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18.11.2005
 

Bessere Luft durch Autobahn-Südring?


Angesichts der seit 1. Januar geltenden Grenzwerte für Feinstaub in der Luft warnt der ADAC vor »Panikmaßnahmen« in München. »Rigorose Zufahrtsbeschränkungen wie Straßensperrungen oder die City-Maut bringen uns keinen Schritt weiter, führen zu einer Verdrängung des städtischen Lebens an den Stadtrand und führen zu einer schlechteren Erreichbarkeit der Innenstädte«, so ADAC-Umweltexperte Nikolaus Dezasse. Die Partikelemissionen stammten nur zu einem geringen Anteil von Pkws aus dem Stadtgebiet und dem Münchner Umland. Nutzfahrzeuge, Lieferverkehr und Busse sowie Industrie und Haushalte tragen wesentlich stärker zur Partikelbelastung bei. Nach Ansicht des ADAC ist bei Fahrzeugen das wirksamste Mittel zur langfristigen Schadstoffreduzierung eine saubere, partikelarme Technik insbesondere bei Dieselautos und die steuerliche Förderung schadstoffarmer Fahrzeuge. Positiv auf die Luftbelastung würde sich zudem der Bau des Autobahnsüdrings für München auswirken, so der ADAC, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der seit Einführung der Lkw-Maut zu beobachtenden Verlagerungseffekte auf den Mittleren Ring. Bayern will den Feinstaubanteil in der Luft durch eine konsequente Reduktionsstrategie dauerhaft verringern, betonte Bayerns Umwelt- und Gesundheitsminister Werner Schnappauf. Einem »kurzzeitigen Aktionismus« erteilte der Minister eine Absage. Die von den bayerischen Grünen geforderte City-Maut lehnte er als »fachlich ungeeignete und veraltete Öko-Ideologie« ab. Schnappauf sprach sich demgegenüber für eine beschleunigte Einführung von sauberen Dieselfahrzeugen aus. Die Luftgüte sei heute dank wesentlich verringerter Emissionen an Kohlenmonoxid, Blei, Schwefeldioxid und Benzol besser als in den vergangenen Jahrzehnten, meinte der Minister. Problematisch seien nur die Feinstaub-Tagesmittelwerte vor allem an den Verkehrsknotenpunkte. Insgesamt, so versicherte Schnappauf, werden alle zusätzlichen, derzeit nicht in den Luftreinhalteplänen beschlossenen Maßnahmen ohne Tabu auf ihre Eignung und Verhältnismäßigkeit geprüft. Dies schließe auch verkehrsbeschränkende Maßnahmen, deren Wirkung jedoch nach der vorläufigen Datenlage eher als gering einzustufen sei, ein. Rigoroser will Schnappauf »Mautflüchtlingen« an den Kragen: »Lkw, die von Holland nach Italien unterwegs sind, sollen auf der Autobahn bleiben. Die haben im Münchner Stadtgebiet nichts zu suchen.« Er fordert, entweder die A 99 von der Mautpflicht auszunehmen oder den Mittleren Ring in München in die Mautpflicht einzubeziehen. job
 
Artikelinfo
Ausgabe: Sendlinger Anzeiger
Woche: 13-05