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14.06.2010 - 17:12 Uhr
 

Abrechnung mit der Regierung

Politischer Frühschoppen der SPD München Süd

Münchner Wochenanzeiger : Der Hoffnungsträger der SPD im Fürstenrieder Festzelt: Landesvorsitzender Florian Pronold. (Foto: Foto: Bid)
 
Der Hoffnungsträger der SPD im Fürstenrieder Festzelt: Landesvorsitzender Florian Pronold. (Foto: Foto: Bid)

„Was wäre ein Bierzelt ohne Politik?“ - Mit dieser Frage eröffnete Ludwig Wörner, Landtagsabgeordneter der SPD, den politschen Frühschoppen der SPD München Süd auf dem Fürstenrieder Frühlingsfest. So richtig auf den Putz hauen wollten der Landtagsabgeordnete und Hauptredner Florian Pronold, Landesvorsitzender der Bayern SPD. Das spärlich gefüllte Festzelt machte den beiden Rednern jedoch einen Strich durch die Rechnung. Ob dies an der fehlenden Mobilisierung von SPD-Anängern oder doch am schönen Wetter lag, darüber kann man sich streiten. Florian Pronold und Ludwig Wörner nahmen dieses Hindernis jedoch mit Humor und trugen ihre Reden  souverän vor. Dabei ließen die SPD-Politiker kein gutes Haar an der bayrischen und der deutschen Regierung.

Hauptthema war in beiden Reden die Wirtschaftskrise. Ludwig Wörner warf der bayrischen Landesregierung vor, sie habe Steuergelder verzockt. Insgesamt vier Mrd. Euro verlor die Bayrische Landesbank durch den Kauf der in Kärnten ansässigen Hypo Group Alpe Adria. Ein gigantisches Desaster in den Augen Wörners: „Geld, das nun nicht mehr in Straßen, Lehrer und Schulen investiert werden kann.“ Auch Wirtschaftsminiser Martin Zeil (FDP) bekam sein Fett weg. Ludwig Wörner warf diesem Inkompetenz vor, denn er mache die Wirtschaft eher kaputt als sie zu pflegen. Florian Pronold ließ Angela Merkel (CDU), Guido Westewelle (FDP) und Friedrich Merz (CDU) sogar Eselsohren wachsen. „Wirtschaft muss den Menschen dienen und nicht andersherum“, ließ Pronold verlauten.“Nicht Geld schafft Reichtum, sondern die Menschen schaffen ihn. Man würde nichts merken wenn einen Tag lang alle Manager nicht arbeiten würden.“ Auch kritisierte der Landesvorsitzende das Sparpaket der Bundesregierung, welches seiner Meinung nach, den Armen das Geld aus der Tasche ziehe, wohingegen den Reichen das Geld hinterhergeschmissen werde. „Erben ist leistungsloses Einkommen. Dies allein rechtfertigt schon eine höhere Besteuerung.“

Pronold wies dabei immer wieder auf das SPD-Prinzip „Menschen für Menschen“ hin. Es sind die starken Schultern die in der deutschen Gesellschaft die schwachen Schultern stützen sollen. Dieses Prinzip gilt für Florian Pronold auch im deutschen Gesundheiswesen. So sprach er sich klar gegen die Kopfpauschale aus: „Die Bundesregierung spielt Robin Hood, aber wenns darauf ankommt sind sie eher Sheriff von Nottingham.“

Beim Thema Umwelt fielen die SPD-Politiker in erster Linie über den bayrischen Minister für Umwelt und Gesundheit, Markus Söder (CSU), her. Dieser sprach sich für die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken aus, ohne einen, für die SPD, zureichenden Lösungsvorschlag für die Entsorgung des Atommülls zu machen. „Wenn man seine heiße Luft in Energie umwandeln würde, könnte man alle Atomkraftwerke in Deutschland aussschalten.“, spottete Florian Pronold. „Wir müssen raus aus diesem Dreckszeug!“, so Ludwig Wörner und erteilte Söders Ideen eine klare Abfuhr.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Sendlinger Anzeiger
Fürstenried
Woche: 24 - 2010
Autor: bid
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