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12.08.2010 - 12:12 Uhr
 

„Schreckgespenst der drohenden Altersarmut“

Sozialverband VdK: Bayerns Rentner gehören zu den Ärmsten

Münchner Wochenanzeiger : Mit den hinteren Plätzen im bundesweiten Rentenvergleich haben die bayrischen Rentner keine guten Aussichten. (Foto: photos.com)
 
Mit den hinteren Plätzen im bundesweiten Rentenvergleich haben die bayrischen Rentner keine guten Aussichten. (Foto: photos.com)

Rentenkürzungen und die Anhebung des Rentenalters sind Themen, die in aktuellen sozialpolitischen Debatten nicht wegzudenken sind. Niedrige Renten lassen das Armutsrisiko im Alter ansteigen und veranlassen den Sozialverband VdK Bayern, nicht nur vor der drohenden Altersarmut im Freistaat zu warnen, sondern auch durch Lösungsansätze, Verbesserungen einzuleiten.

Laut einer Statistik des Deutschen Rentenversicherung Bundes und des Jahresberichtes der Bayrischen Staatsregierung leben 423.000 Rentnerinnen und Rentner in Bayern unterhalb der Armutsgrenze und haben demnach weniger als 60 Prozent des bundesweiten Durchschnittseinkommen zur Verfügung. Ein Zustand, der den überwiegend ländlich geprägten wirtschaftlichen Strukturbedingungen Bayerns in den 70er Jahren geschuldet ist. „Im Vergleich aller Bundesländer erhalten bayrische männliche Rentner die niedrigste Altersrente“, prangert Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland an. Mit nur 983 Euro Durchschittsrente ist Bayern das einzige Land, das nicht über die 1000 Euro Grenze kommt. Im Länderranking der Frauenrenten „ist Bayern immerhin nicht an letzter Stelle, aber der Befund erschreckt dennoch“, stellt  Mascher fest. Die knapp 500 Euro, die den bayrischen Seniorinnen zum Leben reichen müssen, liegen damit klar unter dem Bundesdurchschnitt von 550 Euro.

"Verschärftes Rentenkürzungsprogramm"

„Mit der geplanten Rente mit 67 ist für viele ältere Arbeitnehmer ein weiteres Schreckgespenst der drohenden Altersarmut aufgetaucht", betont Mascher. Dies erhöhe zusätzlich das Risiko der Verarmung im Alter. Mascher bezeichnet die Erhöhung des Rentenalters auf 67 als ein „verschärftes Rentenkürzungsprogramm“. 24 Prozent der 55-59-Jährigen müssen aus gesundheitlichen Gründen in Frührente gehen und „hätten dann nicht nur mit ihrer Krankheit oder Behinderung, sondern auch mit hohen Abschlägen bei den Renten zu kämpfen."

Der VdK fordert deshalb einen Armutsbeauftragten, der alle Regierungsvorhaben auf Armutsfestigkeit prüfen soll. Weiter sind bundesweite Protestveranstaltungen geplant, die durch Plakat- und Flyeraktionen, sowie durch Demonstrationen auf die Missstände im Sozialwesen hinweisen sollen.

 
Artikelinfo
Ausgabe: SamstagsBlatt
München
Woche: 32 - 2010
Autor: LB
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