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01.03.2011 - 13:42 Uhr
 

Ohne Planung droht Chaos

BA 19 diskutiert mit Bürgern neues Verkehrskonzept für Thalkirchen/Obersendling

Münchner Wochenanzeiger : Enge Fahrbahn und viele Autos. Die Anwohner in der Maria-Einsiedel-Straße wollen den Verkehr in ihrer Straße reduzieren. (Foto: hli)
 
Enge Fahrbahn und viele Autos. Die Anwohner in der Maria-Einsiedel-Straße wollen den Verkehr in ihrer Straße reduzieren. (Foto: hli)

"In der Stadt ist viel Veränderung im Gange", stellte Hans Bauer, der Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) 19 am 24. Februar bei der Einwohnerversammlung "Verkehrskonzept Obersendling/Thalkirchen"  fest. Rund 170 Bürger folgten der Einladung des BA 19, ein neues Verkehrskonzept für die beiden Stadtteile zu diskutieren.

Im Brennpunkt stehen vor allem die Verkehrspunkte Siemensallee/Wolfratshauser Straße, die Einfahrt Kreppeberg, die Maria-Einsiedel-Straße mit der neuen Bebauung, die Rupert-Mayer-Straße und die Kreuzung St.-Wendel-Straße/Colmarer Straße. Hans Bauer rechnet außerdem damit, dass der Umbau des Harras Auswirkungen auf Thalkirchen und Obersendling haben wird.

Die Situation könnte sich durch die Neubaugebiete weiter verschärfen. Allein auf dem ehem. Siemens-Areal, genannt  "Südseite", sind 1.000 Wohnungen geplant. Damit steigt nicht nur das Verkehrsaufkommen, sondern auch der Parkbedarf. Zusätzlicher Parkraumbedarf entsteht durch die diversen Freizeitmöglichkeiten wie dem Tierpark oder das Kletterzentrum. Neu- und Umplanungen sind nach Meinung des BA 19 somit unumgänglich.

In Aufregung versetzte die Bürger ein ominöses, anonymes Flugblatt, auf dem zu entnehmen war, dass die Einfahrt des Kreppebergs bergab geschlossen werden soll. Harald Schnell aus der Planungsabteilung  der Stadtverwaltung konnte die Bürger beruhigen. Es stehe nicht zur Debatte, die Einfahrt zu schließen, erklärte Schnell.

In einem sind sich alle Bürge einig: Sie wollen weniger Verkehr oder niedrigere Geschwindigkeiten in den Nebenstraßen, wie Josephinenstraße, Zentralländstraße oder St.-Wendel-Straße. Obwohl Harald Schnell erklärte, dass der Verkehr nicht zunehme, sondern beispielsweise auf Mittlerem Ring und Altstadtring eher abnehme, empfanden die meisten Bürger die vielen Autos zu den Stoßzeiten als störend und auch als Risiko für Kinder. Der Antrag, den Verkehr von der Zentralländstraße wegzulenken nahmen die Bürger mit 60:47 Stimmen an. Die Buslinie 135 beizubehalten wurde einstimmig angenommen. Die Bürger wünschen sich zudem eine zusätzliche Haltestelle der S-Bahn  bei den Bavaria Filmstudios (Menterschwaige). Auch dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Des Weiteren nahmen die Bürger  Anträge an, Fahrrad-Piktogramme am Radweg vom Wertstoffhof zum Pullacher Platz anzubringen und verstärkt Polizeikontrollen wegen Gehsteigparkern durchzuführen. Die Mehrheit der Bürger war dafür, dass die St.-Wendel-Straße eine verkehrsberuhigte Zone wird und die Buslinie 134 sowie die S-Bahn-Linie 7 im 10-Minuten-Takt fahren sollten. Hans Bauer betonte jedoch, dass es diesen Antrag schon gegeben und die MVG ihn bereits abgelehnt hätte, da diese Maßnahme sie rund eine Million Euro mehr kosten würde.

Die Anträge, aus der Maria-Einsiedel-Straße eine Sackgasse oder eine Einbahnstraße zu machen, die Linksabbiegerspur beim Kreppeberg zu entfernen oder baulich die Einfahrt zum Kreppeberg zu erschweren sowie ein einseitiges Halteverbot in der Rupert-Mayer-Straße einzuführen wurden alle abgelehnt.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Sendlinger Anzeiger
Obersendling/Thalkirchen
Woche: 09 - 2011
Autor: hli

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