| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger Hadern |
| Woche: | 41 - 2011 |
| Autor: | job |
Verkehrsprobleme standen im Mittelpunkt der Haderner Bürgerversammlung. Inge Wiederhut wies darauf hin, dass in etlichen Straßen Autos so weit auf dem Gehweg parken, dass für Fußgänger kein Durchkommen mehr ist, wenn sie etwa einen Kinderwagen mit sich schieben. Solange den Passanten jedoch ein mindestens ein Meter breiter Durchschlupf bleibt, duldet die Polizei das Gehwegparken, erklärte EPHK Wolfgang Dausses von der Polizeiinspektion Laim.
Gefährlich ist es in der Waldwiesenstraße geworden, die seit der Öffnung der A 99 West stärker befahren wird. Anlieger schildern, dass es beim Überqueren der Straße oft zu Beinahe-Unfällen kommt. Erschwert wird die Situation durch die Krümmung der Straße, die die Sicht der Fahrer begrenzt. BA 20, KVR und MVG wollen nun vor Ort überlegen, ob der Bürger-Vorschlag, die Bushaltestelle aus der Kurve zu verlegen, mehr Sicherheit bringen kann.
In Zusammenhang mit der Verlängerung der U 6 nach Martinsried wurde die Gemeinde Planegg kritisiert: Die Zahl der von ihr geplanten P+R-Plätze halten die Haderner für nicht ausreichend. Bezirksausschussvorsitzender Johann Stadler berichtete, Planegg wolle 79 Stellplätze bauen, "wir hatten hingegen auf 100 bis 150 gehofft." Er appellierte an die Nachbargemeinde, mehr Plätze zu schaffen. Dem Bürger-Antrag, die U 6 nicht zu verlängern, solange nicht mehr Parkplätze an der Endstation in Martinsried garantiert seien, stimmten die Haderner aber nicht zu. Sie votierten allerdings für die Verlängerung der U 5 nach Pasing, obwohl die MVG-Vertreter darauf hinwiesen, dass die U 5 schon aus Kapazitätsgründen kein Ersatz bei Blockaden der S-Bahn-Stammstrecke sein könne.
Ein weiteres Verkehrsprojekt, die geplante Trambahn durch die Fürstenrieder Straße, wurde bereits bei der Bürgerversammlung 2010 abgelehnt. Johann Stadler erinnerte daran, dass eine Mehrheit im Bezirksausschuss (zu der die CSU nicht gehört) die Tram indes begrüße. Der Bau einer Trambahn zwischen Roman- und Ratzingerplatz koste etwa 150 Millionen Euro. Zusätzlich müsste die Laimer Röhre neu gebaut werden, wofür es weiterer 25 bis 30 Millionen Euro bedürfe, so Stadler. Er meinte, dass die Vorteile einer "Fürstenrieder Tram" noch nicht nachvollziehbar erklärt wurden. "Viele unserer Fragen sind noch nicht beantwortet", so der Stadtrat.
Für die Senioren im Viertel machte sich Seniorenbeirätin Ingrid Appel stark: Sie forderte, das am Haderner Stern einst geplante ASZ endlich zu bauen und fand damit die einstimmige Unterstützung der Bürgerversammlung. Der Seniorenbeirat wolle sich um die Senioren kümmern, unterstrich Appel, brauche dazu aber einen Raum. Das bestehende ASZ in Kleinhadern sei von vielen Senioren in Hadern nicht erreichbar, da das Viertel durch die A 95 geteilt sei.
Für die Jugendlichen brach Nazise Önal eine Lanze. Nachdem der Kinderspielplatz am Hedernfeld vor einigen Jahren saniert wurde, fehle es an geeigneten Spielmöglichkeiten für etwas ältere Kinder: Die 13- bis 17-Jährigen brauchen einen Ort zum Spielen, so Önal, damit es keine Konflikte mit den Nachbarn gebe. "Das sind wunderbare Jugendliche", setzte sich Önal ein, "wir können zusammen viel erreichen, wenn wir uns nur mal zuhören!" Ihren Antrag, einen Jugendspielplatz am Hedernfeld zu schaffen, stimmten die Bürger einhellig zu. Die Haderner stellten sich auch hinter Nazise Önals Anträge, die Zigarettenautomaten aus dem öffentlichen Raum zu verbannen, und eine neue Einkaufsmöglichkeit als Ersatz für den aufgegebenen Netto in der Gelbhofstraße zu schaffen.
Gute Nachrichten überbrachte Stadtrat Johann Stadler in Sachen Bezirkssportanlage Wolkerweg: Zwar könne der nach 30 Jahren kaum noch nutzbare Tennenplatz bis 2014 mangels Geld nicht durch ein Kunstrasenspielfeld ersetzt werden, aber danach sehe es gut aus. Da der vom FC Neuhadern bespielte Platz bereits über eine Flutlichtanlage verfüge, seien die Sanierungskosten geringer als bei anderen Plätzen. Etwa 600.000 statt sonst 850.000 Euro seien am Wolkerweg nötig, so Stadler. Er hofft daher, dass die Sanierung des Platzes ab 2015 rasch in Angriff genommen werden kann. Die 400-m-Rundbahn könne dann aufgelassen werden, so dass der FCN Platz für ein zusätzliches kleines Spielfeld bekomme. Das würde den Trainingsbetrieb der Jugendfußballmannschaften spürbar entzerren.
| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger Hadern |
| Woche: | 41 - 2011 |
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