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11.05.2009 - 15:52 Uhr
 

Elf Stolpersteine für die Kyreinstraße

Am Sonntag, 17. Mai, verlegt der Bildhauer Gunter Demnig an der Kyreinstraße 3 auf Privatgrund 11 Stolpersteine. Damit soll an die von den Nazis deportierten und ermordeten Sendlinger erinnert werden, die in dem Anwesen wohnten. Angestoßen durch die zeitgeschichtliche Stadtteil- und Erinnerungsarbeit der Initiative Historische Lernorte Sendling hat sich die Eigentümergemeinschaft an der Kyreinstraße 3 entschlossen, ein solches Zeichen der Erinnerung zu setzen. Dies erfolgt unter der Federführung der Initiative Stolpersteine für München e.V.

Vorgesehener Ablauf ab etwa 12.30 bis etwa 15.30 Uhr: * Beginn der Verlegung.
* Begrüßung Dr. Reiner Bernstein (Initiative Stolpersteine für München e.V.).
* Einführung Leo Brux (Initiative Historische Lernorte Sendling).
* Dr. Meike Zwingenberger (Eigentümergemeinschaft Kyreinstr. 3).
* Lesung der Namen und Lebensgeschichten von 11 ehemaligen Hausbewohnern.
* Zeitzeuge Ernst Grube: Erinnerungen an die Zeit in Sendling und im Antonienheim.

Inzwischen hat Gunter Demnig rund 17.000 Steine in etwa 430 Städten und Gemeinden in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Österreich, Tschechien, der Ukraine und Ungarn gesetzt. Der Münchner Stadtrat lehnte 2004 die Verlegung der Stolpersteine ab und nahm damit Rücksicht auf die Befürchtung der Israelitischen Kultusgemeinde. Die hatte es als »unerträglich« bezeichnet, die Namen ermordeter Juden auf Tafeln zu lesen, die in den Boden eingelassen sind und auf denen mit Füßen herumgetreten werden könne. In München werden Stolpersteine daher nur auf Privatgrund verlegt. 

An sie erinnern die Stolpersteine:

Richard Reiss, Viehhändler, geb. 11.6.1890. Irma Reiss, geb. 23. Juli 1893. Wolfgang Reiss,  Schüler, geb. 26.12.1932.
Die Familie Reiss wird am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert, wo Wolfgang und seine Eltern fünf Tage später wie fast 1.000 weitere Münchner umgebracht werden.

Simon Berger, Kaufmann, geb. 16.8.1896. Betty Berger, Kauffrau, geb. 4.12.1893. Esther Berger, Schülerin, geb. 11.6.1929. Hanna Berger, Schülerin, geb. 17.12.1930.
Das Ehepaar Berger und seine beiden Töchter werden am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert und dort fünf Tage später erschossen.

David Mayer, Kaufmann, geb. 15.5.1873. Natalie Mayer, geb. 11.12.1878. Julia Früh, geb. 5.1.1874.
Am 16. Juli 1942 werden die David und Natalie Mayer sowie Natalies Schwester Julia nach Theresienstadt und zwei Monate später ins Vernichtungslager Treblinka gebracht, wo sie alle ermordet werden.

Wilhelm Mamma, Vertreter, geb. 27.2.1902
Er wird am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert  und dort fünf Tage später umgebracht.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Sendlinger Anzeiger
Sendling
Woche: 20 - 2009
Autor: job
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