| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Laim |
| Woche: | 22 - 2010 |
| Autor: | TG |
Der Notruf aus der Grund- und Hauptschule an der Schrobenhausener Straße ist nicht zu überhören. Johanna Marek, Rektorin an der Grundschule und Rupert Knödl, ihr Kollege von der Hauptschule, wissen nicht mehr weiter. Die Raumnot an beiden Schulen – die unter einem Dach arbeiten – und die altersschwache Turnhalle, die gemeinsam genutzt wird, bereiten ihnen große Sorge. Knödl hat sich jetzt mit einem Appell an den Bezirksausschuss Laim (BA 25) gewendet. Er bittet das Gremium darum, die Schule darin zu unterstützen, die jetzige Lage zu verbessern. Für den Übergang, zum Beispiel, Container an der Schule aufzustellen. Der Unterausschuss Soziales, Schule und Sport hat sich daraufhin ein Bild vom Zustand der Schulen gemacht.
Der Schulbetrieb sei fast nicht mehr aufrecht zu erhalten, erklärte Rupert Knödl beim Gespräch mit Vertreterinnen des Ausschusses. Es gehe nicht allein um die Enge im Schulgebäude, in der Turnhalle sei beim Sportunterricht die Sicherheit der Kinder gefährdet. An der Decke sind mit bloßem Auge tatsächlich Risse zu erkennen. An mehreren Stellen regnet es durch. „Vorsicht!!! Unfallgefahr wegen Wasserpfützen. In der Turnhalle tropft es von der Decke“, ist einem Anschlag an der Tür der Turnhalle zu entnehmen. Die Kinder werden angehalten, die Pfützen aufzuwischen. Überdies ist vorgesehen vom August an, das ganze Schulgebäude zu dämmen und die Heizanlage zu erneuern. „Wir haben allerdings keine Räume zum Ausweichen“, klagt der Rektor. Er wisse nicht, wie bei dem zu erwartenden Baulärm ein geregelter Unterricht stattfinden solle: „Wohin sollen wir?“
„Unglücksbilder im Kopf“
„Wir stoßen überall an Grenzen.“ Rupert Knödl zeigt Stefanie Junggunst (SPD) und Alexandra Gaßmann (CSU) vom UA Soziales sowie der Kinderbeauftragten des BA, Lisbeth Haas (Grüne), Gerhard Ameres von der IG Feuerwache – die Initiativ-Gruppe ist Trägerin der „Offenen Ganztagsschule“ – sowie Sabine Brüggemann von der Mittagsbetreuung, was alles im Argen liegt. Es belaste die Lehrerschaft, dass keine Stelle wisse, wie es mit der Turnhalle weitergehen solle. Knödl: „Kinder und Eltern haben beim Anblick der Risse die Bilder vom Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall im Kopf!“ Schon im März habe das Schulreferat entscheiden wollen, ob der marode Komplex saniert oder abgerissen werden solle. Ein geplantes Treffen habe jedoch nicht stattgefunden. Knödl: „Ich verstehe das Zögern nicht.“ Dass „vor meiner Zeit ”– er ist erst seit diesem Schuljahr an der Hauptschule – der Kies auf dem Hallendach zu einem großen Teil entfernt worden sei, um das Gewicht zu senken, beruhige ihn so wenig, wie das Einziehen einiger Stahlträger in die Decke.
„Migrationsanteil von 75 Prozent“
Der Rektor und seine Kollegin von der Grundschule hoffen, dass beim Neubau einer Turnhalle Räume für die Nachmittagsbetreuung der Kinder geschaffen werden. Denn daran mangele es. Im Grundschulbereich fehlen demnach Fachräume, Räume für die Mittagsbetreuung sowie für die Schulsozialarbeit. Im Hauptschulbereich gebe es keine Gruppenräume für die 66 Schüler der „Offenen Ganztagsschule“. Ebenso fehlten Räumlichkeiten für die Jugendsozialarbeit. Es müsse längst ein Speisesaal für beide Schulen her. Knödl: „Wir haben einen Anteil Zugewandeter von 78 Prozent. Die Kinder kommen oft aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Uns ist wichtig, ihnen eine Heimat zu bieten.“
Sabine Brüggemann von der Mittagsbetreuung an der Grundschule, steht vor einem ähnlichen Dilemma. „20 Kinder gehen im neuen Schuljahr leer aus.” Und das, obwohl aufgestockt worden sei: „Wir wünschten uns mehr Unterstützung.“ Vom Herbst 2010 an habe die Elterninitiative 70 Kinder mit einem Mittagessen zu versorgen und sich um deren Hausaufgaben zu kümmern. Dabei dürfe Sport und Spiel nicht zu kurz kommen. Das Ganze finde ab 11.30 Uhr in vier Klassenzimmern und ab 14 Uhr in einem zusätzlichen Klassenraum statt. „Das macht die Stundenplangestaltung sehr schwierig”, sagt Knödl. „Die Doppelnutzung bringt viele Probleme.“
„Schuljahr ist bald rum“
Die 66 Hauptschüler der „Offenen Ganztagsschule“ sind im Keller untergebracht. Ein vielfältig genutzter Klassenraum ist für die Essensausgabe hergerichtet worden. Gerhard Ameres spart nicht mit Kritik. „Ich sehe keine Perspektive“, erklärt er. „Wir brauchen sechs Gruppenräume. Wir haben Null.“ Er will, dass „endlich” ein Raumkonzept zur Ganztagsschule vorgelegt wird: „Wir wollen unterstützen und fördern. Nicht nur beaufsichtigen.“ Schweren Herzens habe die IG Feuerwache wegen fehlender Räume die Zahl aufzunehmender Schüler trotz Bedarf um 20 Kinder reduzieren müssen. Es gelte kurzfristig Lösungen zu finden, stellten Stefanie Junggunst und Alexandra Gaßmann fest. Das Schuljahr sei bald um. Rupert Knödl ist sich sicher: „Das neue Schuljahr kann nur mit Containern starten.“
Akute Probleme mit der Turnhalle gebe es nicht, lässt das Schulreferat wissen. Eva-Maria Volland, Sprecherin des Referats, erklärt: „Zurzeit wird untersucht, ob es sinnvoller ist, zu sanieren oder die Halle abzubrechen.“ Der Vorgang dauere noch ein halbes Jahr. Vom Ergebnis hänge ab, ob ein Pavillon für die Ganztagesbetreuung der Schüler gebaut werde. Die Untersuchung habe indes bereits gezeigt, dass die Turnhalle noch vier bis fünf Jahre genutzt werden könne. Falls eine neue Sporthalle gebaut werde, sei eine „integrative Lösung“ – Turnhalle und Räume für die Nachmittagsbetreuung unter einem Dach – angestrebt. Ob als Interimslösung Container sinnvoll seien, müsse erst geprüft werden, so Volland.
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Laim |
| Woche: | 22 - 2010 |
| Autor: | TG |
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