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16.08.2010 - 13:30 Uhr
 

Es ist soweit: 1 Megawatt Leistungsgrenze überschritten

31 Bürgersolaranlagen nach dem "Haderner Model" machen's möglich

Münchner Wochenanzeiger : Solaranlage auf der Konrad-Celtis-Schule in Hadern (Foto: solarpark-muenchen.de)
 
Solaranlage auf der Konrad-Celtis-Schule in Hadern (Foto: solarpark-muenchen.de)
Münchner Wochenanzeiger : Solaranlage auf der Konrad-Celtis-Schule in Hadern (Foto: solarpark-muenchen.de)
 
Solaranlage auf der Konrad-Celtis-Schule in Hadern (Foto: solarpark-muenchen.de)

Vor neun Jahren begann der Arbeitskreis Energie der Agenda 21 in Hadern mit den Vorbereitungen für die erste Bürgersolaranlage. Die Stadt München stellte damals das Dach der Schule an der Gilmstraße unentgeltlich zur Verfügung.

In Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung wurde ein Organisationsmodell entwickelt, das für kleine bis mittelgroße Anlagen gut zu handhaben ist. Dabei wurde für die beteiligten Gesellschafter die Haftungsfrage durch die Zusammenarbeit mit einem Verein elegant gelöst. Für diese innovative Konstruktion erhielten die Haderner Aktiven 2003 den Umweltpreis der Stadt. Das „Haderner Modell“, das bundesweit bekannt wurde, konnte bald auch an anderen Orten angewandt werden. Der Verein ergon e.V., in dem sich die Akteure zusammengeschlossen haben, unterstützt aktiv andere Initiativen bei der Verwirklichung ihrer Projekte.

Die Stärke des „Haderner Modells“ ist, dass es gerade den Durchschnittsverdienern als Kleinanlegern eine Möglichkeit einer Beteiligung bietet. Ab 1.500 Euro wird man nach dem „Haderner Modell“ zum Solarstromerzeuger und Klimaschützer. Viele der Klimaschützer finden sich zu weiteren Projekten in Gruppen zusammen. Die Bürgersolaranlage nach dem „Haderner Modell“ wird somit häufig zur Keimzelle einer aktiven, sich für den Klimaschutz einsetzenden Bürgerschaft.

Mit ca. 950 Beteiligten konnten bereits mehr als 5 Millionen Euro Investitionssumme gesammelt werden und 31 Anlagen im Großraum München gebaut werden. Zusammen haben sie eine Leistung von 1,001 MW und haben bisher mehr als 2.000 Tonnen schädliches Treibhausgas CO2 vermieden. Dabei wurde bis heute der Jahresstrombedarf von ca. 1500 Haushalten erzeugt.

Da der erzeugte Solarstrom meist zur Spitzenlastzeit am Mittag ins Netz eingespeist wird, ersetzt er teure Stromerzeugung z.B. aus Gasturbinen, was zur Verbilligung des Gesamtstromes beiträgt. Wenn dieser Vorteil von den Energiekonzernen an die Verbraucher weitergegeben wird, entlastet das die Strombezieher.

Dass im Münchner Stadtgebiet von den 31 Solaranlagen allerdings nur 4 stehen, lässt die Aktiven aus Hadern nicht ruhen. In den kommenden Monaten wollen sie in Zusammenarbeit mit Münchner Schulen spezielle Schulsolaranlagen bauen lassen. Das Schulreferat soll dieses Projekt unterstützen. Doch auch hier hat eine Umlandgemeinde die Nase vorn: In Tutzing am Starnberger See sind die Vorarbeiten mit einer Schülergruppe für die Schulsolaranlage des Gymnasiums so weit gediehen, dass der Verein ergon e.V. auch diesmal im Umland ein Projekt eher verwirklichen kann als im Stadtgebiet. Bleibt zu hoffen, dass das den Ehrgeiz innerhalb Münchens weiter vorantreibt. pm