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04.07.2011 - 15:51 Uhr
 

„Kann sehen, was ich geleistet habe“

Linda Gebauer beginnt im Herbst eine Ausbildung zur Zerspannungsmechanikerin

Münchner Wochenanzeiger : Junge Frau in einem Männerberuf: die 17-jährige Linda Gebauer beginnt eine Ausbildung zur Zerspannungsmechanikerin. (Foto: privat)
 
Junge Frau in einem Männerberuf: die 17-jährige Linda Gebauer beginnt eine Ausbildung zur Zerspannungsmechanikerin. (Foto: privat)

Linda Gebauer ist 17 Jahre alt, besucht momentan noch die Hauptschule in der Alfonsstraße und hat gerade die Mittlere Reife abgeschlossen. Ab 1. September beginnt sie ihre Ausbildung zur Zerspannungsmechanikerin bei Krauss-Maffei. Eine junge Frau in einem Männerberuf? Scheint ungewöhnlich, ist es für Linda Gebauer aber nicht. „Natürlich lernen das hauptsächlich Jungs. Das wusste ich ja vorher schon. Von daher ist das für mich überhaupt kein Problem“, erzählt sie. „Ich kenne sogar selbst schon zwei Mädchen, die auch eine Ausbildung zur Zerspannungsmechanikerin machen.“

Über eine entfernte Verwandte sei sie auf die Idee gekommen, den Beruf zu ergreifen. „Zusammen mit meiner Mutter und meiner Tante haben wir im Internet recherchiert und so sind wir auf die Firma Krauss-Maffei gestoßen, die die Ausbildung anbietet“, sagt die 17-Jährige aus Moosach. Als das Unternehmen einen „Tag der offenen Tür“ veranstaltete, hat Linda Gebauer direkt vor Ort ihre Bewerbungsunterlagen für ein einwöchiges Praktikum abgegeben. „Das habe ich dann auch absolviert. Die Woche hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich musste zum Beispiel einen Olympiaturm drehen. Das ist gar nicht so einfach, aber ich habe es geschafft“, erzählt die Schülerin selbstbewusst.

Zerspannungsmechaniker arbeiten an herkömmlichen und numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen, planen den Arbeitsablauf und programmieren sogenannte CNC-Maschinen. Die einjährige Grundausbildung bei Krauss-Maffei erfolgt in Lehrwerkstätten. Die berufliche Fachausbildung schließt sich an und wird zudem auch in den Fachabteilungen durchgeführt. Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre, kann bei entsprechender Leistung allerdings verkürzt werden.

Am Ende ihrer Praktikumswoche hat sich Linda Gebauer schriftlich für eine Azubistelle als Zerspannungsmechanikerin beworben, kurze Zeit später fand schon das Bewerbungsgespräch statt. „Und jetzt beginne ich dann meine Ausbildung. Nachdem ich schon ein wenig reinschnuppern konnte, habe ich absolut positive Erwartungen“, betont Linda Gebauer, die im Oktober ihren 18. Geburtstag feiert. „Ich habe mich für den Beruf der Zerspannungsmechanikerin entschieden, weil man bei der Arbeit sehen kann, was man leistet und das man etwas erschafft. Das gefällt mir.“

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
München
Woche: 27 - 2011
Autor: SB
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