| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Allach-Untermenzing |
| Woche: | 06 - 2012 |
| Autor: | SB |
Einer der Dauerbrenner im Bezirksausschuss Allach-Untermenzing (BA 23), der sowohl die Gremiumsmitglieder als auch die Bürger in regelmäßigen Abständen immer wieder beschäftigt, ist die Allacher Straße. Genauer gesagt ging es in der jüngsten Sitzung des BA 23 um die Bahnunterführung. „Das ist ein Thema, bei dem man feststellen muss, dass es keine optimale Lösung gibt“, sagte die BA-Vorsitzende Heike Kainz (CSU). „Auf der einen Seite wollen die Anwohner ihre Ruhe haben, auf der anderen Seite wollen die Bürger von Osten nach Westen kommen.“ Dies sei eine Kontroverse, die kaum unter einen Hut zu bekommen sei, so Kainz weiter.
Grund für die Diskussion war das Schreiben eines Bürgers, der seinem Unmut darüber Luft machte, dass sein Antrag aus der Bürgerversammlung keine Mehrheit fand, „nicht zuletzt auch, weil der Versammlungsleiter, StR Josef Schmid, durch unbelegte Vermutungen die Richtigkeit meiner Darstellung in Zweifel gezogen hat“, meint der Bürger. In seinem Antrag hatte er stellvertretend für die Interessengemeinschaft Allacher Straße e.V. die Stadt München aufgefordert, „nach nunmehr 25 Jahren die Beschlüsse des Stadtrates aus dem Jahr 1985 und 1986 zur Öffnung der Bahnunterführung Allacher Straße für PKW so umzusetzen, wie vom Stadtrat beschlossen.“
Stattdessen seien in den folgenden Jahren die verkehrsberuhigenden Maßnahmen Schritt für Schritt entfernt worden, erklärt der Mann. „Die Engstellen wurden rückgebaut, Poller beseitigt und schließlich die Fahrbreite für den KFZ-Verkehr auf mehr als 4,50 m verbreitert. Die im Stadtratsbeschluss zum Ausdruck gebrachte Zusage an die Bürger wurde mit Füßen getreten.“
Die Voraussetzungen im Stadtviertel seien vor 25 Jahren ganz andere gewesen als heute, betonte Kainz. „Alles wäre anders, wenn die Stadt ihr Versprechen eingelöst und die Verbindungsstraße zur Angerlohe geschaffen hätte.“ Im Moment wisse sie nicht, „was wir noch tun könnten“, so Kainz. Natürlich müsse man zu gegebener Zeit immer mal wieder nachhaken. „Eine perfekte Lösung werden wir für dieses Nadelöhr nicht mehr bekommen“, ist sich auch Gerhard Hohenwarter von der Polizeiinspektion Moosach (PI 44) sicher.
Was die Anwohner der Allacher Straße „völlig ausgeblendet haben, ist, dass in der Zwischenzeit eine Menge von Bürgeranträgen eingegangen waren, die sich alle für eine Erweiterung ausgesprochen hatten“, betonte Christoph Kubuschok (CSU). Und Henning Clewing (FDP) erklärte: „Ich kann mich noch gut an die 70er Jahre erinnern. Die Idee, das Ganze als Fuß- und Radfahrerunterführung zu bauen, war eine Schnapsidee“, sagte er „Lassen Sie uns doch in Gottes Namen mit dem Zustand, der jetzt erreicht ist, zufrieden sein und die Diskussion beenden.“ Die Allacher Straße sei nie eine Anliegerstraße gewesen, „das ist sie auch nicht und wird sei auch nicht sein“, so Clewing weiter. Er selbst wohne in Allach und „wenn ich in der Manzostraße zu tun habe, benutze ich natürlich auch die Unterführung. Und selbstverständlich sehe ich mich in diesem Fall auch als Anlieger.“ Seit dem 18. Jahrhundert sei die Allacher Straße eine Verbindungsstraße. „Es tut mir leid, dass die Anlieger einen verstärkten Autoverkehr zu spüren bekommen. Aber Postkutschen gibt es eben keine mehr“, betonte Clewing.
Zudem dürfe man nicht vergessen, dass sowohl in der Allacher-, der Rueß- und der Manzostraße sehr viele Wohnungen gebaut wurden, sagte der SPD-Fraktionssprecher Fritz Schneller. „Da kann man nicht sagen, dass das nur Durchgangsverkehr ist, denn da sind auch viele Anlieger dabei.“ Der Stadtteil wachse, „deshalb gibt es mehr Verkehr.“ Natürlich wolle man nicht, dass der Schleichverkehr gefördert wird, ergänzte Kainz. „Wir verstehen dieses Problem. Aber die Wohnbebauung ist nun mal eine andere als vor 20 oder 30 Jahren.“ Trotzdem werde sie die Stadtratsbeschlüsse noch einmal genau überprüfen.
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Allach-Untermenzing |
| Woche: | 06 - 2012 |
| Autor: | SB |
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