| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger Sendling |
| Woche: | 33 - 2010 |
| Autor: | kdk |
Schule ist das Eine, nicht jedem fällt das Lernen leicht - Arbeit ist das Andere, viele haben Spass an praktischem Tun und entwickeln sich zu engagierten, zuverlässigen Mitarbeitern. Dazwischen liegt die Frage nach dem richtigen, geeigneten Beruf und schließlich der Bewerbung beim künftigen Arbeitgeber. Für viele Jugendliche in diesen Zeiten ein schwieriges Unterfangen.
Die Hauptschule an der Implerstraße will ihren Schulabgängerinnen und Schulabgängern den Übergang von der Schule in die Berufswelt erleichtern und sie rechtzeitig auf die Praxis vorbereiten. Schulleiterin Nicola Mehl, Lehrerin Verena Birndorfer und Susanne Schneider von der Schulsozialarbeit, ergriffen nun die Initiative und wandten sich an die örtlichen Betriebe mit der Bitte um eine Kooperation.
Der Kooperation sehr aufgeschlossen zeigte sich Werner K. Ostheimer, der u. a. das bayrische Wirtshaus "Spektakel" in der Pfeuferstraße betreibt. Er will den interessierten Schülern die Möglichkeit eines "Schnuppertages" und gegebenenfalls eines Praktikums in seinem Betrieb bieten. Dabei wird das Berufsbild des Kochs bzw. Köchin genauso angeboten wie die Tätigkeiten im Service. Die Jugendlichen werden die durchaus anspruchsvollen Voraussetzungen in diesen Bereichen kennenlernen und frühzeitig feststellen, ob sie diesen Herausforderungen gewachsen sind. Gerade im Küchenbereich wird so manche Vorstellung, die durch die vielen TV-Kochsendungen aufkommen, wieder relativiert werden. In der Küche ist Genauigkeit, Schnelligkeit, Ethik und Sauberkeit gefragt, stellte Ostheimer klar.
Mit dem Vitanas Senioren Centrum am Partnachplatz hat sich ein weiterer Kooperationspartner zur Verfügung gestellt. Gerade im Pflegebereich, so Centrumsleiter Sven Janssen, eröffnen sich Berufschancen für die Schüler, z. B. als Pflegehelfer.
Äußerst erfreut über die Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft zeigte sich Sendlings Bezirksausschuß-Vorsitzender Günter S. Pelkowski. Gerade Sendling, mit einem höheren Migrationsanteil in der Bevölkerung, benötigt solche Initiativen meinte Pelkowski. Er ergänzte: "Die Gesellschaft macht für Kleinkinder fast alles, aber 14- bis 15-jährige bleiben auf der Strecke."
Die Hauptschule an der Implerstraße zählt zu den fünf Schulen in München, die eine "Praxisklasse" anbieten können. Hier haben die Schüler auch die Chance, sich nicht nur in Pflichtfächern zu bewähren, sondern ihre praktischen Fähigkeiten einzubringen. Mit der neuen Praktikumsoffensive werden den Schülern weitere Möglich-keiten eröffnet.
Schule und Wirtschaft zeigen den guten Willen, den Jugendlichen einen leichteren Übergang in die Berufswelt zu verschaffen. Nun liegt es an den Schülern, diese Möglichkeit auch ernsthaft zu nutzen. In diesem Jahr konnten 25 % der Schulabgänger in einen Lehrberuf wechseln - nicht wirklich viel. Mit den neuen Initiativen könnte dieses Ergebnis erheblich gesteigert werden.
| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger Sendling |
| Woche: | 33 - 2010 |
| Autor: | kdk |
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