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11.10.2010 - 16:07 Uhr
 

"Man muss sich schämen, hier zu wohnen"

Laimerin beklagt sich beim BA Laim über Missstände an der Fürstenrieder Straße

Münchner Wochenanzeiger : Ein stets überquellender Papierkorb, Dreck und Unrat verekeln selbst Menschen mit robustem Naturell seit langem den Anblick am Aufgang zum S-Bahnhof Laim. (Foto: tg)
 
Ein stets überquellender Papierkorb, Dreck und Unrat verekeln selbst Menschen mit robustem Naturell seit langem den Anblick am Aufgang zum S-Bahnhof Laim. (Foto: tg)

Sie ärgere sich täglich über die verdreckte Fürstenrieder Straße, teilt eine Laimerin dem Bezirksausschuss Laim (BA 25) mit. Für die Anwohnerin der Hauptschlagader Laims liegt an „ihrer Straße“ einiges im Argen. Zum Beispiel der Fußgängertunnel am einstigen „Hertie“. Dort habe sie „noch nie Reinigungsarbeiten gesehen“, stattdessen „aber überquellende Papierkörbe.“ Überdies schreibt die Laimerin, sie habe Angst, zum Schulschluss um 13 Uhr an der Schule in der Fürstenrieder Straße „vorbei zu müssen”. Auf Höhe der Schule gebe es „kaum ein Durchkommen." Die Jugendlichen rückten kein Stück zur Seite. Und die „Radfahrer vor der Schule fahren gegen die Fahrtrichtung und auf dem Gehweg“, empört sie sich. Schluss- und Höhepunkt ihrer Beschwerde ist die Unterführung am S-Bahnhof Laim. Der von Fußgängern und Radfahrern sehr stark frequentierte Tunnel sei „ein einziges Dreckloch”, auch wegen der dort nistenden Tauben. Die Netze, die Anflug und Nestbau der Vögel verhindern sollten, seien wieder entfernt worden, meint die erzürnte Frau, deswegen könnten sie sich wieder ungehindert vermehren. „Kurzum“, so schreibt die Bürgerin, „man muss sich schämen, hier zu wohnen.“

Reinigungspflicht der Stadt

Die Beschwerde stieß im Bezirksausschuss Laim (BA 25) in manchen Punkten auf offene Ohren. Peter Stöckle, Vorsitzender der CSU-Fraktion, gibt der Frau recht: „Die Stadt kommt in der Fürstenrieder Straße ihrer Reinigungspflicht nur sehr mangelhaft nach.“ Die Verwaltung müsse aufgefordert werden, den Missstand zu beheben. Wie seiner Kollegin Martha Mertens von der SPD-Fraktion, ist Stöckle nicht bekannt, dass die Netze zur Abwehr der Tauben an der Fußgängerunterführung entfernt worden sind. Die SPD-Fraktionsvorsitzende: „Meines Wissens sind die Netze noch da. Die Tauben sind jedoch erfinderisch. Sie nutzen jeden Mauervorsprung.” Um die Tiere abzuschrecken, seien selbst an Werbetafeln „Vergrämungen“ angebracht worden. Der Fußgängertunnel sei dennoch von Tauben bevölkert. Mertens: „Es ist der alte Jammer.“ Was den von der Laimerin kritisierten Schülerauflauf zum Schulschluss an der Fürstenrieder Straße betrifft, sieht Stöckle kein Problem: „Ich bin auch schon öfter dort vorbeigekommen. Wenn ich die Schüler bitte, mich durchzulassen, klappt das ohne weiteres.“

Ekliger Anblick

Die Bezeichnung „Dreckloch“ für die Laimer Fußgängerunterführung ist nach einer „Inaugenscheinnahme“ durch den Werbe-Spiegel nicht übertrieben. Die Taubennetze sind zwar noch vorhanden, trotzdem finden sich überall im Aufgangsbereich zur S-Bahn Taubenkot und Taubenfedern. Die Luft ist geschwängert vom Staub, den die Tauben beim Hochfliegen aufwirbeln. Der Papierkorb vorm Aufzug quillt über. Eine junge Frau, die den Aufzug mit dem Rollstuhl benutzen muss, ist zu bedauern. Allein der Anblick rund um den Aufzug ist widerlich. Es ist noch gar nicht lange her, da wurde das Gewölbe der Unterführung hell gestrichen. Davon ist heute nicht mehr viel zu sehen. Dunkel und grau empfängt sie die vielen Ein-, Aus- und Umsteiger am S-Bahnhof. Das ist kein Ort, an dem sich ein Mensch freiwillig länger als unbedingt notwendig aufhält.

Zur Wiesnzeit waren die Papierkörbe an der Fürstenrieder Straße stets übervoll. Der überquellende Unrat lag rundum verstreut. Jetzt jedoch sind die Abfallkörbe „normal” gefüllt. Auch um die Behälter herum sieht es einigermaßen manierlich aus. Was die Unterführung am einstigen Hertie anbelangt, sind dort keine auffälligen Ansammlungen von Müll zu entdecken. Dennoch meiden viele Menschen den düsteren Tunnel, dem Kindermalereien etwas von seiner ausweglos erscheinenden Freudlosigkeit genommen haben. Schon der Zugang stößt ab.

 

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Laim
Woche: 41 - 2010
Autor: TG

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