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10.01.2012 - 11:32 Uhr
 

„Nicht mehr zumutbar für ein Wohngebiet“

Neue Lagerhalle geplant: Anwohner befürchten Zunahme des LKW-Verkehrs

Münchner Wochenanzeiger : Die Bayerischen Asphalt Mischwerke in der Paul-Ehrlich-Straße 130 planen den Bau einer neuen Lagerhalle. Die Anwohner befürchten, dass sich dadurch der LKW-Verkehr weiter erhöht. (Foto: sb)
 
Die Bayerischen Asphalt Mischwerke in der Paul-Ehrlich-Straße 130 planen den Bau einer neuen Lagerhalle. Die Anwohner befürchten, dass sich dadurch der LKW-Verkehr weiter erhöht. (Foto: sb)

Die Firma Bayerische Asphalt-Mischwerke für Straßenbaustoffe hat beim Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) der Landeshauptstadt München eine Antrag auf Errichtung einer Lagerhalle für Asphaltgranulat – gemäß § 16 des Bundes-Immissionsschutzgesetztes (BImSchG) – im Paul-Ehrlich-Weg 130 gestellt. Die Grundfläche der geplanten freitragenden Rundbogenhalle soll zirka 60 mal 22 Metern, die Höhe zirka 13 Meter betragen. Die Lagerkapazität wird mit zirka 8000 Tonnen Asphaltgranulat angegeben.

Durch die Errichtung der Lagerhalle werde sich an dem bereits genehmigten Betrieb keine Änderungen ergeben, teilt das RGU in einem Schreiben an den Bezirksausschuss Allach-Untermenzing (BA 23) mit. „Insbesondere wird sich weder die Produktionsleistung der Anlage, noch die Lagermenge ändern“, heißt es weiter. Die Errichtung der Halle werde sich auch nicht auf das Aufkommen des LKW- und Radladerverkehrs auswirken. Vielmehr solle das bisher im Freien gelagerte Asphaltgranulat zukünftig in der beantragten Lagerhalle untergebracht werden.
„Außerdem ist durch die trockenere Lagerung des Granulats mit Brennstoffeinsparungen beim Trocknungsprozess zu rechnen“, erklärt das RGU. Nach Angaben der Bayerischen Asphalt-Mischwerke mache dies zirka 25 kWh/t aus. Bei einem prognostizierten Einsatz von 40.000 Tonnen Granulat pro Jahr würden sich nach Firmenangaben Ersparnisse von zirka 1.000.000 kWh ergeben. Dies entspreche einer Einsparung des Brennstoffs Braunkohlestaub in Höhe von 164 Tonnen beziehungsweise einer Einsparung von zirka 350 Tonnen CO2.

"Optimierung der Anlage"

„Normalerweise wollen wir bei Betrieben, die so nah an der Wohnbebauung sind, keine Erweiterung“, sagte die BA-Vorsitzende Heike Kainz (CSU). Es dürfe auf keinen Fall passieren, dass es zu einer Verkehrszunahme komme, „weil wir allgemein die Problematik im Stadtviertel haben, das zu viele LKW durch das Wohngebiet fahren.“ Grundsätzlich gehe es doch um die Optimierung der Anlage, betonte SPD-Frakionssprecher Fritz Schneller. „Das Granulat liegt ja schon da und soll durch den Bau der Halle trocken gehalten werden. Es kann uns doch nur recht sein, wenn dadurch weniger Schadstoffe in die Luft gehen.“ Schließlich gebe es am Paul-Ehrlich-Weg auch ein Naherholungsgebiet. „Auch die gelagerte Menge soll nicht erhöht werden“, sagte Schneller.

"Begründung ist fadenscheinig"

Ganz so einfach wollten sich aber vor allem die anwesenden Anwohner nicht abspeisen lassen. „Dass Immissionen vermieden werden, kann ich nicht ganz glauben, wenn Betriebe erweitert werden“, betonte ein Bürger. In seinen Augen bedeute eine Erweiterung auch gleichzeitig eine Zunahme des LKW-Verkehrs. „Der LKW-Verkehr ist schon jetzt nicht mehr zumutbar für ein reines Wohngebiet“, klagte der Anrainer. „Die Begründung, dass es durch den Bau der Halle zu weniger CO2-Ausstoß kommt, ist doch fadenscheinig.“ Die Anwohner der Goteboldstraße und des Paul-Ehrlich-Wegs forderten den BA 23 deshalb dazu auf, das Anliegen abzulehnen. Dass jeder Erweiterungsbau in einem Betrieb mehr Verkehr nach sich ziehe, befürchte man auch, sagte Heike Kainz, „aber das darf nicht sein“. Und CSU-Stadtrat und BA-Mitglied Tobias Weiß ergänzte: „Eine Erweiterung mit zusätzlichem LKW-Verkehr darf nicht stattfinden.“

Anwohner erwägen juristische Schritte

Der BA 23 wird zum Vorhaben der Bayerischen Asphalt-Mischwerke vorerst keine Stellungnahme abgeben. Dies hat das Gremium einstimmig beschlossen. „Wir werden das Ganze nochmal prüfen und auch mit dem Unternehmen reden“, erklärte Heike Kainz. Auch im Hinblick auf die Bedenken der Anwohner, die zudem noch juristische Schritte erwägen. „Alle Zusagen die uns von Seiten des RGU bezüglich einer Zunahme des Verkehrs gemacht wurden, sind nicht eingetroffen“, betonte der Anwohner. Der Verkehr habe in den letzten Jahren immer weiter zugenommen. „Da wird etwas gegen das Baugesetzbuch genehmigt“, so der Bürger weiter. Die juristische Genehmigungslage sei in diesem Fall hauchdünn. „Wir waren vorher da, bevor die Anlage gebaut wurde“, erklärte der Anrainer entschlossen. „Das ist den Anwohnern nicht zuzumuten.“

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Allach
Woche: 02 - 2012
Autor: SB

Bayerische Asphalt-Mischwerke

Paul-Ehrlich-Weg 130
81249 München-Aubing

Kartenansicht

Bayerische Asphalt-Mischwerke

 

 
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