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02.02.2012 - 10:48 Uhr
 

Ein artgerechtes Zuhause für ausgestoßene Kreaturen

Der Gandenhof Gut Streiflach beherbergt 400 Tiere vom Dackel bis zum Emu

Münchner Wochenanzeiger : Ziegenbock Fonsi fühlt sich unter Seinesgleichen wohl.  (Foto: pi)
 
Ziegenbock Fonsi fühlt sich unter Seinesgleichen wohl. (Foto: pi)
Münchner Wochenanzeiger : Hängebauchschwein Peggy Sue mag ihren Pfleger. (Foto: pi)
 
Hängebauchschwein Peggy Sue mag ihren Pfleger. (Foto: pi)

Mit dem Leitspruch "Nicht reden, sondern handeln" gründete der Münchner Rechtsanwalt und Fernsehmoderator Andreas Grasmüller zusammen mit sechs Mitstreitern 1993 die "Gewerkschaft für Tiere". Seine Idee war es, eine Zufluchtsstätte zu bauen, die Tieren ein weitgehend artgerechtes Leben ermöglicht. Geschundenen und ausgestoßenen Haustieren, gequälten und ausgemergelten Nutztieren, gejagten und verfolgten Wildtieren, ihnen allen sollte die Fürsorge des neu gegründeten Vereins zuteil werden.

Im Jahr 2000 wurde der Gnadenhof für Tiere Gut Streiflach in Germering eröffnet. Im Gut Streiflach, das langfristig von der Stadt München gepachtet wurde, wurden in zweijähriger Bauzeit Wohngebäude generalsaniert, zahlreiche Nebengebäude zu Tierunterkünften umfunktioniert und das 100.000 Quadratmeter große Freigelände den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schützlinge entsprechend gestaltet. Der Gnadenhof für Tiere bietet heute Zuflucht für rund 400 Tiere der verschiedensten Arten. Die exotischsten sind Alpakas, Papageien sowie zwei Emus und ein Nandu.

Fundtiere und Scheidungsopfer

Die Tiere haben die unterschiedlichsten Schicksale, viele davon sind schockierend und traurig. Zum Beispiel werden gequälte, abgemagerte und verdreckte Hunde aus Spanien liebevoll gesund gepflegt. Doch es gibt auch Geschichten zum Schmunzeln: Im vergangenen Sommer kam ein Hilferuf vom Tierheim Starnberg, dort war ein Ziegenbock abgegeben worden, der als Fundtier plötzlich in einem Garten gestanden hatte. Die Mitarbeiter des Tierheims konnten zwar für die vorübergehende Unterbringung ein Gehege freimachen, aber eine endgültige Lösung stellte dies natürlich nicht dar. Also durfte Ziegenbock Fonsi einige Wochen später, nachdem er kastriert worden und sicher gestellt war, dass er nirgends vermisst wurde, die Reise nach Gut Streiflach antreten, wo er sich sichtlich über den Anschluss an die Ziegenherde freute.

Peggy-Sue ist ein Hängebauchschwein und kam im Juni 2011 ins Gut Streiflach, weil die Vorbesitzer aufgrund ihrer Scheidung das Haus mit Garten verkaufen mussten. Für Peggy-Sue war dann natürlich kein Platz mehr. Sie hat den Sommer über zarte Bande zu ihrem Pfleger geknüpft. Kein Wunder, denn Peggy-Sue zieht Männerbekanntschaften vor und lässt sich gerne mit Rosinen verwöhnen.

Der Gnadenhof Gut Streiflach ist grundsätzlich nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, es gibt jedoch mehrmals im Jahr Tage der offenen Tür und Führungen nach Anmeldung für Kindergruppen und Schulklassen.

Die "Gewerkschaft für Tiere" ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Er kämpft aktiv im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten gegen Tierquälereien und Gesetzesverstöße bei der Tierhaltung. Weitere Informationen unter www.gewerkschaft-fuer-tiere.de

 
Artikelinfo
Ausgabe: SamstagsBlatt
Germering
Woche: 05 - 2012
Autor: DS
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