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13.04.2010 - 15:55 Uhr
 

Dauerstau durch Trambahnbau?

CSU macht gegen rot/grüne Pläne mobil

Münchner Wochenanzeiger : Eine Trambahntrasse wo die Buslinie ausreichend ist? CSU-Stadtrat Otto Seidl hält dies für unsinnig.
 
Eine Trambahntrasse wo die Buslinie ausreichend ist? CSU-Stadtrat Otto Seidl hält dies für unsinnig.

Die Absicht der rot-grünen Rathausmehrheit, eine neue Trambahntrasse vom Romanplatz über die Fürstenrieder Straße zum Ratzinger Platz zu bauen, stößt bei der CSU auf Ablehnung. Sie hält das Vorhaben für eine glatte Verschwendung von Steuergeldern. Allein für die Planungen und Befragungen müssten zwei Millionen Euro aufgewendet werden.

Bei einem Vorort-Gespräch mit CSU-Stadtrat Otto Seidl, verwies dieser auf die gut funktionierenden Buslinien, die auf der Strecke großteils bereits im 5-Minuten-Takt verkehren. Beim Ortstermin um 9 Uhr, an einem Werktag, erschien das Platzangebot der vorbeifahrenden Busse weit ausreichend, da noch jede Menge Sitzplätze frei waren. Eine genaue Zahl über die Auslastung der Buslinie 51 erwartet er sich von einer Stadtratsanfrage.   Seidl hält das Trambahnprojekt deshalb für „ein unnötiges Nahverkehrsprojekt, das Millionen verschlingen wird und das, obwohl die Stadt keinen Cent mehr in der Kasse hat.“

Nachdem zwei Fahrspuren (in jeder Richtung eine Fahrspur) den Trambahnplänen zum Opfer fielen, fürchtet der CSU-Stadtrat einen Dauerstau auf einer der Hauptverkehrsadern in München. Mit 17 Haltestellen auf der 8,5 km langen Strecke müssten auch die entsprechenden Fußgänger-Übergänge eingerichtet werden und dort „steht der Verkehr still!“. Noch mehr Probleme sieht er für die Autofahrer auf den Linksabbiege-Spuren, die heute schon staugefährdet sind.

Vorteile kann Otto Seidl nicht ausmachen, denn die Umweltbilanz werde nicht verbessert, da die Autos mehr Standzeiten hätten. Weitere Nachteile: Unfallgefahr für Schüler, Senioren und Bedinderte durch die Bahnsteige in der Mitte der Straße – Wegfall von Parkplätzen – Belastung der Wohnviertel durch Park-Suchverkehr und die Vernichtung des Waldfriedhof-Parkplatzes zugunsten einer Tram-Wende-schleife.

Mit Info-Ständen will Seidl, gemeinsam mit seinen Stadtratskollegen Johann Stadler, Dr. Manuela Ohlhausen und Elisabeth Schmucker sowie dem ehem. Stadtrat Max Strasser, gegen die Pläne mobil machen.

Die nächsten Termine: Samstag, 17.4., 10 – 13 Uhr, in Laim beim Tengelmann, Fürstenrieder Str. 54, am Samstag, 24.4., 10 – 13 Uhr, in Hadern, Fürstenrieder-/Ecke Guardinistraße. Eine Bürgersprechstunde mit den Stadträten zum Thema „Verkehr“ findet am Dienstag, 27.4., 19 Uhr, in der Gaststätte Rosengarten im Westpark, statt.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Sendlinger Anzeiger
Hadern
Woche: 15 - 2010
Autor: kdk
Artikelkommentare
Straßenbahnfreunde München e.V. (01.05.10)
Hätte es 1876 auch schon eine CSU gegeben, dann hätte diese wohl auch schon gegen die erste Pferdebahn protestiert, weil deren Gleise ja die privaten Pferdekutschenbesitzer behindert hätten...
 
