| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Westend |
| Woche: | 27 - 2010 |
| Autor: | TG |
Der CSU-Landtagsabgeordnete Georg Eisenreich schwärmt. „Dieser Stadtteil ist erstaunlich aufgewertet worden.“ Bei einem Spaziergang, den er mit CSU-Kollegen auf der Schwanthalerhöhe unternahm, hatte der Politiker Grund zum Staunen. Die erst vor Kurzem fertig gestellte Freizeitanlage auf dem sogenannten Bahndeckel der Theresienhöhe beeindruckte ihn ganz besonders. Das sei etwas Einmaliges, so der Christsoziale. Sein Parteifreund Thomas Hofstätter, stellvertretender BA-Vorsteher, hatte Eisenreich und den CSU-Stadtrat Georg Schlagbauer zu einem Rundgang im Viertel eingeladen, um sie über spezielle Probleme zu informieren. Zum Stimmkreis von Eisenreich, München-Altstadt-Hadern, gehören Teile der Schwanthalerhöhe. Mit von der Partie waren Andreas Schlichter, Mitglied des Vorstands des Kreisverbandes München-Mitte der Jungen Union sowie Klaus Schütz, Mitglied der CSU-Fraktion im Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe. Die Tour führte die Politiker von der Haupt- und Realschule in der Ridlerstraße zum „neuen Bahndeckel“, verlief über die Hans-Fischer-Straße und durchquerte den Bavariapark in Richtung „Bergmannschule“. Schlusspunkt des „Bummels” war der Besuch des Multikulturellen Jugendzentrums in der Westendstraße.
Eisenreich, der bildungspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion ist, versorgte die BA-Mitglieder unterwegs mit Tipps, die sie für ihre Arbeit im Stadtteilparlament brauchen können. Denn: Die Schwanthalerhöhe will Modellregion werden. Thomas Hofstätter: „Wir wollen Ganztagsgrundschulen im Viertel etablieren.“ Dazu sollten Staat und Stadt an einen Tisch gebracht werden. Gemeinsam wollen sich BA, Sozialbürgerhaus, Sozialreferat und Regsam für das Quartier darum bewerben, dass Kinder auch nach dem Unterricht entsprechend betreut werden. Als erste Schulen mit Ganztagesbetreuung, so Hofstätter, seien die Bergmann- und die Guldeinschule vorgesehen. Eisenreich ermutigte die Stadtteilpolitiker, diesen Schritt zu gehen. Er verwies darauf, dass der Freistaat Bayern das Schaffen von Räumen für Ganztagsschulen mit rund 50 Prozent der zuschussfähigen Baukosten fördere. Weil an vielen Lehranstalten die notwendigen Räume fehlten, forderte er: „Die Stadt muss was machen. Viele Eltern wollen die Ganztagsschule und brauchen sie.“ In München sei der Schultyp besonders gefragt. Die Staatsregierung forciere das mit einem großen Ausbauprogramm und mit Bildungsinvestitionen. So solle es bis zum Schuljahr 2013/14 an 540 bayerischen Grundschulen Ganztageszüge für „gebundene Ganztagesschulen“ geben. Bei denen wechseln Übungs- und Lernzeiten ab. Derzeit bestünden 150 Schulen dieser Art. In München solle es vom Herbst 2011 an insgesamt 15 staatliche Grundschulen mit Ganztageszügen geben. Eisenreich betonte allerdings, das Ganze dürfe den Schulen nicht übergestülpt werden. „Das muss wachsen und sich entwickeln.“
Thomas Hofstätter, Vorsitzender des Sozialausschusses im BA, rechnet sich für das Viertel gute Chancen aus, als Modellregion anerkannt zu werden. Bildungsniveau, Armutsrate und Arbeitslosenquote erfüllten die Bedingungen. Hinzu komme, dass der Freistaat Ganztagsgrundschulen besonders fördere. Am Beispiel der Hauptschule an der Ridlerstraße erklärte Hofstätter, woran es den Kindern und den Jugendlichen im Westend mangele. „Wir haben 40 Prozent Schulabbrecher ohne Abschluss und das, obwohl die Bedingungen an der Schule gar nicht schlecht sind.“ Der Grund sei meist im Elternhaus zu suchen. Hofstätter: „Die Kinder kennen keine Strukturen. Morgens aufstehen, in die Schule gehen, Hausaufgaben machen, das fehlt komplett.“ Deshalb wolle die Stadt früh ansetzen, um diesen Kindern Chancen zu eröffnen. Das sei billiger, als sie später in Heimen unterzubringen oder sie therapeutisch zu betreuen.
Der „Parkdruck” an der Hans-Fischer-Straße könne möglicherweise schon bald gelöst werden, so Hofstätter. Das Baureferat denke offenbar um, es wolle auch das Neubaugebiet – wie vom BA gefordert – in das Parkraummanagement einbeziehen. Die zugeschüttete Unterführung an der Hans-Fischer-Straße, die früher einmal die Theresienhöhe mit der Theresienwiese verband, müsse wieder geöffnet werden. Darin waren sich Hofstätter und Stadtrat Georg Schlagbauer einig. Besonders angetan waren die CSU-Politiker vom Engagement der Kinder und Jugendlichen des Multikulturellen Jugendzentrums. Dessen Leiter, Ismail Sahin, erklärte ihnen, die Jugendlichen seien mit ihrem frei gewählten Kinder- und Jugendrat verständige Demokraten. Thomas Hofstätter packte die Gelegenheit beim Schopf und lud die jungen Leute ein, an einer BA-Sitzung teilzunehmen und sich politisch fürs Viertel zu engagieren.
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Westend |
| Woche: | 27 - 2010 |
| Autor: | TG |
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