| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger Sendling |
| Woche: | 23 - 2010 |
| Autor: | kdk |
„Ein Lebenswerk“, nannte es der Vorsitzende des Bezirksausschuss Sendling (BA 6), Günther Pelkowski. Als „organisatorische Löwenaufgabe“ betrachtet es die Vorsitzende der Freien Turnerschaft München-Süd (FTM-Süd), Ursula Kraft. Die „spannendste Aufgabe“ ist es derzeit für den Finanzwart der FTM-Süd, für Ralf Meier, der sich dem Projekt der neuen Sportstätte ganz und gar verschrieben hat, denn er jongliert derzeit mit schweren Medizinbällen: Denkmalschutz, Insektenbefall, Einsturzgefahr, Starkstromleitungen, Sondermüll und dem Etat, um nur einige zu nennen.
Das neue Trainings- und Vereinsgelände der FTM-Süd wird in einem alten 4-Fürsthof an der Engelhardstraße entstehen, der bislang von den Stadtwerken München als Bauhof genutzt wurde. Im Zuge der Denkmalpflege wandte sich die Stadt München in der Vergangenheit an den FTM-Süd und bot den Tausch des Übungsgeländes an der Karwendelstraße mit dem Nachbargrundstück an – natürlich nicht ganz umsonst. „So schön das neue Alt auch werden wird, so schwierig ist es, die alte Bausubstanz zu erhalten und in das Neue wieder zu integrieren. Nicht immer gelingt dies leider.“, muss Ralf Meier zugestehen, denn nicht nur der Zahn der Zeit hat an den Dachsparren der zukünftigen Turnhalle genagt, auch Insekten haben ihr Übriges dazugetan und so mussten neue Dachbalken in die vorhandene Dachstuhlkonstruktion eingesetzt werden. Ein ebenso zeitraubender wie technisch schwieriger Prozess. Andere Probleme ergaben sich auch für eine denkmalgeschützte Kappendecke am Ort für das neue Vereinsheim. Aufgrund akuter Einsturzgefahr musste diese mit Zustimmung des Dankmalschutzes abgerissen und durch eine neue Kassettendecke ersetzt werden. Aber auch dies wurde bewältigt, wie bereits zuvor ein anderes Problem gelöst wurde: Bot der FTM-Süd schon im alten Heim eine in die Turnhalle integrierte Theaterbühne, so entsteht jetzt ein echter Theatersaal am neuen Vereinsheim. Doch um diese Bühne erbauen zu können, musste zunächst eine Stromleitung verlegt und danach ein Keller gegraben werden. Dabei wurde entdeckt, dass der Aushub stark kontaminiert war und als Sondermüll entsorgt werden musste. Das Resultat: Zusatzkosten, Verzögerung der Baumaßnahmen und jede Menge Sorgen für die fast 1000 Mitglieder der FTM-Süd.
„Gerade deshalb versuchen wir vom BA 6 auch das Projekt zu unterstützen!“, betont Markus Lutz, Ausschussmitglied der SPD-Fraktion und REGSAM-Beauftragter des BA 6, „Denn mit dem Bau haben Architekten, Handwerker und Präsidium schon genug zu tun, da versuchen wir den Verein in verwaltungstechnischen Fragen zu entlasten und zu unterstützen.“ Für den BA 6 ist die Freie Turnerschaft ein wertvolles Element im sozialen Miteinander der Bürger in Sendling und soll zu einem neuen Pfeiler des Kulturlebens in diesem Stadtteil werden. Das gewachsene Vereinsheim biete mehr Platz für weitere Mitglieder und die neue Bühne ist eine wichtige Ergänzung zur vorhanden Kleinkunstszene in Sendling. So soll beispielsweise eine offene Bühne für Nachwuchstalente geschaffen und das sportliche Angebot erweitert werden, allein schon durch zusätzliche Trainingszeiten. Im Herbst wird dann der Umzug in das neue Gelände stattfinden. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Einen großen Teil davon tragen die Mitglieder der FTM-Süd selbst und freuen sich dabei auch immer über tatkräftige Unterstützung. „Das alles wäre nicht möglich ohne unsere Mitglieder.“, stellt Meier fest. So war das Richtfest am 27. Mai eine verdiente Verschnaufpause auf dem beschwerlichen Marathonlauf zum neuen Vereinsheim und durfte zu Recht ein wenig gefeiert werden. A.Gill
| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger Sendling |
| Woche: | 23 - 2010 |
| Autor: | kdk |
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