| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Laim |
| Woche: | 12 - 2011 |
| Autor: | BK |
Im Januar erst hatte das Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt München die Erstellung eines vom Bezirksausschuss Laim (BA 25) geforderten umfassenden Verkehrskonzeptes für den Münchner Westen abgelehnt. Begründet wurde die Entscheidung seitens der Stadt München damit, dass mit dem bereits vorliegenden Verkehrsentwicklungsplan (VEP) sowie dem Nahverkehrsplan (NVP) ausreichend Verkehrskonzepte vorlägen. Der BA 25 widersprach der Beschlussvorlage und erklärte, dass im Münchner Westen erhebliche Defizite in der Erschließung vorlägen.
Nun ist die Forderung nach einem detaillierten Verkehrskonzept für Laim und den Münchner Westen erneut entbrannt. Ortsverbandsvorsitzender der CSU Laim-West, Andreas Bauer, sieht im Besonderen in der Umsetzung der heiß diskutierten Trambahn-Westtangente bei den jetzigen Verkehrsverbindungen, ein verkehrliches Problem auf die Laimer zukommen. Mit der Trambahn-Westtangente soll eine Straßenbahnlinie vom Romanplatz über die Fürstenrieder Straße zum Ratzingerplatz führen.
Andreas Bauer erklärt: „An der Fürstenrieder Straße können wir uns eine Tramlinie unter diesen Bedingungen nicht vorstellen. Bei der derzeitigen Belastung hat die nur Stau und Schleichverkehr zur Konsequenz." Bauer argumentiert, dass eine Trambahn je eine Fahrspur auf der Fürstenrieder Straße in Anspruch nehmen würde und für den Autoverkehr nur noch zwei Fahrspuren zur Verfügung stünden. Allerdings sei auf der Fürstenrieder Straße der Verkehrsfluss dafür zu hoch: Hier fahren derzeit ca. 47.000 Fahrzeuge pro Tag. Bei einer zweispurigen Fahrbahn wäre jedoch nur die Höchstzahl von 18.000 Fahrzeugen pro Tag möglich.
Ingo Benn, Fraktionsvorsitzender der Partei Bündnis 90/ Die Grünen und Vorsitzender des Unterausschusses für Umwelt und Verkehr im BA 25, hält diesem Argument entgegen, dass jetzt bereits je eine Fahrspur in der Fürstenrieder Straße für den Busverkehr genutzt werde und zeitweise für den Autoverkehr unzugänglich ist. Benn befürwortet die Umsetzung der Trambahn-Westtangente entschieden und sieht darin nicht zuletzt den Vorzug, dass der Autoverkehr abnehmen würde, da zahlreiche Autofahrer auf die Tram umsteigen würden: „Die Trambahn wäre eine absolut gute Idee und ein Gewinn". Auch der Vorsitzende des BA 25, Josef Mögele (SPD), spricht sich für die Trambahnlinie aus, gibt jedoch dringend zu bedenken, dass man die Verkehrsverknüpfungen mit dem Münchner Westen berücksichtigen müsste und fordert ein detailliertes Verkehrskonzept: „Man muss grundsätzlicher diskutieren. Bevor man das nicht alles auf dem Verkehrsplan sieht, kann man doch gar nichts machen. Es braucht einen Generalverkehrsplan für den Münchner Westen und nicht nur für Laim."
Bei den Debatten von Trambahngegnern und -befürwortern herrscht jedoch parteiübergreifend Einigkeit darüber, dass ein detaillierter Verkehrsplan für den Münchner Westen notwendig ist, der auch den kleinteiligen Verkehr und die Verkehrsbelastung in den Wohnvierteln mitberücksichtigt. So fordert der BA Laim diesen seit nunmehr zehn Jahren von der Stadt München.
Die CSU Ortsverbände Laim-West und Laim-Ost setzen sich nun das hehre Ziel, bis zum Jahresende ein Verkehrskonzept für den Stadtteil Laim zu entwickeln, in dem unter anderem die verkehrlichen Folgen der diskutierten Trambahnlinie für den Bezirk Laim berücksichtigt werden. Dabei sollen weitere CSU Ortsverbände sowie die Laimer Bürger miteinbezogen werden, um einen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten.
In einer ersten Sitzung Anfang März wurden von den CSU Mitgliedern und einigen Bürgern Ideen zusammengetragen, die helfen sollen, den Verkehr in Laim zu optimieren. „Laim hat eine Menge Durchgangsverkehr. Diesem Verkehr muss man Herr werden. Wir wollen Lösungen anbieten wie der Verkehr sinnvoll fließen und rausgeführt werden kann", erklärt Bauer (CSU).
So wurde im kommunalen Arbeitskreis angeregt, um die U-Bahn Stationen Laimer Platz und Friedenheimer Straße, gebührenpflichtige Parkzonen einzuführen, um dadurch den Parkdruck zu verringern. Des Weiteren schlägt die Arbeitsgruppe vor, Laim weitest möglich für den LKW-Verkehr zu sperren sowie auf die Fertigstellung des A99 Ringschlusses zu bestehen. Gleichfalls wurden Lösungsmöglichkeiten für Staufallen diskutiert. So stelle beispielsweise die Einrichtung einer Rechtsabbiegeampel an der Ecke Landsberger Straße/ Elsenheimerstraße eine konkrete Verbesserungsmöglichkeit dar. Auch spricht sich der CSU Ortsverband für ein differenziertes Einbahnstraßenkonzept aus, um das Stadtviertel vom Schleichverkehr zu befreien.
„Man muss aber detailliert betrachten", gibt Benn (Die Grünen) zu bedenken. „Dann weichen Autofahrer auf andere Straßen aus, und man muss da wieder schauen." Und auch Mögele (SPD) wendet ein: „Gegen Einbahnstraßen spricht sich häufig die Polizei aber auch der BA aus. Denn nachweislich wird der Verkehr in Einbahnstraße schneller, während man bei Gegenverkehr mehr aufs Tempo achtet." Zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs will der CSU Ortsverband ebenfalls Maßnahmen erarbeiten. Die Fertigstellung der U-Bahnverbindung nach Freiham sei beispielsweise eine dringende Maßnahme.
Zahlreiche der von der CSU Laim-West und Laim-Ost entwickelten Ideen sind allerdings nicht neu, sondern wurden schon eingehend auch im BA 25 diskutiert. So ist auch die Idee der Fertigstellung der U-Bahnlinie nach Freiham nicht erst seit der CSU Initiative geboren. Schon längst hat sich der Laimer BA fraktionsübergreifend dafür ausgesprochen und eingesetzt. Dennoch will die CSU Laim-West mit Hilfe reger Bürgerbeteiligung verschiedene Vorschläge sammeln, um diese dann „in konkrete Politik umzusetzen" und bis Jahresende ein Verkehrskonzept entwickelt haben, wie Bauer bekräftigt.
Vorschläge der Laimer Bewohner für das geplante Verkehrskonzept werden von der CSU Laim West entgegengenommen. Sie können an Andreas Bauer (bauer@csu-laim.de) eingesandt oder bei einer der nächsten Veranstaltungen des CSU Ortsverbandes eingebracht werden.
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Laim |
| Woche: | 12 - 2011 |
| Autor: | BK |
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