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14.09.2010 - 11:45 Uhr
 

Sperrgürtel zwingt Taxler zum Ausweichen

Hauptgeschäft im Norden der Wiesn

Münchner Wochenanzeiger : So sieht der offizielle Anfahrtsplan für Taxen aus. (Foto: pfe)
 
So sieht der offizielle Anfahrtsplan für Taxen aus. (Foto: pfe)
Münchner Wochenanzeiger : Die Visitenkarte der Stadt: Alfons Haller ist, wie viele seiner Kollegen, Taxifahrer aus Leidenschaft. (Foto: pfe)
 
Die Visitenkarte der Stadt: Alfons Haller ist, wie viele seiner Kollegen, Taxifahrer aus Leidenschaft. (Foto: pfe)

Die diesjährige Jubiläums-Wiesn steht in 200 Jähriger Tradition - und ist doch anders als je zuvor. Nicht nur, dass das erste Mal die Raucher aus den Zelten verbannt werden, auch der Sperrgürtel am Bavariaring und der Theresienhöhe bringt gravierende Neuerungen mit sich. Besonders beroffen: Die Taxifahrer.

"Auf dem Oktoberfest ist das Taxi das wichtigste Verkehrsmittel.", meint Paul Rusch vom Taxikurier. In diesem Jahr müssen sich, auf Grund der Sicherheitszone, sowohl Fahrer als auch Gäste der elfenbeinfarbenen Fahrzeuge umstellen. Rusch: "Die Erwartungen sind höchst unsicher. Es kann einen Verkehrskollaps oder einen Besuchereinbruch geben." Damit keines von beiden passiert, hat die Taxi München Genossenschaft zusammen mit der Polizei einen komplett neuen Einsatzplan erstellt, welcher die neuen Taxistellplätze festlegt.

Insgesamt ist die wohl die größte Neuerung, dass Wiesn-Besucher ein paar Meter weiter laufen müssen, bis sie zu ihrem Taxi gelangen. Das Hauptgeschäft wird im Norden der Theresienwiese, an der Schwanthalerstraße, ablaufen. Dort werden die meisten Taxen stehen. Weitere Knotenpunkte befinden sich im Osten am Kaiser-Ludwig-Platz, in der Herzog-Heinrich-Straße, in der Lindwurmstraße (Ecke Herrmann-Schmid Straße) und im Süden an der Bavariastraße. Wichtig: Im Westen (Theresienhöhe hinter der Bavaria) gibt es keine Taxistellplätze - hier darf kein einziges Auto ohne Sonderausweis fahren.

"Wir stehen etwas weiter weg, weil es am Sperrgürtel keine Anfahrtszonen gibt, wo die Leute aussteigen können.", erklärt Thomas Kroker vom Kundenservice. Die Taxler gehen davon aus, dass es höchstens an den Wiesn-Wochenenden zu Schwierigkeiten kommt. Kroker: "Die Brennpunkte werden die Schwanthalerstraße und die Beethofenstraße bis zum Kaiser-Ludwigsplatz sein. Dort werden Wendemanöver unmöglich." Außerdem würden Reisebusse, die zu ihrem gewohnten Parkplatz gelangen möchten, den Verkehr verstopfen.

An dieser Stelle ist die Polizei gefragt. Die Beamten wollen Busse, die in den Sperring einfahren rigoros weiterschicken. Zusätzlich haben sie die Möglichkeit, flexible Straßensperren durchzuführen. So könne, laut einer Sprecherin, die komplette Schwanthalerstraße für alle Fahrzeuge außer Taxen gesperrt werden. Da der Pendelverkehr über den ZOB abläuft, wird es auf der Hackerbrücke zu großen Fußgängerstömen kommen. In diesem Fall wird die Polizei die Brücke für alle Fahrzeuge sperren.

Aktion Saubere Wiesn

"Das Taxi sollte eine Visitenkarte der Stadt sein!", meint Kundenberater Florian Schäfler. Besonders zur Oktoberfeszeit, in welcher pro Tag ca. 250 000 Fahrten ablaufen (normal: ca. 75 000), müssen Taxifahrer auf Sauberkeit und Zuverlässigkeit achten. Für Wiesn-Besucher gibt es in diesem Jahr zusätzliche Informationsangebote: Deutlich sichtbare Hinweisschilder auf der Wiesn und kleine Informationskärtchen leiten Besucher zu den Taxi-Standplätzen. "Natürlich", so Schäfler weiter, "werden wir das Personal erweitern und doppelt so viele Annahmeplätze als normal anbieten."

Überraschenerweise hoffen die Taxler nicht auf einen Streik der MVG. Es überwiegt eher die Angst, dass durch die zusätzlichen Autos und Fußgänger der Verkehr vollständig zusammenbricht, und keine Fahrten mehr möglich sind. Auch in einem solchen Fall wird die Taxigenossenschaft München ihre Monopolstellung nicht ausnutzen. Kroker: "Es wird keine Gebührenerhöhung zur Wiesn geben."

 
Artikelinfo
Ausgabe: Sendlinger Anzeiger
München
Woche: 37 - 2010
Autor: pfe
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