Münchner Wochenanzeiger - 

Aktuelle Nachrichten

 
rss icon  
Tuesday, 22. May 2012 · 12:53 Uhr  · 
Meist Bewölkt 18°

Dienstag

Regen  T: 14° / H: 19°

Mittwoch

Regen  T: 13° / H: 24°
 
 
 
 
09.03.2009 - 16:14 Uhr
 

Foto-Projekt über Daiser-Höfe bekommt 3.820 BA-Euro

Bezirksausschuss will seine Zuschussvergabe mit neuem Grundsatzkatalog nachvollziehbarer machen

Lange hat die Kulturschmiede bangen müssen, bis der Sendlinger Bezirksausschuss sich auf eine finanzielle Unterstützung des Fotoprojekts »Die Höfe der Daiserstraße« einigen konnte. Dabei hatte der Budget-Unterausschuss des BA schon vor vier Wochen einhellig vorgeschlagen, 5.000 Euro für das Vorhaben bereitzustellen (beantragt hatte die Kulturschmiede 6.030 Euro). Der BA konnte sich in seiner Februar-Sitzung trotz langer Diskussion aber nicht mit dem Vorschlag anfreunden, sondern vertagte seine Entscheidung und forderte die Kulturschmiede auf, das Projekt abzuspecken.

Werner Resch, der an dem Kunstprojekt arbeitet, legte dem BA daraufhin einen neuen Kostenplan mit einer Antragssumme von nur noch 4.420 Euro vor. Auf diese Summe konnte sich nun aber auch der Budget-Unterausschuss nicht mehr einigen: Nur die Grünen wollten die vollständige Summe genehmigen, während die SPD weitere Kürzungen an der Personalkosten vornahm (und 3.820 Euro genehmigen wollte) und die CSU die Materialkosten zusammenstrich und (und für einen Zuschuss von 3.050 Euro plädierte).

Leo Brux (Grüne) sprach sich allerdings dafür aus, das Vorhaben der Kulturschmiede mit den ursprünglichen 5.000 Euro zu fördern, und verwies auf das dem BA im laufenden Jahr zur Verfügung stehende Geld (etwa 48.000 Euro): »Die jetzt gestellten Anträge nehmen keinem etwas weg!« Durch die Kürzung mache man die Höfe-Veranstaltung ohne Notwendigkeit schlechter. Dagegen wandte sich Oliver Simon (CSU): »Das Geld ist nicht gottgegeben, sondern es ist Steuergeld! Es kann nicht sein, dass wir Unsummen ausgeben, weil ein Künstler auf höchstmöglicher Qualität besteht!«

Wie in der Februar-Sitzung entzündete sich in der März-Sitzung des BA an dem »Höfe-Antrag« der Kulturschmiede eine Grundsatzdiskussion um die Vergabe von Zuschüssen.  »Wie gehen wir künftig mit Budgetanträgen um?« fragte CSU-Sprecher Oliver Simon und erläuterte die Antwort seiner Fraktion, die nachvollziehbare Kriterien festlegen will. Die CSU will die ehrenamtliche Arbeit hervorheben und bei Projekten fehlende Mittel ersetzen, aber nicht »Künstler an sich« finanzieren. Die Fraktion sprach sich dafür aus, künftig Zuschüsse maximal in einer Höhe von 3.000 Euro zu gewähren.

SPD-Sprecher Ernst Dill bat den Budget-Unterausschuss, Richtlinien für die Zuschussvergabe zu entwickeln, und wies auf mögliche Probleme bei der Umsetzung der Deckelung hin. »Man wird darüber diskutieren müssen«, meinte Dill, »aber wir müssen jetzt damit anfangen!«

Leo Brux bewertete einen Grundsatzkatalog ebenfalls als sinnvoll; allerdings dürfe man die Chance, etwas Gutes mitzufinanzieren, nicht vernachlässigen. Ähnlich argumentierte Martina Hartmann (Grüne). »Qualität kostet einfach«, meinte sie mit Blick auf das Daiser-Höfe-Projekt. Der BA solle daher auch darüber nachdenken, welche Qualität von Kunst er im Viertel haben wolle.

Michael Kaiser (CSU), der dem Budget-Unterausschuss vorsteht, kündigte an, im Mai ein schlüssiges Grundlagenkonzept für Zuschüsse vorzulegen. »Solche Richtlinien hatten wir uns schon einmal gegeben«, erinnerte er. Mit der Zeit habe sich aber ein hohes Preisniveau verfestigt: »Alle Anträge sind hochpreisiger, aber auch hochwertiger geworden.« Davon sollte der BA wieder wegkommen, meinte Kaiser.

In der Abstimmung setzte sich schließlich die SPD durch, deren Vorschlag, der Kulturschmiede 3.820 Euro zu gewähren, angenommen wurde. Obwohl diese Summe deutlich unter der beantragten Höhe liegt, zeigte sich Werner Resch optimistisch, das Projekt doch noch realisieren zu können, ohne dessen Substanz aufzugeben. Einfach werde es allerdings nicht, eine Lösung zu finden, meinte er. Durch das Abspecken des ursprünglichen Konzepts könne die Ausstellung über die Daiser-Höfe nicht mehr so erstellt werden, dass sie nach der Präsentation in der Kulturschmiede anderen (BA oder beteiligte Wohnbaugesellschaften) weitergegeben werden kann.  Die Kostenreduzierung zwinge zudem dazu, die nötigen Arbeiten an ein nicht ortsansässiges Unternehmen zu vergeben. Nicht einschränkbar ist laut Resch der Aufwand für die Outdoor-Präsentation, da die Bilder hierfür witterungsbeständig und sicher präsentiert werden müssen. Geplant ist, dass die Höfe-Fotos nicht nur in der Kulturschmiede in der Daiserstraße ausgestellt werden, sondern dass die Outdoorobjekte während der Sommermonate im öffentlichen Raum im Viertel zu sehen sein sollen.

Die Beratung über zwei weitere Budgetanträge über 4.000 und 4.700 Euro (Historische Lernorte Sendling, Dokumentationen »... nach unbekannt abgewandert«) vertagte der Bezirksausschuss.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Sendlinger Anzeiger
Sendling
Woche: 11 - 2009
Autor: job
Artikelkommentare
Kommentar schreiben
Es wurde noch kein Kommentar hinterlegt.