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31.01.2011 - 16:41 Uhr
 

Car Sharing heute und morgen

Podiumsdiskussion über die Zukunft der Mobilität in Ballungsräumen

Münchner Wochenanzeiger : Andreas Leo, Pressesprecher von Car2Go; Marco Eisenack, Moderation; Willi Lose, Geschäftsführer des Bundesverbands Car Sharing, (v.l.) standen Rede und Antwort und gaben Einblick in die Zukunft der Mobilität.  (Foto: Regina da Costa)
 
Andreas Leo, Pressesprecher von Car2Go; Marco Eisenack, Moderation; Willi Lose, Geschäftsführer des Bundesverbands Car Sharing, (v.l.) standen Rede und Antwort und gaben Einblick in die Zukunft der Mobilität. (Foto: Regina da Costa)

Umrahmt von historischen Fortbewegungsmitteln, im Verkehrszentrum des Deutschen Museums, veranstaltete u-turn, das Organisationsbüro von Green City e.V. (Goethestr. 34) am Donnerstag, 27. Januar, eine Podiumsveranstaltung über die Zukunft des Car Sharing. Moderiert von Marco Eisenack entspann sich eine spannende, aufschlussreiche Diskussion über die Entwicklung der Mobilität in Großstädten.

Die kommerzielle, gemeinsame Nutzung eines PKW, bei dem ein Anbieter „Autos nach Bedarf" an Mitglieder vermietet, hat in München bereits eine mehrjährige Geschichte. Bislang war der ökologische Gedanke bei etablierten Anbietern der Grundgedanke, Idealismus gepaart mit Wirtschaftlichkeit. Die Kunden sollten den Leih-PKW wohlüberlegt und nur bei Bedarf zu nutzen. Olaf Rau, Geschäftsführer von Stattauto München e.V., sieht als Ziel : „Alle Car Sharing Modelle, ob klassisch oder gewinnorientiert, müssen dazu führen, den Fahrzeugbestand zu reduzieren."

Modernes Mobilitätskonzept

Gewinnorientiert sind hingegen die neuen Mitbewerbern, SIXTI, zebramobil, und Car2Go. Sie sehen Car Sharing v.a. als boomende Branche: „Vor allem in Ballungszentren werden immer weniger Menschen in der Zukunft ein Auto besitzen und stattdessen Kilometer oder Stunden kaufen..." (Erich Sixt).

Car2Go-Pressesprecher Andreas Leo sieht Car2Go als „modernes Mobilitätskonzept", nicht als "Car Sharing" – ein Kritikpunkt der klassischen Anbieter. Kritisiert wird auch, dass einige Neu-Anbieter nicht kilometerabhängig abrechnen, um so die Kunden zu einer sparsameren Autonutzung zu motivieren.

Ein positiver Umwelteffekt wird auf alle Fälle auch bei den neuen "Auto auf Zeit"-Modellen in Studien bestätigt. Ebenfalls zeichnet sich ab, dass Car Sharing-Kunden – egal welcher Anbieter –  oft auf ein eigenes Auto oder einen Zweitwagen verzichten, und nach einiger Zeit vermehrt den ÖPNV benutzen, so dass der ÖPNV nicht untergraben wird, wie von einigen befürchtet.

Man hat allerdings den Eindruck, die positive Umweltbilanz wird von den „Neuen" eher zufällig mitgenommen. Aus diesem Grund warf Sabine Nallinger, Stadrätin der Grünen und Podiumsbesucherin, Andreas Leo auch vor, mit dem Projekt der Daimler-Tochter lediglich Green-Washing zu PR-Zwecken zu betreiben. Wegen der ökologischen Vorteile zu Privat-PKWs würden die Grünen die Anträge für Parklizenzen für zebramobil und SIXTI dennoch beim Stadtrat unterstützen. Leo widersprach: Der von Car2Go angebotene Smart ForTwo sei an sich schon ökologisch, er sehe Car2Go außerdem als einen „Türöffner für klassisches Car Sharing". Car2Go sei aber nicht als Ersatz für ein eigenes Auto gedacht sei, sondern als Ergänzung einer „kombinierten Mobilität" von eigenem PKW, ÖPNV, Fahrrad, und Fußwegen. Jeder kann sich so spontan entscheiden, welche Option die richtige für ihn im Moment sei.

Der Kuchen wird immer größer

Olaf Rau verwies hier auf einen weiteren Unterschied zum klassischen Car Sharing: Seine Kunden verzichten i.d.R. auf einen eigenen Wagen. Er sehe die neuen Mitbewerber auch nicht als Konkurrenz, da diese einen „völlig anderen Kundenstamm" ansprechen würden, und sich die Marktbereiche aufgrund der unterschiedlichen Konzepte kaum überschneiden würden. Der Kundenzulauf bei Stattauto München e.V. habe sich in den letzten beiden Jahre sogar massiv verstärkt. Auch Willi Lose, Geschäftsführer des Bundesverbands Car Sharing, bestätigte, dass Konkurrenz in der Branche bislang in keiner Stadt dem klassischen Car Sharing geschadet habe: „Der Kuchen wird immer größer, da bekommt jeder seinen spezifischen Anteil, und der Kunde kann wählen, welches Modell für ihn am besten ist."

Schade nur, dass der Stadtrat nicht im Podium vertreten war. Denn ob, wann und wie zebramobil, SIXTI & Co in München starten können, entscheidet dieser am 16. März, wenn es um die Vergabe von Parklizenzen geht: „Es hängt alles davon ab, ob die Parkplätze dafür da sind!" – ein typisches Münchner Problem.

Weitere Informationen zu Car Sharing & Co erhält man bei Green City e.V. (Goethestr. 34) unter Tel. 8906680 oder auf www.greencity.de.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
München
Woche: 05 - 2011
Autor: RC

Verkehrszentrum des Deutschen Museums

Am Bavariapark 5
80339 München-Westend

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Deutsches Museum

 
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