| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger Obersendling |
| Woche: | 04 - 2012 |
| Autor: | job |
PLATFORM3 zeigt Juan Duques erste Einzelausstellung in Deutschland: Vom 26. Januar bis 18. Februar sind die Arbeiten des jungen Künstlers zu seinem Projekt „Mediation“ in der Kistlerhofstraße 70 zu sehen (Mo, Di, Do-Sa 11-19, Mi 12-20 Uhr). Bei der Eröffnung am Mittwoch (25. Januar um 19 Uhr) sind sowohl Juan Duque als auch Marjolein Maes, die Projektleiterin des Atelier-Förderprogrammes „Nucleo“ in Ghent, anwesend.
Während eines zweimonatigen Gastaufenthaltes in München konzipierte der in Kolumbien (Medellin) geborene und in Belgien lebende Künstler vier ortsspezifische Installationen, die sich mit dem urbanen Kontext der PLATFORM3 in Obersendling befassen. Juan Duques Arbeiten mit leichten, vergänglichen Materialien wie Papier, Fotografie, Video erzeugen Bezüge zu Zeit und setzen sich mit dem Phänomen der Erinnerung auseinander. "Bruchstellen" im Stadtraum - hervorgerufen durch natürliche Phänomene wie Wind, Regen, Pflanzenwuchs rekonstruiert er in den Ausstellungsraum. Mittels Installation, Video, Fotografie und Zeichnung bringt der Künstler jene städtischen Zwischenräume zum Vorschein, die der straff organisierten, urbanen Infrastruktur trotzen. Vorgänge der Brechung, Fragmentierung, Wiederholung, Übersetzung und des Transfers erzeugen ein ebenso neues wie subtiles Wahrnehmungsspektrum, das die herkömmliche, urbane Realität der Peripherie unterwandert. Unter dem Titel „Mediation" sind vier neue Installationen des Künstlers zusammengefasst, die in München entstanden sind und die Verortung von PLATFORM3 im Viertel reflektieren. Juan Duque sieht sich dabei in einer vermittelnden Position in einem Prozess, der die Grenzen zwischen „Innen" und „Außen", „Naturraum" und „Städtischer Raum", „Nomadismus" und „Identität" umschreibt.
"Landschaften haben eine starke Präsenz in meiner Arbeit", erklärt Juan Duque, "Ich sehe mich als Nomaden und gehöre zu einer Generation, die seit 2000 Schritt für Schritt ihr Heimatland verlässt." In seinem Schaffen stellt der Kolumbianer seine Erinnerungen an seine Heimat den Plätzen und Orten gegenüber, an dener er lebt. Seine Erkenntnis: "Wir alle sind Teil des Platzes, an dem wir leben. Unsere Gewohnheiten und Erinnerungen sind erheblich beeinflusst von den geografischen Gegebenheiten des Territoriums, in dem wir leben." Die Beziehungen, die sich zwischen Landschaften und Menschen entwickeln, sind für ihn daher von großem Interesse.
Juan Duque (geb. 1974) studierte Architektur, Stadtplanung und Kunst, zuletzt an der Akademie Sint-Lucas in Brüssel. Er realisierte ortsspezifische Projekte in Großbritannien, Österreich, Spanien und den Niederlanden. Seine Arbeiten waren bisher in Gruppenausstellungen wie „No Soul for Sale", Tate Modern (2010) und „Nomadic Settlers - Settled Nomads", Kunstraum Kreuzberg, Berlin (2011) zu sehen. Er lebt und arbeitet in Ghent, Belgien.
Juan Duque ist Teilnehmer des Atelier-Förderprogrammes Nucleo, dessen Partner PLATFORM3 im Jahr 2012 ist.
Mehr Informationen zum Künstler, zur Platform3 und zum Förderprogramm unter: www.betweencorners.eu, www.platform3.de, www.nucleo.be.
| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger Obersendling |
| Woche: | 04 - 2012 |
| Autor: | job |
Räume für zeitgenössische Kunst
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