| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger München |
| Woche: | 36 - 2010 |
| Autor: | pfe |
Die Mehrheit der Bürger Bayerns hat sich für ein vollständiges Rauchverbot in Gaststätten entschieden. Auch die Festwirte am Oktoberfest wollen das Verbot schon in diesem Jahr einhalten. Dabei wird die Regelung zunächst locker gehandhabt, um größere Streitereien zu vermeiden.
"Die Leute müssen sich daran gewöhnen." Ludwig Hagn, Festwirt des Löwenbräu-Zelts, will das Rauchverbot in seinem Zelt auf jeden Fall durchsetzen. Sollte ein Gast zum Glimmstängel greifen, so wird dieser zunächst von der Bedienung darauf hingewiesen die Zigarette auszumachen. Erst wenn sich ein Raucher weiterhin weigert, das Qualmen sein zu lassen, bekommt er Probleme. "Irgendwann gibt's nichts mehr zu trinken", sagt Hagn, "und im schlimmsten Fall bekommt man im nächsten Jahr keinen Platz mehr."
Diese Drohung, glaubt der Festwirt, der selbst ein bekennender Nichtraucher ist, bewirke bei den "Rauch-Sündern" am meisten. Ein weiteres Problem sei, dass Raucher, die das Festzelt verlassen, um ihrer Sucht zu frönen vor allem an den Wochenenden Schwierigkeiten haben werden, wieder hineinzukommen. In diesem Punkt ist Hagn rigoros: "Wenn ich Pilot bin, kann ich die Leute auch nicht auf die Tragflächen schicken." Das bedeutet: Jeder verlässt das Zelt auf eigene Verantwortung, es gibt keine Wiedereinlass-Garantie oder -karten.
"Die anderen Wirte werden es ähnlich machen.", meint Hagn. Er vertraut darauf, dass sich die neuen Regelungen einspielen: "Am Straubinger Volksfest wurde das Rauchverbot getestet und es hat wunderbar geklappt - null Problem." Ob es im nächsten Jahr abgetrennte Raucherbereiche oder sonstige Lösungen geben wird, das konnte der Festwirt nicht voraussagen.
Einen Einbruch der Besucherzahlen wegen des Rauchverbots erwartet Hagn auf keinen Fall: "Ich habe überhaupt keine Angst, dass weniger kommen."
| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger München |
| Woche: | 36 - 2010 |
| Autor: | pfe |
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