Wolfgang Wehrle (26.04.10)
Es ist immer wieder das Gleiche: Steinzeitdenke, Betonköpfe, dumm daher redene Geschäftsleute, die nicht über den Tellerrand hinausschauen können - ein Wunder, dass überhaupt noch Tramprojekte realisiert werden. Warum ? Weil diese (wie würden die Bayern sagen ? Deppen ?) Zeitgenossen Gott sei Dank meistens in der Minderheit sind. Man findet sie meistens in der CSU und der FDP, aber auch in den anderen Parteien finden sich diese ewig Gestrigen. Die Geschäftsleute profitieren dann nach der Inbetriebnahme von der gestiegenen Attraktivität ihres Viertels. Man sollte den Motzern ihren Umsatz, den sie durch diesen Vorteil dazugewinnen, sperren. Münchner, lasst Euch von diesen \\\\\\\"Dummschwätzern\\\\\\\" nicht von Euren Trambahnplänen abbringen - zieht es durch.
 
Frank Hohmann (17.04.10)
Die Trambahngegner waren heute gar nicht, wie im Artikel angegeben, vor dem Tengelmann in Laim, sondern stattdessen vor dem Penny am U-Bhf Holzapfelkreuth.

War dies eine List zur Verwirrung des Feindes?
 
Thomas Naumann (15.04.10)
Überall, wo in München die Tram fährt, steigt ein weitaus größerer Teil der Autofahrer auf die \\\\\\\"Öffis\\\\\\\" um als bei Busverkehr. Will Herr Seidl das nicht? Oder interessiert es ihn nicht? Oder weiss er es gar nicht? Vermutlich weiss er auch nicht, dass Trambahnen viel wirtschaftlicher fahren als Busse bei einer so hohen Nachfrage wie auf der Westtangente. Mit leeren Plätzen im Bus um 9.00 zu argumentieren, zeugt entweder von Dummheit oder von Infamie: das ist bekanntlich genau die Tageszeit, wo die öffentlichen Verkehrsmittel am geringsten nachgefragt werden. Übrigens auch die Zeit, wo auf den Straßen ziemlich wenig los ist. Ich kann in dieser CSU-Aktion überhaupt keinen Sinn erkennen: eine viel wirtschaftlichere, viel attraktivere und viel umweltfreundlichere Alternative zum Bus, nämlich die Tram, wird in populistischer, ja volksverdummender Art unter völliger Verzerrung der Fakten im Grunde als schwachsinnig dargestellt. Fragt sich nur, warum der 17er zum Romanplatz jetzt als Tram über 700% mehr Fahrgäste anzieht als früher der Bus. Alles verirrte Spinner? Sicher nicht, aber bestimmt auch ein paar CSU-Wähler. Seidl und Konsorten arbeiten gerade hart dran, dass sie zukünftig noch weniger Stimmen bekommen. Gut so - für solche Leute ist schon eine Stimme genau eine zu viel!
 
Frank Hohmann (15.04.10)
Ich finde diese Autofahrer-Lobbyisten der CSU einfach zum Kotzen.
Jedesmal wenn irgendwo über eine neue Straßenbahn nachgedacht wird kommt sofort ein Aufschrei dieser Partei. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Tram als aldmodisches Verkehrshindernis verschrien. Das ist heute ganz anders. Moderne Straßenbahnen sind effektiv und umweltfreundlich. Überall auf der Welt werden neue Strecken gebaut. Nur CSU-Politiker können nicht über den Tellerrand blicken und haben die verkehrspolitischen Argumente des vergangenen Jahrhunderts ins Gehirn gemeißelt wie in Granit. Kein Wunder, dass über 50 % diese Partei heute nicht mehr wählen.
Herr Seidl sollte sich ein Beispiel an Seinem Parteigenossen Robert Brannekämper aus Bogenhausen nahmen. Dieser plakatierte kürzlich noch in Bogenhausen gegen den \\\"Trambahnwahn\\\", hat sich aber dann doch von den Besseren Argumenten überzeugen lassen und stimmte dann ebenfalls für den Bau Bau der Tram nach Sanlt Emmeram.

PS: Ich bin nicht anti CSU, aber Prio Tram
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