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19.09.2011 - 14:02 Uhr
 

"Laufbus" soll in Laim anrollen

Gemeinsam und sicher zu Fuß zur Schule

Münchner Wochenanzeiger : Zu Fuß zur Schule zu gehen, das hält auch diese Laimer Mutter für eine gute Alternative zum Autofahren.
 (Foto: BK)
 
Zu Fuß zur Schule zu gehen, das hält auch diese Laimer Mutter für eine gute Alternative zum Autofahren. (Foto: BK)
Münchner Wochenanzeiger : Besonders vor den Schulen, die an vielbefahrenen Straßen gelegen sind, wie dies bei der Grundschule an der Fürstenrieder Straße der Fall ist, wird das Halten mit dem Auto häufig schwierig und führt sogar zu gefährlichen Situationen.
 (Foto: BK)
 
Besonders vor den Schulen, die an vielbefahrenen Straßen gelegen sind, wie dies bei der Grundschule an der Fürstenrieder Straße der Fall ist, wird das Halten mit dem Auto häufig schwierig und führt sogar zu gefährlichen Situationen. (Foto: BK)

Jeden Morgen die Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen, das ist für viele Eltern selbstverständlich geworden. Die Vorteile der morgendlichen Autofahrt liegen auf der Hand: Zum einen sparen gerade berufstätige Eltern Zeit, weil keine Wartezeiten für Bus oder U-Bahn eingerechnet werden müssen, zum anderen ist die Sicherheit der Kleinen auf dem Schulweg gewährleistet, wenn sie von Erwachsenen begleitet werden. Die Aktion „Laufbus“ wartet nun aber mit einer realistischen Alternative auf, die zudem Vorteile bringen könnte.

Schulbus auf Füßen

„Mit ein bisschen Organisation lässt sich für viele Kinder der Schulweg zu Fuß ermöglichen, ohne dass Eltern jeden Tag viel Zeit für das Bringen und Holen investieren müssen“, verspricht der Verkehrsclub Deutschland e.V., der die Idee des „Laufbusses“ ins Leben rief. Hierbei handelt es sich um einen Schulbus auf Füßen, was bedeutet, dass eine Gruppe von Schulkindern den Schulweg gemeinsam zu Fuß zurücklegt und dabei von Eltern begleitet wird. Dadurch, dass die Eltern sich beim Begleiten der Kinder abwechseln, wird der Zeitaufwand geteilt und die Kinder können dennoch sicher zur Schule gebracht werden. Gemeinsam müssten Eltern hierfür bestimmte „Haltestellen“ festlegen, an denen der „Laufbus“ vorbeikommt, um Kinder aus dem gleichen Wohnviertel mitzunehmen. Wenn alle beteiligten Kinder eines Sprengels eingesammelt wurden, geht es gemeinsam zur Endhaltestelle, nämlich der jeweiligen Schule.

Pluspunkte

Doch der „Laufbus“ stellt sich nicht nur als äquivalente Variante zum Autofahren dar, sondern bringt zudem zusätzliche Pluspunkte: Mit dem „Laufbus“ könnten Kinder ihren Schulweg besser kennen lernen, ebenso wie sie üben, die eigenen Fähigkeiten besser einzuschätzen. Dies, davon ist der VCD überzeugt, fördert das Selbstbewusstsein sowie die Selbstständigkeit der Kinder. Weiter heißt es vom VCD: „Kinder, die den Schulweg zu Fuß gehen, tun schon morgens etwas für ihre Fitness. Das Gehirn wird besser mit Sauerstoff versorgt. Sie kommen ausgeglichener, wacher, konzentrierter und leistungsfähiger in der Schule an. Die Abwehrkräfte werden gestärkt.“

Stefanie Junggunst, Vorsitzende des Unterausschusses für Soziales, Schule und Sport im Bezirksausschuss Laim, befürwortet die Aktion zudem, weil sie den Einstieg in einen neuen Freundeskreis, gerade zu Beginn der Schule, erleichtert: „Wenn man zusammen zur Schule geht, lernt man besser neue Freunde kennen“, erklärt sie. So könne man sich auf dem gemeinsamen Schulweg unterhalten und teile bereits gemeinsame Erlebnisse. Des Weiteren sei der Laufbus nicht zuletzt eine gute Idee, weil gerade die gefährlichen Situationen vor den Schulen, die durch das kurze Anhalten der autofahrenden Eltern, beim Abholen oder Hinfahren der Kinder entstehen, vermieden werden können. Der VCD setzt sich überdies mit der Aktion „Laufbus“ für ein klimaverträgliches Mobilitätsverhalten ein. Die gemeinnützige Organisation macht sich seit über 25 Jahren, bundesweit für eine zukunftsfähige Verkehrspraxis stark und initiiert Aktionen, die zugleich umwelt- sowie sozialverträgliche Mobilität fördert.

Aktionstage

Stefanie Junggunst erfuhr von dem Projekt von Parteikollegen und BA-Mitglied Wolfgang Merkle. Der ehemalige Lehrer war von der Initiative begeistert und gab den Anstoß, den „Laufbus“ auch in Laim anrollen zu lassen. Der Unterausschuss für Soziales, Schule und Sport im BA Laim informiert nun Schulen und Elternbeiräte über die Aktion, und hofft darauf, dass sich viele Laimer daran beteiligen. Mit Aktionstagen vom 22. bis zum 30. September soll das Projekt in Laim beginnen und Eltern und Kinder dazu anregen, auch über den Schulanfang hinaus, beim „Laufbus“ mitzumachen. Denn je mehr Familien sich für den „Laufbus“ zusammentun, desto lohnender wird es für jeden einzelnen.

Weitere Informationen über den VCD und das Thema „Laufbus“ gibt es unter: www.vcd.org/vcd_laufbus.html

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Laim
Woche: 38 - 2011
Autor: BK
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