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05.03.2010 - 14:14 Uhr
 

Was treibt die FDP?

LESERBEFRAGUNG: Ein Tag mehr Zugang für Münchner Schüler zum Bier?

Münchner Wochenanzeiger :
 

Am Mittwoch hat der Münchner Stadtrat mit großer Mehrheit den Wiesn-Zusatztag für das Jubiläumsoktoberfest auf der Theresienwiese verabschiedet. Das heißt, die Münchner und ihre Gäste aus aller Welt können einen Tag länger, nämlich auch noch am Montag, 4. Oktober, Karussell fahren, schunkeln und vor allem natürlich trinken.

Dieser zusätzliche Wiesn Tag soll angeblich ganz besonders familienfreundlich gestaltet werden. Der Münchner Stadtrat und Landtagsabgeordnete der FDP, Dr. med. Otto Bertermann, fordert in diesem Zusammenhang allen Münchner Schülerinnen und Schülern am Wiesn-Zusatztag ab 12 Uhr schulfrei zu geben und die Hausaufgaben zu erlassen. „Das Oktoberfest in seiner 200-jährigen Geschichte ist ein fester Bestandteil der bayerischen Tradition. Hier sollten wir den bayerischen Schülerinnen und Schülern Gelegenheit geben, sich dem mit dem Oktoberfest verbundenen Brauchtum zu nähern“, meint Bertermann.
Nun ist es ja nicht so, dass die bayerischen Schülerinnen und Schüler nicht auch schon vorher 16 Tage lang Zeit hätten, „sich dem mit dem Oktoberfest verbundenen Brauchtum zu nähern“, was nichts anderes heißt, als im Bierzelt den Maßkrug zu stemmen. Was also bewegt den FDP-Stadtrat, sich für das frühe Schulende am letzten Wiesntag einzusetzen? Hat es mit der ganz unverblümten Klientelpolitik seiner Partei zu tun, mit der die Freien Demokraten immer wieder Schlagzeilen machen? Sprechen die bayerisch-belgischen Brauereien in München da vielleicht ein Wörtchen mit?

LESERBEFRAGUNG:

Wir fragen unsere Leser: Was halten Sie von dem FDP-Vorschlag?
Soll man den Münchner Schülern einen Tag mehr Zugang zum Bier geben? Ja oder Nein?
Stimmen Sie bis ab bis zum Mittwoch, 10. März.
Telefon: 01379/2200122
Fax: 089/546554
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Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Woche: 10 - 2010
Autor: red
Artikelkommentare
Tony S. (10.03.10)
Eine totale Schnapsidee. Ist wahrscheinlich aus einer Bierlaune heraus entstanden...
 
Eugen Kuntze (06.03.10)
Hier steht Bildung gegen Vergnügen. Statt Unterricht soll vorgebliches Brauchtum gelebt werden. Vielleicht sollte Herr Dr. Bertermann über zweierlei nachdenken: Was braucht die Jugend unserer Gesellschaft nötiger: Bildung oder eine weitere Gelegenheit zu feiern? Ferner: Was ist an der heutigen Wies´n noch Brauchtum und was ist Kommerz? Mein Eindruck: Herr Dr. Bertermann ist für weniger Bildung und mehr Kommerz
 
Klaus-Roland Matella (06.03.10)
Das ist nicht nur verantwortungslose Klientelpolitik, sondern ein Arzt macht so einen unsinnigen Vorschlag ! Warum lädt er die Schüler nicht gleich zum Komasaufen ein ? Aber, es geht mal wieder um Stimmen und das liebe Geld !!
 
Robert O (05.03.10)
Klar geht es hier nur wieder drum, dass die Wirte noch mal 100.000 Euro mehr einschieben können (oder was halt so ein Tag Wiesn pro Nase bringt). Denken die eigentlich wir sind alle total deppert und checken nichts?
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