| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger Sendling-Westpark |
| Woche: | 32 - 2009 |
| Autor: | job |
»Davon habe ich immer geträumt«, meint Ilse Nagel angesichts des endlich bevorstehenden Tunnelbaus rund um den Luise-Kiesselbach-Platz und ähnlich emotional wie die langjährige Stadträtin reagieren viele Politiker und Anwohner im Viertel. Seit 22 Monaten sind entlang der Tunnelstrecke bereits Arbeiten im Gange: Versorgungsleitungen und Kanäle wurden verlegt, Düker gebaut und eine Unzahl von Bäumen gefällt. Mit dem Einrichten der Baustelle und dem in Kürze vorgesehenen Markieren der provisorischen Fahrbahnen gehen die Vorbereitungen ihrem Ende entgegen: Mitte August rücken die ersten Baumaschinen an. Wo wann mit welchen Arbeiten zu rechnen sein wird, will das Baureferat Ende August darlegen.
Seit den 70er Jahren wurde über einen Tunnelbau in Sendling-Westpark nachgedacht und gestritten. 1996 entschieden die Münchner zwar, dass drei Tunnel am Mittleren Ring zu bauen sind; der Tunnel Südwest blieb aber das Schlusslicht. Im Juli 2002 wurde der Petueltunnel für den Verkehr freigegeben, seit 20. Juli rollen auch durch den Richard-Strauss-Tunnel Autos. Diese beiden Tunnel sind 1.500 Meter lang. Das dritte Tunnelbauwerk wird indes noch ein gutes Stück größer: Der Tunnel unter Garmischer Straße und Luise-Kiesselbach-Platz allein wird schon 1.500 Meter lang. Zum gesamten 2.800 Meter langen Ausbauabschnitt gehören außerdem ein 620 Meter langer Tunnel sowie ein 400 Meter langer Trog in der Heckenstallerstraße - sowie vier Betriebsstationen, vier Pumpwerke und 15 Notausgänge. Die Stadt hat die Kosten für den Bau auf 398,5 Millionen Euro beziffert (der Petueltunnel kostete 204,5 Millionen Euro, der Tunnel Ost 325 Millionen Euro).
Heute rollen Tag für Tag etwa 120.000 Fahrzeuge durch die Garmischer Straße. Dieser Abschnitt des Mittleren Rings verbindet auch die Autobahnen A 95 und A 96 miteinander und gilt vielen daher längst als Teil des europäischen Fernstraßennetzes. Entsprechend hoch sind die Belastungen durch Lärm und Schadstoffe. Der Tunnel soll die Anwohner entlasten und den Verkehr an der Oberfläche teils drastisch reduzieren - in der Garmischer Straße etwa um unglaubliche 95 Prozent.
Bis es soweit ist, stehen den Anwohnern noch harte Zeiten durch die Bauarbeiten bevor. Zumindest einen Verkehrskollaps wird es nicht geben, glauben die Planer und verweisen auf ihre Erfahrungen mit dem Bau der zwei ersten Tunnel. Die Fahrbahnen im Baustellenbereich werden zwar immer wieder verschwenkt, sollen aber allesamt offen bleiben. Im Jahr 2015 wollen die Tunnelbauer ihr Werk für den Verkehr freigeben. Danach wird die Oberfläche samt Park neu gestaltet, was bis 2017 oder vielleicht sogar bis 2018 dauern dürfte.
Eine Übersicht über das Bauprojekt mit detailliertem Plan zum Herunterladen finden Sie hier.
| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger Sendling-Westpark |
| Woche: | 32 - 2009 |
| Autor: | job |
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