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19.10.2009 - 15:06 Uhr
 

Anwohner fordern längere Lärmschutzwand am Trog

Ausfahrtsrampe rückt den Ring-Verkehr näher an die Mainburger Straße und den Max-Seidl-Weg

Münchner Wochenanzeiger : Auf dem Luise-Kiesselbach-Platz ist seit 21. September das erste Bohrgerät für den Tunnelbau im Einsatz und bohrt Pfähle für eine Betriebsstation bis zu 30 m tief in den Boden. Jetzt hat es Verstärkung bekommen: Ein zweiter Bohrer arbeitet auf dem Luise-Kiesselbach-Platz, ein dritter steht an der Bernrieder Straße und ein vierter wird in einigen Tagen an der Preßburger Straße die Arbeit aufnehmen. Bohrer Nr. 5 ist ab Dezember in der Heckenstallerstraße im Einsatz. Insgesamt werden für den Tunnelbau sechs solcher Maschinen aufgefahren. Schließlich müssen 8.000 Betonpfähle in den Untergrund.
 
Auf dem Luise-Kiesselbach-Platz ist seit 21. September das erste Bohrgerät für den Tunnelbau im Einsatz und bohrt Pfähle für eine Betriebsstation bis zu 30 m tief in den Boden. Jetzt hat es Verstärkung bekommen: Ein zweiter Bohrer arbeitet auf dem Luise-Kiesselbach-Platz, ein dritter steht an der Bernrieder Straße und ein vierter wird in einigen Tagen an der Preßburger Straße die Arbeit aufnehmen. Bohrer Nr. 5 ist ab Dezember in der Heckenstallerstraße im Einsatz. Insgesamt werden für den Tunnelbau sechs solcher Maschinen aufgefahren. Schließlich müssen 8.000 Betonpfähle in den Untergrund.
Münchner Wochenanzeiger : Am Heckenstaller-Trog wird es auf beiden Seiten Lärmschutzwände geben (im hellblau markierten Bereich). Die Bürger möchten, dass auch im roten Bereich eine Wand gebaut wird.
 
Am Heckenstaller-Trog wird es auf beiden Seiten Lärmschutzwände geben (im hellblau markierten Bereich). Die Bürger möchten, dass auch im roten Bereich eine Wand gebaut wird.

Anwohner der der Mainburger Straße und des Max-Seidl-Weges befürchten, nach Fertigstellung des Tunnels Südwest weiterhin großen Lärmbelastungen ausgesetzt zu sein. Bei ihren Häusern wird einmal eine Rampe aus dem Heckenstaller-Trog auf den Luise-Kiesselbach-Platz hinaufführen. Und über diesen Platz werden auch nach dem Tunnelbau immer noch rund 40.000 Autos jeden Tag rollen - so die Prognosen des Baureferats.

Bei der Bürgerversammlung  Sendling-Westpark schilderten die Anwohner ihre Lage:  Die Lärmbelastung liege bereits zehn 10 Dezibel über dem gesetzlichen Grenzwert. Mit der Trog-Rampe rücke der Verkehr aber in wenigen Jahren noch ein Stückchen näher an die Häuser als derzeit. »Wir wollen uns im Freien auch mal in Ruhe unterhalten und unsere Gärten nutzen können!« meinten sie.  Die Anwohner haben daher vorgeschlagen, die Lärmschutzwand, die vor St. Thomas Morus und an der Grabbebrücke entlang des Trogs gebaut werden soll, zu verlängern: Die Wand solle auch sie von der Ausfahrtsrampe abschotten. Eine solche Lösung habe man z.B. am Nordfriedhof umgesetzt, wo es ebenfalls eine Ausfahrtsrampe aus einem Ring-Trog gebe. 70 Unterschriften hatten die Anwohner für ihre Forderung schon vor der Bürgerversammlung gesammelt, erklärte Roland Kögl, und auch die Bürgerversammlung stellte sich hinter den Wunsch der Anwohner nach besserem Schutz: Sie empfahl, die Lärmschutzwand entlang der Rampe zu verlängern.

Tunnelbauleiter Johann Wittmann verwies hingegen auf den Panfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2003: In dem damaligen Verfahren sei alles abgewägt worden; für eine längere Lärmschutzwand gebe es kein Geld. Die Anwohner müssten sich mit anderen Maßnahmen (z.B. Lärmschutzfenster) begnügen.

"Wild West" am Luise-Kiesselbach-Platz?

Der Tunnelbau macht den Bürgern auch an der Garmischer Straße Sorgen: Hier sind es die Ampelschaltzeiten an der Kreuzung vor dem Haus St. Josef, die für viele zu kurz sind. Die Schaltzeiten wurden im Zuge der Bauarbeiten aber gar nicht verändert, stellte das KVR klar. Für Fußgänger können »keine Sekunde mehr Grün rausgekitzelt« werden. Weil etliche Passanten den Eindruck haben, mit dem Tunnelbaubeginn sei an den Überwegen am Luise-Kiesselbach-Platz »Wild-West ausgebrochen«, will die Polizei hier verstärkt kontrollieren. 

Führung rund um Tunnelbaustelle

Tunnelbaustelle, Altersheim, Biergarten: Rund um den verkehrsreichen Luise-Kiesselbach-Platz tut sich einiges. Einen Stadtteilspaziergang rund um das Tunnelprojekt bietet die Volkshochschule mit Dr. Dieter Klein (Historischer Arbeitskreis Sendling) am Sonntag, 25. Oktober, von 14 bis 16 Uhr an (Treffpunkt: Haus St. Josef, Luise-Kiesselbach-Platz 2, Haupteingang. Ukb 5 € 5 bei Anmeldung unter Tel. 74 74 85 20, sonst 6 €). Die Tunnelbaustelle wird in den nächsten Jahren die Anwohner stark belasten. Seit die Bäume weg sind, präsentieren sich die Straßenzüge mit der Bebauung z.T. aus der Nachkriegszeit ganz anders als gewohnt. Sehenswert ist das von Hans Grässel in den zwanziger Jahren erbaute Altersheim mit seiner neubarocken Kirche. Neben einem Biergarten kann man noch ein Gasthaus mit Fotos aus der Entstehungszeit dieses Stadtviertels an diesem Platz bewundern, in dem die Führung abgeschlossen wird.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Sendlinger Anzeiger
Sendling-Westpark
Woche: 43 - 2009
Autor: job
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