, der auf dem Dach lag, von dort entfernt worden. Das sollte die Statik des Gebäudes entlasten. Seither regnet es durch. Deshalb warnt ein Anschlag: „Vorsicht!!! Unfallgefahr wegen Wasserpfützen. In der Turnhalle tropft es von der Decke.”
Hilfesuchend hatten sich Marek und Knödl an den Bezirksausschuss Laim (BA 25) gewandt. Die altersschwache Halle und die Raumnot an den Schulen – sie stecken unter einem Dach – bereiteten ihnen große Sorge. Der Schulbetrieb sei nur mit Mühe aufrecht zu erhalten, erklärte Knödl. Denn überdies sei vorgesehen, von August an das Schulgebäude zu dämmen und die Heizanlage zu erneuern. „Wir haben keine Räume zum Ausweichen!“ Der Unterausschuss Schule machte sich daraufhin selbst ein Bild vom Zustand der Schulen. Danach stufte das Gremium die baulichen und räumlichen Mängel als so gravierend schlecht ein, dass es beschloss, zur folgenden Sitzung einen kompetenten Vertreter des Schulreferates einzuladen. Der sollte mit den Sorgen der Schulleiter konfrontiert werden. Der für einen zuständigen Mitarbeiter des Referats reservierte Platz blieb jedoch leer. Erst am Nachmittag vor der Sitzung war BA-Vorsteher Josef Mögele (SPD) mitgeteilt worden, es werde kein Abgesandter des Schulreferates an dem Treffen des Stadtteilparlamentes teilnehmen.
„Keine Planungen im Schulbereich“
„Das empfinde ich als Brüskierung“, erregte sich der Vorsitzende der CSU-Fraktion, Peter Stöckle. Kurz vor der Versammlung abzusagen, sei mehr als nur ärgerlich. Es bedeute: „Die wollen sich unseren Fragen nicht aussetzen!“ Lisbeth Haas (Grüne), Kinder- und Jugendbeauftragte des BA, berichtete von einem Treffen mit Mitarbeitern des Schulreferats Mitte Juli dieses Jahres. Dabei hatte der UA Schule, Soziales, Sport ein Schreiben erhalten, das Auskunft über die künftigen städtischen Pläne für Laim geben sollte. Haas: „Wir waren sehr entsetzt. Es gibt für Laim keine Planungen im Schulbereich. Die wissen von gar nichts.“ Josef Mögele, der Vorsteher des BA 25, versuchte den Unmut im Plenum über das Schulreferat zu dämpfen: „Das Schulreferat muss jetzt erst mal nachdenken.“ Dort gebe es Unruhe, weil an vielen Stellen die Planungen vom aktuellen Bedarf überholt worden seien. Dazu erklärte Alexandra Gaßmann (CSU): „Erst wurde die Entwicklung verschlafen und jetzt sitzt man es aus. Es passiert nichts.“ Mögele plädierte dafür, das Schulreferat solle bis zur Sitzung im September „klar sagen”, was gespielt werde. Er sei allerdings für moderate Töne: „Wir brauchen die Unterstützung des Schulreferates.“
Rupert Knödl begrüßt, dass das Hallendach repariert wird. Er hofft, dass Pfützen und Wischlappen danach Vergangenheit sind. Aber: „Eigentlich ist es um jeden dafür ausgegeben Euro schade. Wir hatten gehofft, dass die Spitzhacke angreift und eine neue Turnhalle entstehen kann.“ Nach wie vor wünschten sich seine Kollegin und er für den Übergang eine Containerlösung, um die Raumnot in den Griff zu bekommen. „Das wäre ganz sicher kein Luxus.“ Ein Funken Hoffnung für den Neubau einer Turnhalle gibt es noch. Eva-Maria Volland erklärte, es sei noch nicht entschieden, ob die Halle umfassend instandgesetzt oder abgerissen werde. Das solle erst eine Untersuchung klären, die Im Herbst beginnen und circa ein Jahr dauern werde.
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Laim |
| Woche: | 34 - 2010 |
| Autor: | TG |
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