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24.11.2009 - 11:01 Uhr
 

Dorfkerne werden vor Ort begutachtet

Jetzt gibt es einen "Fahrplan" für die anstehenden Entscheidungen

Münchner Wochenanzeiger : MdL Julika Sandt (FDP). (Foto: job)
 
MdL Julika Sandt (FDP). (Foto: job)

Vor etwas mehr als einem Jahr sorgte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege mit seinem Plan, die Denkmalliste zu überarbeiten, bei den Münchnern für Entsetzen: Von den 20 Dorfkernensembles in der Stadt soll demnach nur ein einziges unverändert auf der Denkmalliste bleiben. Fünf Ensembles (u.a. Solln, Forstenried und Untersendling) will das Landesamt verkleinern. 14 Ensembles (darunter der Ortskern Großhadern um die Barockkirche St. Peter und das Ensemble um die Wallfahrtskirche St. Maria Thalkirchen) sollen ganz aus der Denkmalliste gestrichen werden. Gegen diese Pläne gingen die Bezirksausschüsse vor Ort auf die Barrikaden.

Nun gibt es einen »Fahrplan« als Grundlage für die Behandlung des strittigen Themas: Der Landesdenkmalrat hat das weitere Vorgehen in Sachen Dorfkernensembles mit der Stadt München und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt. Das teilte MdL Julika Sandt (FDP) mit, die dem Landesdenkmalrat und dem Bezirksausschuss 19 angehört.

Alle Ensembles wurden in vier Gruppen aufgeteilt und sollen  von Vertretern des Landesdenkmalrates, der Stadt und der Bezirksausschüsse besichtigt werden. Danach will der Landesdenkmalrat unter Einbeziehung der Stellungnahme der Stadt eine endgültige Entscheidung treffen.

Als erstes wird u.a. der Dorfkern Forstenried behandelt, der noch vor Weihnachten besichtigt werden soll, so dass der Landesdenkmalrat bei seiner nächsten Sitzung am 29. Januar eine Entscheidung treffen könnte (der Rat rechnet zwar mit einer einvernehmlichen Lösung, das Landesamt ist laut Julika Sandt allerdings noch nicht von seinem Vorhaben, den Dorfkern Forstenried zu verkleinern, abgerückt).

Weiter umstritten zwischen Stadt und Landesamt für Denkmalpflege ist die Bewertung der Ensembles Großhadern und Solln; hier rechnet der Landesdenkmalrat mit einer abschließenden Entscheidung im Laufe des nächsten Jahres.

Völlig offen ist die Zukunft der Ensembles Thalkirchen und Untersendling: Hier soll die Stadt zunächst weitere Untersuchungen durchführen, ehe mit dem Landesamt weiter diskutiert wird.

»Ich begrüße es, dass wir wissen, wie es weitergeht, dass die Bezirksausschüsse eingebunden sind und die Menschen vor Ort ernst genommen werden«, meinte Julika Sandt zu dem Fahrplan. »Ich gehe davon aus, dass mit der notwendigen Offenheit an die Fragen herangegangen wird.« In einer Großstadt wie München seien die Dorfkerne etwas Besonderes und schon daher schützenswert.   

 
Artikelinfo
Ausgabe: Sendlinger Anzeiger
Münchner Süden
Woche: 48 - 2009
Autor: job
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