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28.02.2011 - 16:57 Uhr
 

Immer weniger Ostdeutsche

Referat für Arbeit und Wirtschaft präsentiert Studie über Ausbildung und Leben in München

Münchner Wochenanzeiger : Die Zahl der Azubis aus Ostdeutschland ist stark zurück gegangen. (Foto: Referat für Arbeit und Wirtsch)
 
Die Zahl der Azubis aus Ostdeutschland ist stark zurück gegangen. (Foto: Referat für Arbeit und Wirtsch)

Aus den neuen Bundesländern kommen deutlich weniger Azubis nach München. Wenn jedoch welche kommen, dann integrieren sie sich viel besser, als vor zehn Jahren. Das sind die Kernaussagen einer Studie des Referats für Arbeit und Wirtschaft, die Dieter Reiter und Robert Hanslmaier Mitte Februar vorstellten.

Durch eine frühere Studie aus dem Jahr 2001 konnten der Referent für Arbeit und Wirtschaft, Dieter Reiter und Robert Hanslmaier die Ergebnisse von damals mit einer neuen Studie aus dem Jahr 2010 vergleichen.

In München gab es im Jahr 2010 einen deutlichen Rückgang an Ausbildungsbewerbern.. Besonders dramatisch ist dieser Rückgang bei jungen Menschen aus den neuen Bundesländern. In Folge dessen blieben in München im Jahr 2010 rund 1.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Branchen Gastronomie und der Einzelhandel waren besonders betroffen. Die deutlichen Wanderbewegungen, großteils aus den neuen Bundesländern sind komplett zusammengebrochen.

Das Alter bei Ausbildungsbeginn stieg im Vergleich vom Jahr 2001 auf 2010 deutlich an. Das liegt jedoch nicht daran, dass die Jugendlichen eine bessere Schulbildung haben, sie legen einfach mehrere Stationen zwischen Schulabschluss und Ausbildungsbeginn ein. Manche sind kurzzeitig arbeitslos, andere brechen eine angefangene Lehrstelle ab oder beginnen nach Abschluss einer ersten Lehre, eine zweite.

Das größte Problem für die zugezogenen Azubis ist es, eine Wohnung zu finden. 2001 war es zwar noch schwieriger als 2010 - gegebenenfalls eine Verbesserung durch das Internet - das Kostenproblem sieht jedoch in 2001 und 2010 ähnlich aus. Im Jahr 2010 musste ein Sechstel der Azubis zusätzlich arbeiten, ein Umstand, der höchstwahrscheinlich dem Wohnungsmarkt geschuldet war.

Ein erfreuliches Ergebnis stellten Reiter und Hanslmaier zum Schluss der Studie vor. Azubis, die sich für München entscheiden, konnten sich 2010 besser integrieren als 2001. Während im Jahr 2001 noch 20 Prozent der Befragten angaben, sich "in München noch nie heimisch gefühlt" zu haben, waren es im Jahr 2010 nur noch 13 Prozent, die so antworteten. Zudem sank die Zahl derer, die "nur auswärtige Freunde" hatten von 33 Prozent (2001) auf 14 Prozent (2010). Das entspricht einer besseren Integration der auswärtigen Jugendlichen ins Münchner Leben.