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16.09.2010 - 11:54 Uhr
 

"Selbstbestimmung muss gewahrt bleiben"

Öffentliche Stimmen zu Google Street View

Münchner Wochenanzeiger : Thomas Roy, Gemeinderat und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag München Land. (Foto: U.S.)
 
Thomas Roy, Gemeinderat und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag München Land. (Foto: U.S.)

Auch an öffentlicher Stelle wird über den Internetdienst Google Street View diskutiert. Und auch hier gibt es sowohl Pro als auch Contra. Vier Stellungsnahmen stellen wir dazu vor:

Thomas Roy, Gemeinderat und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag München Land: "Im Zusammenhang mit Google Street View halte ich Panikmache für unangebracht. Wir alle vernetzen uns im worldwideweb immer enger und Google View ist eine Facette einer von den allermeisten geschätzten und durchaus unterstützten Entwicklung - wir leben eben auf einer Welt. Unabdingbar ist aber auch, dass die informationelle Selbstbestimmung gewahrt bleibt, d. h. jeder muss das Recht haben, der Veröffentlichung seiner Liegenschaft zu widersprechen; darüber zu informieren, sehe ich in den nächsten Wochen bis zum 15. Oktober auch die Hauptaufgabe der Kommunen."

 

Florian Ernstberger, Rechtsanwalt, Freie Wähler: "Ich finde die Aufregung reichlich übertrieben. Es wird hoffentlich nicht bald verboten, dass man durch die Straßen spaziert und sich Häuser anschaut. Es sind ohnehin Schutzmaßnahmen des Einzelnen von Google ergriffen und es besteht die Möglichkeit des Widerspruchs. Und das für die Ferien gebuchte Haus schaut man sich aber schon gerne vorher an. Ich bin wahrlich ein Verfechter der Freiheit und des Schutzes der Privatsphäre, aber ich denke, es gibt im Internet weit größere Gefahren zum Datenschutz als das."

 

Christian Müller, Stadtrat und Vorsitzender BA 21 Pasing-Obermenzing: "Ich finde Angebote wie Google Street View überflüssig. Zudem halte ich es zu leicht für möglich, die Bilder auch für ungesetzliche Zwecke zu missbrauchen. Meines Erachtens nach müsste die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger hiervor gesetzlich besser geschützt werden."

 

Thomas Hasselwander, Pasinger Archiv: "Ich möchte über Kommunikationsmedien erreichbar sein und bin daher dafür, diese Daten nicht grundsätzlich zu unterdrücken. Google Street View geht jedoch entschieden zu weit, so dass ich bereits Einspruch eingelegt habe. Die damit verbundenen Gefahren sind höher, als der Mehrwert. Die bereits bestehenden Systeme Google Earth und Google Maps sind für das allgemeine Informationsbedürfnis absolut ausreichend."

 
Artikelinfo
Ausgabe: SamstagsBlatt
München
Woche: 37 - 2010
Autor: RP

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